Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 1997/3
Wandergruppe

Wanderwoche im Riesengebirge vom 7. bis 14. Juni 1997

Riesengebirge, Blick von der weißen Wiese auf Schneekoppe mit Koppenplan (Foto: Wolfgang Henschel) Am 7.6.1997 um 5.00 Uhr standen 2 einsame Wanderer auf dem Betriebshof der Firma Weihrauch in Northeim und warteten auf den Start über Braunschweig nach Spindlermühle / Spindleruv Mlyn zum Wandern. Um 7.00 Uhr in Braunschweig war es dann mit der Ruhe vorbei, der Bus füllte sich bis auf 4 Plätze, die in Magdeburg besetzt werden sollten. Aber es hatte keiner an die Höhen der Brücken in Magdeburg gedacht, so daß mit unse- rem hohen Bus diese technischen Hindernisse umfahren werden mußten und die Reise erst um 8.30 Uhr weiter- ging. Nachdem nun der Bus bis auf den letzten Platz besetzt war und alle Koffer verstaut waren, ging es zügig auf der Autobahn voran. Südlich von Berlin grüßte der Spreewald, und weiter ging es an Dresden vorbei bis Baut- zen. Hier verließen wir die Autobahn. Vorbei an der Festung Bautzen entdeckten wir die typischen Umgebinde- häuser, sahen von ferne das Zittauer Gebirge, ein früheres Ziel der Wandergruppe, sowie die markante Bergspit- ze des Jeschken. Petrus schien auch mit unserem Reiseunternehmen einverstanden zu sein, denn es gab Sonne pur. Durch waldreiches Gebiet näherten wir uns dann gegen 15 Uhr dem Grenzübergang Seifhennersdorf / Varnsdorf.
Es kam wie es kommen mußte, ein Personalausweis war abgelaufen, was nun ?? Werden die Tschechen großzü- gig sein und uns fahren lassen ?? Wir durften dann mit dem Versprechen, bei der Rückfahrt wieder denselben Grenzübergang zu benutzen, einreisen. Noch schnell an der Grenze etwas Geld tauschen, um das Bier beim Abendbrot bezahlen zu können. Auf schmalen, aber guten Straßen ging es über Reichenberg/Liberec, Gablonz/Jablonec entlang des Isergebirges und den Flüssen Iser und Neiße unserem Ziel entgegen. Jeder hatte so seine Gedanken, dachte an die Kindheit und Jugend. Es war sicher auch der Gedanke dabei, sich 1937 im Rie- sengebirge verlobt zu haben. Alle stellten sich die Frage, ob das Riesengebirge immer noch so schön wäre, wie einige es in Erinnerung haben bzw. den Jüngeren erzählt wurde. Ich glaube für alle Teilnehmer bestätigen zu können: Es war schön wie immer, und keiner wurde enttäuscht.
Wie ist das Gebirge zu seinem Namen gekommen? Der Wald war für viele Menschen der Ernährer. Die Holzar- beiter beförderten die im Sommer aufgeschichteten geschälten Rundhölzer im Winter bei hohem Schnee auf Hörnerschlitten, Rutschen, auch Riesen genannt, zu Tal. Von diesen Riesen soll das Riesengebirge seinen Namen haben.
Um 18.30 waren wir dann endlich nach fast zwölfstündiger Fahrt in unserem Hotel Montana in Spindlermühle angekommen. Die Zimmerverteilumg verlief reibungslos, und beim gemeinsamen Abendbrot fühlten sich schon alle wie zu Hause. Noch einen kleinen Spaziergang und ab ins Bett.

Blick von der Planur auf das westliche Riesengebirge, Bildmitte Hintergrund: die Elbwiese. (Foto: Hildegard Henschel)Der 8.6. beginnt mit strahlendem Sonnenschein und einem reichlichen Frühstücksbuffet. Nach einem Rundgang durch den Ort, dem Kauf von Wanderkarten, Geldumtausch und Erkundung der Einkehr- und Einkaufsmöglich- keiten geht es dann mit einem modernen Vierer-Sessellift zur Planur/Predni Planina auf 1.195 m. Hier teilt sich die Busbesatzung, wie auch an den folgenden Tagen, aufgrund unterschiedlicher Interessen und Leistungsvermö- gen beim Wandern in zwei Gruppen, Gruppe I unter der Führung von Wolfgang Henschel und Gruppe II unter bewährter Regie von Heinz Oberbeck. Nach einer mittäglichen Rast wanderte die Gruppe I nach Spindlermühle zurück( ca 10 km).
Gruppe II, Ein Glück, daß Heinz Oberbeck die 2. Gruppe mit ca. 10 km führte. So konnten wir in aller Beschau- lichkeit die Landschaft und die Schönheit der Berge in uns aufnehmen und die gute Bergluft genießen. Oberhalb der Baumgrenze, in 1.200 m, begann unser Rundweg mit schönen Ausblicken auf die "Keilbauden", wohin die Bauern ihr Vieh treiben. Auch Pferde tummeln sich auf einer Koppel. Durch Wiesen und kleine bewaldete Hänge führen schmale und breitere Wege, letztere dienen auch als Skiabfahrten. Lange Stangen säumen die Wege, damit sich bei Nebel oder Schnee keiner verirrt. Urige Stämme an Wegkreuzungen dienen als Beschilderung, nur für uns schwierig zu entziffern, deshalb verlassen wir uns auf die Wanderkarte. Mancher bückt sich nach Steinen - Calcit, Gneis, Granit - , andere schauen nach Bergblumen, und in Mengen wachsen Blaubeeren. Immer wieder schauen wir auf das Gewoge der Berge, sind dankbar für die gute Sicht, auch dafür, wenn mal einige Wolken die Sonne verdecken. Abgeholzte Stämme am Wege bieten uns einen willkommenen Rastplatz. Ringsum haben sich Hochmoore gebildet, deshalb gehen wir den nördlichen Rundwanderweg, immer im Anblick des langen Ziegen- rückens.
Da die Baude an der Station zu war, nutzten wir den Lift um 15 Uhr und trinken den Kaffee im Ort, wo bereits die I. Gruppe fast den ganzen Kuchen verzehrt hatte.

Am 9.6 ging es für beide Gruppen mit dem Bus zur Goldhöhe/Vrbatova auf 1.410 m, wo der Bus blieb. Dort wurden wir von Wolken und Kälte empfangen. Alles fror und drängte trotz fast keiner Sicht auf den Abmarsch. Wir steigen zum Steindenkmal, betrachten das in Holz geschnitzte Panorama. Das war es dann auch schon. "Was sie sehen ist Gegend und was sie nicht, sehen ist die Umgegend", ein alter, zutreffender Spruch.
Für die Gruppe I ging es dann über den Pantschefall und die Elbbaude zur Elbquelle. Plötzlich- siehe da- Klär- chen hatte sich durch die Wolken gekämpft, und die Sicht wurde rechtzeitig vor Erreichen des Kammweges gut. Endlich auf dem Kamm des Riesengebirges und Sicht nach allen Seiten. An der ehemaligen Schneegrubenbaude gab es eine Mittagsrast und zur Stärkung für jeden einen Becher Stonsdorfer aus dem Riesengebirge. Die Her- stellung des edlen Saftes erfolgte bis 1945 in Stonsdorf auf schlesischer Seite zu unseren Füßen. Dann ging es auf steinigen Wegen über das Hohe Rad, Mannstein, Mädelsteine bis zur Peterbaude. Hier sollte vor dem Abstieg Einkehr sein. Aber zu unserer Enttäuschung war die uns bekannte, immer sehr schön ausgestattete Baude zu. Hier bildete sich erstmals eine Gruppe Ib heraus. Die Gruppe Ib ging den Kammweg weiter bis zur Spindlerbaude und fuhr mit dem Bus nach Spindlermühle. Der andere Teil der Gruppe setzte die Wanderung in der Hoffnung auf Kaffee-Einkehr in der Davidsbaude fort. Aber auch die Davidsbaude war zu und in einem schlimmeren Zustand als die Peterbaude. Auf einem kleinem Schild gab es dann doch noch einen Hinweis auf Kaffee, und wir wurden nicht enttäuscht. Nach der Stärkung setzte die Gruppe die Wanderung fort , es waren beim Zieleinlauf ca. 18 km.
Riesengebirge, Elbwiese mit Wappen an der Elbquelle. (Foto: Wolfgang Henschel)Gruppe II: Wir marschieren hinter Heinz her, entdecken Berganemonen, Germer und riesige Flächen von Lat- schenkiefern mit frisch aufgesetzten Trieben. Einige Schneefelder werden sichtbar und Bergkonturen treten her- vor. Plötzlich sehen wir vor uns das Steinrondell der Elbquelle. Unfaßbar: Hier stehen und gedanklich den Weg von 1.144 km bis zur Mündung zu verfolgen,. Auf einer Mauer aus Feldsteinen sind 26 Wappen der an der Elbe liegenden Städte von der Qüelle bis zur Mündung eindrucksvoll dargestellt. Wir treffen ein Wanderpaar und Mitglied des Riesengebirgsvereins Hameln und tauschen Erfahrungen und Grüße aus. Der Anstieg zum Kamm war nicht mehr weit, wir erblicken die markante Reifträgerbaude und schauen auf Oberschreiberhau, wobei Heimatgefühle aufkommen. Zurück begegnet uns an der Elbquelle die "Henschelgruppe" mit einem fröhlichen Hallo. Der Weg zurück über die Elbfallbaude/Labska bouda ist bequem und wunderschön, nur den Betonbau empfinden wir in dieser Landschaft unpassend, störend. Auf einer windgeschützten Wiese ist Mittagsrast. Es war himmlisch, über uns eine Bläue, um uns die Berge, unter uns das Elbtal und in der Ferne die Schneekoppe. Gibt es etwas Schöneres? An Steilhängen entlang führt der Weg mit Tiefblick auf das Elbtal bis zum Pantschefall (1.300 m). Hier stürzt die Pantsche in Kaskaden 250 m ins Tal. Wir haben den Anstieg zur Goldhöhe vor uns, und die Sonne brennt. Ab und zu sehen wir Bunkerbefestigungen aus der Zeit vor 1938. Unser Bus ist in Sicht. Zuvor gönnen wir uns in der gemütlichen Baude einen Kaffee oder Eisbecher. Pünktlich sind wir am Bus und blicken nochmals auf die im Sonnenlicht glänzenden Berge.

Am 10.6. ging es dann bei blauem Himmel mit dem Bus für beide Gruppen zum Spindlerpaß/ Spindlerova (1.200 m) und schauen über die tschechisch/polnische Grenze auf den Hirschberger Kessel. Die Hotels sind um diese Zeit fast alle verwaist, doch im Winter herrscht Hochbetrieb.
Die Gruppe I wandert auf dem Kammweg weiter über Mittagsstein, Silberkamm zum Koppenplan auf 1.400 m. Hier schieden sich dann wieder die Geister. Die Gruppe Ib wandert über den Koppenplan auf einem Panorama- und naturkundlichen Weg zur Wiesenbaude. Dort wird eingekehrt und sich gestärkt. Der übrige Teil der Gruppe I erstürmte die höchste Erhebung des Riesengebirges, die Schneekoppe, mit 1.603 m. Als diese Gruppe auf der Wiesenbaude ankam, machte sich Gruppe Ib langsam an den Abstieg über den Ziegenrücken nach St. Peter. Bei Rückkehr nach Spindlermühle hatten alle eine Wanderstrecke von 25 km zurückgelegt.
Gruppe II: Wir wandern zum Weißwassergrund, das letzte Stück ist steinig, wir müssen Obacht geben. Aus dem Teufelsgrund kommt wildschäumend die " Weiße Elbe/Bille Labe". Uns zieht es zur Baude, einige wagen den Gang in den Teufelsgrund, der aber seine Tücken hat. Wir genießen einen unvergleichlichen Palatschinken mit Aprikosen, andere Fleischgerichte oder Salate. Als alle gesättigt waren, machten wir uns auf den Weg, der unter schattigen Bäumen entlang der weiß schäumenden Elbe schnurstracks hinabführt. Plaudernd wurden die Schritte immer schneller, bis wir am Elbufer auf den abgerundeten Granitsteinen noch verweilten und das Erlebte in uns nachklingen ließen.

Am 11. 6. ging es mit dem Bus zum Tagesausflug nach Adersbach, einer Felsenstadt im Nordosten Böhmens am Rande des Riesengebirges. Das Steinmassiv besteht aus spitzen Türmen, Pfeilern, Klippen, Säulen und kammar- tigen Gipfeln. Die Bewohner der Gegend nennen es die verzauberte, verwunschene Stadt. Wir wurden dort von Josef Kretschmer, einem tschechischen Touristenführer, in Empfang genommen und mit den Worten "Auf geht's, das Beste kommt noch" durch das Felsenmassiv geführt. Plötzlich hatte die Gruppe eine Elisabeth, Mädchen vom Lande, Rudi und andere Schönheiten zu verzeichnen. Rübezahl hat sich sicher bei der Gestaltung der Gesteine etwas gedacht, uns das "Beste" vom Riesengebirge zu zeigen. Nach einem ausgiebigen guten böhmischen Mit- tagessen ging es über einen Kurzaufenthalt in Hohenelbe zurück nach Spindlermühle.

Nach dem Ausruhetag wurde am 12. 6. wieder gewandert. Es fuhren beide Gruppen wieder gemeinsam mit dem Bus ins Aupatal nach Petzer am Südfuß der Schneekoppe auf 754 m.
Gruppe I: Und wiederum gab es Gruppe I und Ib. Die Gruppe I wanderte durch den Riesengrund auf den Kop- penplan. Die Gruppe Ib fuhr mit dem Lift bis auf die Schneekoppe und wanderte dann über den Jubiläumsweg zum Koppenplan, von hier ab ging es gemeinsam über die Wiesenbaude und das Denkmal für die Opfer der Ber- ge zur Geiergucke (Vyrovka). In der neuerbauten Baude wurde sich gestärkt, ehe dann der Abstieg über den Langen Grund nach St. Peter und Spindlermühle in Angriff genommen wurde. Die Gruppe I war so gut einge- wandert, daß der Abstieg im Sturmschritt erfolgte und die gesamte Gruppe nach 19 km um 16.00 Uhr wieder in Spindlermühle war.
Riesengebirge, Kleiner teich mit Teichbaude und Hampelbaude, im Hintergrund Schneekoppe mit Riesenkamm. (Foto: Wolfgang Henschel)Gruppe II: Wie sagte doch Joseph in Adersbach: "Das Beste kommt noch!" Der "Höhepunkt" unserer Wande- rungen war die Tour zur Schneekoppe. Mit dem Sessellift ging es auf 1.603 m. Bei klarem Wetter ist vom Gipfel eine unbeschreiblich schöne Sicht ins Land von Schlesien und Böhmen. Leider verlor sich die Ferne im Dunst. Aber für einige Teilnehmer war es doch ein Blick in die alte Heimat. Wo fängt man mit den Erinnerungen an? Vor uns nach Norden geht es steil in den Melzergrund hinab. In der Talsohle liegt Krummhübel, ein Luftkurort. Im 16. Jh. vertrieben Heilkräuterkundige von hier ihre Arzneien weit in den Osten. Wir sehen Brückenberg mit der evangelischen Stabholzkirche Wang aus dem 12. Jh.. Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. kaufte sie 1841 in Norwegen. Ein Stück weiter liegen Stonsdorf und Hirschberg. Hirschberg , berühmt durch seine Tuch- macherei, Bortenwirkerei und Weberei, hat einen historischen Stadtkern mit schönen Bürgerhäusern und Lau- bengängen. Wir sehen Schmiedeberg, einen Luftkurort mit radonhaltigen Quellen. Unser Blick gleitet nachWe- sten den Kamm entlang in schwingenden Linien. Wir sehen die Abstürze zum Kleinen Teich und die Hampel- baude, 1.234 m, den Silberkamm, weiter die Kleine Sturmhaube, 1.435 m, das Hohe Rad, 1.509 m, und die ehe- malige Schneegrubenbaude, 1.480 m. Schauen wir in Richtung Süden nach Böhmen, so fesselt uns der steile Absturz der Bergwände des Brunnenberges, 1.554 m, zweithöchster Gipfel des Riesengebirges, zum Riesen- grund. Es zeigt sich der Hochwiesenberg, dahinter legen sich Ziegenrücken und Krkonosch mit der Goldhöhe als Ausläufer des Hauptkammes wie eine mächtige Spange um die Quellgründe der jungen Elbe. Nach Norden und Osten sehen wir den Landshuter Kamm, vom Waldenburger Bergland den Hochwald, 850 m, den Heidelberg, 936 m, die Heuscheuer, 919 m, den Glatzer Schneeberg, 1.425 m. Die Bergketten türmen sich wie die Wellen eines gigantischen Meeres. Auf der Koppe befinden sich die Koppenkapelle, 1681 erbaut, das 1900 begründete, 1989 erneuerte Observatorium und die Sesselliftbergstation von Petzer. Ab 1.000 m hört der Bergwald auf. Ab 1.400 m breiten sich Latschen, etwas höher Rasenflächen,von Hochmooren unterbrochen, aus. Über den Jubilä- umsweg, der sich in weitem Bogen durch mächtige Geröllhalden um den Berg herumschwingt, er wurde 1904 anläßlich des 25-jährigen Jubiläums des Riesengebirgsvereins gebaut, gingen wir hinab zum Koppenplan. Hier steht an der schmalsten Stelle des Hauptkammes das Schlesierhaus. Am Anfang des Riesengrundes machten wir Mittagsrast. Dann stiegen wir auf alpinem Weg 600 m hinab in den Aupakessel. Nach verdienter Rast in der Großmannsbaude wanderten wir auf bequemem Weg nach Petzer, begleitet von der Aupa. Mit Rückblicken auf die Koppe und dem Rauschen des Wassers nehmen wir diesen schönen Wandertag so ganz in uns auf.

Am 13. 6. ist es sehr schwül. Wir fahren mit dem neuen Sessellift zum Schüsselberg (Medvedin), 1.235 m,. und genießen den Blick auf den Naturschutzpark Riesengebirge.
Gruppe I: Wieder gab es eine Untergruppe,. diesmal aber die Gruppe Ig. Das "g" stand für "gemütlich Gebirge genießen". Sie wanderte also genießerisch und gemütlich bis zu den Aussichtspunkten und ließ die vergangenen Wandertage Revue passieren. Es kam, was kommen mußte, denn wie immer: "Das Beste kommt noch". Der Sonnenschein war zu Ende, und vor unseren Augen zog eine Gewitterfront auf, hier Blitz und Donner und dort Regen. Selbst die "Alte Gake" (Schneekoppe) war in Wolken gehüllt und dann wieder ohne Mütze. Ein herrli- ches Naturschauspiel. Mit diesem Zeitvertreib brachte es die Gruppe Ig immerhin auf 9 km. Die Gruppe I war inzwischen über Rübezahls Rosengarten, Kesselgruben, Rübezahlweg und Schüsselbauden auch unter Andro- hung des Gewitters nach ca. 17 km wieder in Spindlermühle gelandet.
Gruppe II: Wir gehen den oberen Weg, vorbei an zerzausten Fichten und Birken, erblicken von weitem die "Filemnicka Bouda". Für die Mittagsrast ist es noch zu früh, als wir die Baude erreichen. Trotzdem gönnen wir uns einen kleinen Imbiß. Am Himmel drohende Wolken, sie ziehen näher, und wir brechen auf. Nach dem Don- nergrollen legen wir einen Schritt zu. Wir verzichten auf die übliche Mittagsrast. Es ist der letzte Wandertag, uns ist etwas wehmütig. Wir erreichen das Hotel Montana noch in trockener Kleidung. Hier schließt sich der Kreis, und aus dankbaren Kehlen erklingt nach alter Art und Weise: "Heinz wir danken Dir für diese Wanderwoche hier, wir danken Dir - es war sehr schön."

Dann ging es ans Kofferpacken und zum letzten Abendbrot. Nach Abzug der Gewitterfront über Nacht strahlte am 14. 6. zur Abreise wieder die Sonne, und um 7.15 Uhr wurde die Heimreise angetreten. Es war eine wunder- schöne Wanderwoche, und sicher hatte Wolfgang Henschel einen Pakt mit Rübezahl für gutes Gelingen abge- schlossen. Zur Statistik sei gesagt: Die Gruppe I hat in dieser Wanderwoche fast 100 km erwandert, die Gruppe II ca. 50 km.

Für Gruppe I: Brigitte Hartmann
Für Gruppe II: Meta Walter / Magda Korherr

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.28. Aug. 97