Sektion Braunschweig
mehrspaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1998/1
Hochtourengruppe

Adventfeier vom 12. bis 14. Dezember 1997

Am Freitag, dem 12. Dezember, ging es los. Auf zur Torfhaushütte mit Sack und Pack, Kind und Kegel.

Wir, Michael, unser kleiner Max (13 Monate alt) und ich starteten am Freitag gegen 19.00 Uhr nach einigen Hindernissen. Als Reisende mit Kleinkind hat man wirklich Sack und Pack (Kinderbett-, -wagen, Windeln, Gläschen.........) mitzunehmen, und dies alles mußte bei Regenwetter im Auto verstaut werden. Max hatte wohl Reisefieber und brüllte aus vollem Halse. Und dann die Überraschung, unser Auto ließ sich nicht starten. Unsere eingebaute Wegfahrsperre ließ sich nicht entriegeln. Der Ersatzschlüssel rettete uns schließlich und wir fuhren in Richtung Harz. Unser Max fand bald in den Schlaf und nach einer knappen Stunde waren wir glücklich in der Hütte angekommen. Einige unserer Freunde waren bereits eingetroffen und halfen uns bei der Einrichtung unserer "Schlafstätten". Es wurde noch etwas erzählt, gelacht und bald kehrte Hüttenruhe ein. Unser Sohn hat prächtig geschlafen. Höhenluft ersetzt wohl den Einsatz eines Babyphones, das wir ohnehin nicht benutzen konnten, da es keine Steckdosen in den Zimmern gibt.

Am nächsten Morgen war Frühstück für 8.00 Uhr vorgesehen. Etwas später trafen auch wir gut ausgeschlafen zum Frühstücksbüffet ein. Unsere lieben Mitstreiter hatten zum Teil schon gefrühstückt und waren bereits im Aufbruch zu einer kleinen Harzwanderung. Den Magdeburger Weg wollten sie gehen, für uns, mit Max in der Kinderkarre, nicht machbar. Das Wetter lud eh nicht zum Wandern ein, denn es regnete, und der Himmel war grau in grau - wolkenverhangen. Wir ließen uns das gute und reichhaltige Frühstück schmecken und nutzten die Zeit für ein gutes Schwätzchen mit Freunden, die auch in der Hütte geblieben waren. Im Laufe des Vormittags trafen noch einige Familien zur Feier ein und am Ende konnten wir 17 Kinder und 42 Erwachsene und den Weihnachtsmann zählen. Gegen Mittag hatte Petrus Erbarmen mit uns. Der Regen legte eine Pause ein, und auch wir wagten uns hinaus. Max schlief warm eingepackt in seiner Kinderkarre, und wir drehten eine kleine Runde um Torfhaus und Schubenstein.

Schön war es, mal wieder im Harz zu sein. Die leicht weiß "gepuderten" Fichten, die klare Luft und Zeit und Muße, dies alles zu genießen. Nach knapp zwei Stunden kehrten wir zur Torfhaushütte zurück. Gegen 15.30 Uhr wollten wir gemeinsam Kaffeetrinken, und der Weihnachtsmann hatte sich auch angemeldet. Die Gaststube war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es herrschte eine muntere, festliche vorweihnachtliche Stimmung. Die Kinder waren voller Spannung und Erwartung auf den Weihnachtsmann. Waltraud und Bruni spielten Weihnachtslieder auf ihren Gitarren, und wir alle sangen mit. Und dann endlich kam der Weihnachtsmann. Er rief jedes Kind zu sich und verlangte ein Gedicht, erst dann gab es ein Geschenk. Aber die Kinder waren gut vorbereitet, und alle hatten wohl ihren Spaß. Dann wurden die Geschenke ausgepackt, bestaunt und ausprobiert. An einigen Tischen wurde gebastelt und an allen erzählt und viel gelacht. Die Zeit verging wie im Fluge und schon bald wurde das Abendessen serviert. Rouladen, Rotkohl und Kartoffeln gab es, anschließend Rote Grütze mit Vanillesoße. Lecker! Mir hat es jedenfalls gut geschmeckt. Und trotz aller Schwierigkeiten, die ein Hüttenwirt so zu meistern hat, hat alles gut funktioniert.

Gegen 20.00 Uhr kam der Weihnachtsmann nochmals zu uns herein und brachte diesmal Geschenke für die Erwachsenen mit. Zu jedem Geschenk gehörten ein paar nette Worte, Zeilen oder sogar Gedichte, die der unbekannte Spender für seinen "Schützling" gereimt hatte, und die der Weihnachtsmann nun vorlas. Horst und Heide lasen Weihnachtsgedichte vor und Jürgen erzählte die Geschichte von der Familie, die von vier Weihnachtsmännern "heimgesucht" wurde. Alles in Allem war es eine sehr stimmungsvolle, gelungene Feier. Es war schön, in der gemütlichen Hüttenatmosphäre mit Freunden, Bekannten und vielen Kindern den 3. Advent zu feiern.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück heimwärts. Wir hatten wieder Glück, denn gegen Mittag fing es kräftig an zu schneien, und dann hätten wir vielleicht Probleme bekommen, Braunschweig mit unserem Auto sicher zu erreichen.

Ich hoffe, wir werden im nächsten Jahr wieder gemeinsam ein Adventwochenende verbringen. Den Kindern hat es jedenfalls sehr, sehr gut gefallen. Und allen jungen Eltern möchte ich Mut machen, an unseren Unternehmungen teilzunehmen. Den kleinen Lieblingen macht es viel Spaß und damit uns auch.

Danke an all die lieben Helfer, Organisatoren, den Hüttenwirt, seine Frau und Mannschaft und last but not least, auch an den Weihnachtsmann.

Bis zum nächsten Jahr!

Rita Ewert

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 10. Feb. 98