Am Freitag, 16. Oktober 1998, fuhren wir hinter Hildesheim Richtung Ahrenfeld zur Kansteinhütte am Thüsterberg. Bei klarem Wetter und guter Sicht fanden wir nach kurzem Suchen den Parkplatz am Wasserbehälter. Dort trafen wir schon die ersten Teilnehmer. Wir nahmen unsere Rucksäcke und gingen den kurzen Weg durch den Wald hinauf zur Hütte. Wir waren gespannt, was uns erwarten würde. In der geräumigen Stube war es schon gemütlich warm. Wir zogen unsere Hüttenschuhe an und richteten die Schlafräume ein. Unsere Zimmer hatte ein großes dreistöckiges Bett für 9 Personen. Wir statteten auch bald dem Plumpsklo etwas oberhalb der Hütte am Waldrand einen Besuch ab, für viele Kinder die erste Erfahrung mit einer derartigen sanitären Einrichtung.
Nach und nach fanden auch die übrigen Gruppenmitglieder den Weg in die Hütte. Nun waren wir 14 Kinder (im Alter zwischen 3 und 14 Jahren) und 14 Erwachsene, also 28 Übernachtungsgäste. Alle hatten gut vorgesorgt, so daß wir ein reichhaltiges Abendessen genießen und einen fröhlichen Abend mit Spielen und Gesprächen verbringen konnten.
Am
Samstagmorgen wehte ein starker, aber warmer Wind. Die Sicht von der Anhöhe
auf die nahegelegenen Ortschaften war gut. Nach dem Frühstück erreichten
wir, zusammen mit vier Nachzüglern, nach kurzer Fahrstrecke den Ith. Einige
wollten lieber wandern als klettern. So verabredeten wir eine Treffzeit für
den Nachmittag. Der Großteil der Gruppe und vor allem der Kinder konnte
es kaum erwarten, an die Felsen zu kommen. Die Kinder bekamen die Gurte angezogen
und die Helme aufgesetzt. Rainer und Jürgen kletterten vor und befestigten
die Sicherungsseile. Nun kletterten 12 Kinder abwechselnd mit Hilfe der Erwachsenen
auf verschiedenen Routen. Danach besuchten wir noch eine windfreie Schlucht,
von der aus einige Teilnehmer noch schwierigere Kletterrouten machten. Am Nachmittag
ging es zurück zur Kansteinhütte, wo schon bald der Grill und das
Lagerfeuer angeheizt wurden. Ein kurzer abendlicher Regenschauer unterbrach
das gute Wetter.
Am nächsten Morgen war der Himmel wieder klar, die Luft kühler, aber der Wind hatte nachgelassen. Wir entschlossen uns, nach dem Aufräumen und Saubermachen der Hütte gemeinsam nach Brunkensen zur Lippoldshöhle zu fahren. Die Höhle liegt in direkter Nähe des Parkplatzes. Sie hat sowohl einen oberen, als auch einen unteren Zugang, die beide frei zugänglich sind. Der Höhlengang ist schmal und eng und etwa 20 bis 30 m lang.
Bei der anschließenden Wanderung entdeckten wir ein geheimnisvolles Grabdenkmal im Wald und leuchteten mit einer Taschenlampe das Innere der Sockelplatten aus, was uns zu einigen Mutmaßungen veranlaßte. Weiter gingen wir durch dichtes Unterholz zu einem Unterstand auf einer Lichtung. Schließlich suchten wir noch eine auf der Karte eingezeichnete Burgruine.
Wieder zurück am Parkplatz verabschiedeten wir uns und waren der einhelligen Meinung, daß wir gerne wieder bei einer solchen Fahrt mitmachen würden.
Jutta Smolarczyk