Na ja, die erste große Hitze dieses Jahres ist gerade vorbei. Wechselhaftes
Wetter mit Schauern ist angesagt und da will die Skigruppe in die Holsteinische
Schweiz fahren. Karin und Jürgen haben für Himmelfahrt und die Tage
danach ein großes Programm vorbereitet. So lassen wir uns vom Wetter nicht
beeindrucken und machen uns nach Rathjensdorf bei Plön auf den Weg. Teilweise
nehmen wir Fahrräder und Boote mit, andere leihen sich diese Fortbewegungsmittel.
Am Himmelfahrtstag sind die Frühaufsteher zeitig im Landgasthof DÖRPS-KROG
in Rathjensdorf angekommen. So wird vor dem "Programmbeginn" noch schnell ein
erweiterter Dorfrundgang gemacht. Dabei bekommen wir einen ersten Eindruck von
dieser schönen Landschaft.
Gegen 11.00 Uhr wird es ernst. Alle 22 Skigruppenmitglieder sind pünktlich
eingetroffen, so daß die Radfahrt nach Plön beginnen kann. Schon
nach wenigen Kilometern stellen wir fest, daß wir in der "Schweiz" sind.
Es gilt lange Steigungen und Gefälle zu bewältigen. Immer wieder ist
ein See zu sehen. Von einem Aussichtsturm in Plön können wir Plön
und die Seenlandschaft von oben bewundern. Ein Rundgang durch Plön schließt
sich an. Vom "Vorhof" des Schlosses genießen wir den Blick über den
Plöner See, der direkt vor uns liegt. Nun geht es in flotter Fahrt abwärts
und dann am Uferrand zur Prinzeninsel. Ein erstes Regenschauer läßt
uns unter die Bäume flüchten. So machen wir eine Pause und stärken
uns bei Kaffee und Kuchen. Weiter geht die Radfahrt um die verschiedenen Seen.
Wiesen, Wälder und Seen wechseln einander ab. Wenn die Sonne kurz vorkommt,
leuchtet das Frühlingsgrün besonders schön auf.
Schließlich kommen wir in dem schönen Örtchen Bosau an. Die
alte Kirche mit dem herrlich am Seeufer gelegenen Friedhof ruft einen starken
Eindruck hervor. Inzwischen hat Helmut Hunger bekommen. Er hat eine Bäckerei
entdeckt, die offen hat. Nach und nach finden sich alle Skigruppenmitglieder
beim Bäcker ein, gibt es doch leckere Backwaren verschiedenster Art. So
stehen wir vor der Bäckerei in der Sonne, die gerade durchgekommen ist
und lassen es uns schmecken.
Der Wind bläst plötzlich schwarze Wolken heran und so gilt es, voranzukommen. Bis zu einem Waldstück schaffen wir es noch, dann erreicht uns ein starkes Schauer mit Hagel vermischt. Unter dem Regenschutz sehen wir auf einmal ganz anders aus. So ist z. B. Gudrun, die sich hingehockt hat, kaum noch zu erkennen. Nach dieser Zwangspause geht es in schneller Fahrt nach Rathjensdorf in den DÖRPS-KROG zurück. Ein gemeinsames Abendessen mit gemütlichem Beisammensein beschließt diesen ersten Reisetag.
Am nächsten Morgen begrüßt uns Sonnenschein, den wir für
unsere heutige Paddelfahrt gut gebrauchen können. Karin und Jürgen
sind früh aufgestanden, um die Leihboote in Empfang zu nehmen. Heute ist
eine Paddeltour auf der Schwentine vorgesehen: Preetz, Trammer See, Plön.
Zunächst
beginnt eine kleine Materialschlacht. Wasserdichte Eimer mit trockener Kleidung,
Regenschutz, Sonnenschutzmittel, Sonnenhut, Sitzkissen, Essen und Trinken usw.
wollen im Boot verstaut sein. Alle legen Schwimmwesten an. Meine Schwimmweste
ist mir ein wenig zu eng, aber Sicherheit geht vor. Einige Teilnehmer haben
als Boot Kajaks, die Mehrzahl jedoch Kanadier. Die Boote sind mit 2 bzw. 3 Personen
besetzt. Es ist ein sehr schönes Bild, wie die Botte zu Wasser gebracht
werden.
Jetzt unternehmen die Bootsbesatzungen verschiedene Fahrübungen. Besonders
das Fahren mit den Kanadiern erfordert etwas Geschick. Schließlich sind
alle bereit und die Tagestour beginnt. Mit leichtem Rückenwind und kräftigem
Paddeln geht es munter voran. Die Flußfahrt auf der Schwentine ist sehr
abwechslungsreich. Karin und Jürgen haben eine schöne Strecke ausgesucht.
Trotz der Paddelarbeit bleibt noch genügend Zeit, sich Pflanzen, Vögel
oder auch die Ufer anzusehen. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir ein kleines
Wehr. - Pause -
Die Boote werden an Land gezogen. Beine vertreten, essen usw. Danach geht es
weiter. Die Fahrt durch das Wehr ist gar nicht so einfach. Gegen starke Strömung
muß durch eine Zweimeteröffnung in der Wehrbrücke gepaddelt
werden. Es geht die Kunde, daß selbst ein gestandener Kapitän mit
dieser Öffnung leichte Probleme gehabt haben soll!!
Bei nunmehr starkem Rückenwind läßt es sich gut fahren. Nach
weiteren zwei Stunden wird Pause gemacht. Erste Ermüdungserscheinungen.
Margrit steigt in das Boot von Christel und Jürgen um und hat es jetzt
etwas leichter. Dafür steigt Bobby in meinen Kanadier. Der See ist zu Ende.
Wo ist die Durchfahrt zum nächsten See? Schließlich finden wir die
Durchfahrt. Wir kommen an ein "echtes" Wehr. Die Boote müssen umgesetzt
werden. Das ist Neuland für uns. Die Experten unter unseren Paddelfreunden
sind hinter uns und noch nicht angekommen. Ein Gestell auf Rollen an einer langen
Kette wird ins Wasser gelassen. Das Boot wird auf das Gestell gezogen. Dann
heißt es ziehen, bis das Boot oberhalb des Wehres ist. Dort wird das Rollengestell
wieder ins Wasser gelassen und das Boot schwimmt wieder. Mit ein wenig "Gefühl"
gelingt das Einsteigen in die Boote. Das alles nimmt Zeit in Anspruch. Bobby
und ich warten nach dem Wehr auf unsere Nachfolger, aber keiner kommt. Haben
die Nachfolger ihre Boote schon an Land gebracht, da evtl. das Ende der Tour
erreicht ist? Plötzlich sind Bobby und ich allein auf dem See. Freundliche
fremde Paddelfreunde zeigen uns den Weg zum Plöner See. Der Wind und damit
die Wellen haben zugenommen. Unser Boot schaukelt stark. Da sehen wir vor uns
das Boot mit Gerhard, Irmtraud und Günter. Wir wollen das Boot einholen
und legen einen Paddelschlag zu.
Etwa
30 m vor uns sehen wir das Boot plötzlich umschlagen. K i e l o b e
n . Die Besatzung ist unter Wasser und nicht mehr zu sehen. Alles geht sehr
schnell. Wir wollen zu Hilfe eilen. Da tauchen die Schiffbrüchigen aus
dem Wasser auf. Sie können im brusttiefen Wasser stehen. Ihr Boot drehen
sie wieder um und suchen ihre Habseligkeiten aus dem Wasser zusammen. Dann beginnen
sie ihr Boot mit vereinten Kräften an Land zu ziehen. Das nahe Ufer und
damit die Anlegestelle (Ende der Tour) sind nach 50 m erreicht. An Land stellt
sich heraus, daß alle Drei naß wie die Katzen sind. Die Wassertemperatur
geht noch. Schnell trockene Kleidung anziehen. Aber nur die Ersatzsachen von
Irmtraud sind trocken geblieben. Günter und Gerhard müssen sich andere
Sachen leihen. Die Kamera von Gerhard ist voller Wasser usw. usw.
Nun folgt die Säuberung und Rückgabe der Boote an den Verleiher. Abends
werden die aufregenden Tagesereignisse nochmals ausführlich erörtert.
Unser Senior Gerhard hat Geburtstag. Wir gratulieren ihm zu seinem 87. Geburtstag
und bringen ihm vor dem Frühstück ein Ständchen (sicher eine
besondere Leistung bei der Sangesfreudigkeit der Skigruppe!)
Heute ist eine Radtour vorgesehen und zwar nach Grebin, Keller See, Malente,
Dieksee und Behlersee. Bei Sonnenschein und mittelstarkem Wind geht es bergrauf
und bergrunter. Nach etwa einer halben Stunde an einer Mühle mit sehr schöner
Aussicht ist eine Pause angesagt. Gerhard greift in seinen Rucksack und holt
ein "Fläschchen" heraus, um eine Runde auszugeben. Weiter geht es durch
die herrliche Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz. Ein paar "Harttrainierte"
weiten die Radfahrt aus und fahren noch um den Keller See. Unterwegs wollen
alle Kaffeetrinken. Daraus wird aber nichts. Es ist kein geeignetes Café
in Sicht. Schließlich findet sich die ganze Gruppe zum Kaffeetrinken im
DÖRPS-KROG ein. Wir laben uns an hervorragender Erdbeertorte und an Erdbeereisbechern.
Auf
Auf Anregung von Gudrun hat der Wirt zum Abend eine Holsteinische Spezialität
gemacht. Alle lassen es sich gut schmecken. Nach dem Abendessen unternehmen
wir noch einen Spaziergang zu dem großen Aussichtspunkt von Rathjensdorf.
Wie genießen den Blick über den Trammer See auf Plön mit seinem
Schloß. Weit sind die grünen Felder in dem hügeligen Land, immer
wieder von Seen unterbrochen.
Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von dem DÖRPS-KROG in Rathjensdorf. Frühstück, Bezahlen, Fahrräder und Boote auf die Autos montieren usw. usw. Nun geht es nach Eutin. Der Himmel ist grau verhangen. Wir unternehmen einen Stadtrundgang durch Eutin. Es schließt sich eine Führung durch das Schloß an. Zum Schluß erfolgt noch ein kleines Kaffeetrinken.
Schnell sind die schönen Stunden und Tage vergangen. Ein herzliches Dankeschön an Karin und Jürgen, die diese schöne Fahrt sehr gut vorbereitet und durchgeführt haben. Die Fahrt wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben.
Karlheinz Enke