Anläßlich des fünfzehnjährigen Bestehens des Outdoor-Fachgeschäfts
Sachen Für Unterwegs (SFU) veranstaltete am Sonntag den 14.06.98 die Klettergruppe
mit SFU als Hauptsponsor den 1. Sachen Für Unterwegs Sportklettercup.
Das fünfzehnjährige Bestehen und die damit verbundene Party am Vorabend
waren dann auch der Grund dafür, das speziell die Veranstalter am Sonntagmorgen
eher träge mit dem Aufbau begannen. Den fitesten Eindruck hinterließen
noch Tho und Tobi, die beiden Routenschrauber, die noch bis tief in die Nacht
hinein die Wand in der Güldenstraße präpariert hatten und der
Einfachheit halber auch gleich dort genächtigt hatten.
Mit dem Eintreffen der TeilnehmerInnen begann dann aber auch gleich die Registrierung.
Zehn Damen und fünfundzwanzig Herren traten an, um die ausgesetzten Preise
zu ergattern, wobei das Feld bunt gemischt war: Jugendliche
traten
gegen Oldies an, erfahrene Wettkämpfer gegen Außenseiter, die zum
ersten Mal überhaupt in einem Wettkampf kletterten. Bis Mittags galt es
für alle Beteiligten drei Qualifikationsrouten zu bewältigen, deren
Durchsteigung rotpunkt im ersten Versuch zu erfolgen hatte und um Chancengleichheit
herzustellen von den Schraubern demonstriert wurde. Schon hier gab es einige
Überraschungen. Am härtesten traf es Dietmar aus Magdeburg, der gegen
seinen erklärten Willen die Qualifikation schaffte und sich nicht an den
Bierwagen verdrücken durfte, sondern in die sogenannte Isolation mußte.
Ab sofort mußten die qualifizierten TeilnehmerInnen nämlich die Routen
onsight klettern, was bedeutet, das sie die Route zwar einmal für einige
Minuten besichtigen dürfen, sie ihnen aber ansonsten unbekannt ist und
sie auch niemanden beim Klettern beobachten dürfen. Um das auch sicherzustellen,
werden alle TeilnehmerInnen in die sogenannte Isolation gebeten, wo zwar ein
nettes Büffet errichtet ist, aber ansonsten kein Kontakt nach außen
besteht.
Von den Herren kamen fünfzehn Teilnehmer ins Halbfinale, von den Damen
zehn. Dort war nun nur noch eine Route zu bewältigen bei den Herren im
unteren siebten Grad, bei den Damen im sechsten Grad. Das erforderliche Routenumschrauben
ging dank der präzisen Vorbereitung der Schrauber schnell vonstatten. Nun
gingen die Routen auch nicht mehr einfach nur 8m gerade aufwärts, sondern
zogen sich diagonal durch die Wand und ließen auch die Überhänge
nicht aus. Bei den Damen galt es zunächst einen kniffligen Bouldereinstieg
zu bewältigen und dann eine ansteigende Querung nach rechts in die Überhänge
zu klettern. Einige Damen schieden dabei leider schon im Einstieg aus, die besseren
kamen noch in die Überhänge, bissen sich dort aber dann auch fest.
Bei den Herren war die Auslese uneinheitlicher, während die Favoriten sich
alle mehr oder weniger souverän bis zum Ausstiegshenkel durchfighteten,
durfte Dietmar im Anschluß endlich zum Bierwagen. Diejenigen, die top
bzw. fast top geklettert waren mußten wiederum in die Isolation.
Im Finale traten dann fünf Damen und neun Herren gegeneinander an. Bei
den Damen demonstrierte Angie Faust aus Hannover ihr Können als Beste,
beendet die Route allerdings wiederum mit einem Sturz. Ansonsten war das Damenfinale
eine spannende Angelegenheit, da alle Damen den Schwierigkeiten zwar mehr oder
weniger gewachsen waren, aber nun auch mit der Nervosität und Wettkampfatmosphäre
umgehen mußten.
Bei
den Herren zeigte Ralf Kowalski, daß auch knifflige Boulderstellen onsight
zu bewältigen sind. Während alle anderen Teilnehmer spätestens
am zweiten Haken kapitulieren mußten, kletterte er souverän die gesamte
Route. Die Folge war ein klarere erster Platz und viele dichtgedrängte
Verfolger.
Hier die Ergebnisse im Einzelnen:
Damen:
1. Angie Faust
2. Yvonne Scharmotte
3. Ricarda Pfeiffer
4. Sabine Dzjurzik
5. Ina Böhme
6. Sabine Pape
7. Kirstin Wötzel
8. Susanne Gebhardt
9. Nicole Wachsmuth
10. Dorothea Fahlbusch
Herren:
1. Ralf Kowalski
2. Holger Längner
3. Matthias Körner
Felix Ballerstedt
Julian Matters
Andreas Reinel
7. Joscha Kummer
Stephan Krause
9. Holger Blum
Alexander Stahl
Im Anschluß an die Finals durften sich die TeilnehmerInnen der Plazierung
nach ihre Preise aussuchen. Dank der großzügigen Spenden von Sachen
Für Unterwegs ging dabei auch niemand mit leeren Händen nach Hause,
sodaß die Veranstaltung auch bei den TeilnehmerInnen einen positiven Eindruck
hinterließ.
Alles in Allem kann man die Veranstaltung dann auch als sehr gelungen betrachten.
Zu beklagen ist leider nur die mangelnde Zuschauerresonanz. Trotz vielfacher
Ankündigung kamen leider nur wenige Zuschauer. Sowohl für die SportlerInnen
als auch für die Veranstalter wäre es eine nette Geste der Unterstützung
gewesen wenn ein paar mehr als ca. 20 der über 2000 Mitglieder ihr Interesse
bekundet hätten, da ja immerhin beträchtliches ehrenamtliches Engagement
und auch Spitzensport gezeigt wurde, das sicherlich auch der ganzen Sektion
als Visitenkarte nach außen dient.
Dirk Voigt