Sektion Braunschweig
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Aus dem Mitteilungsblatt 1999/4
Familiengruppe

Familienwochenende in der Torfhaushütte

Am Samstag, dem 9. Oktober ging es los. Wir, diesmal 12 Erwachsene und 14 Kinder (im Alter von 2 bis 10 Jahren), trafen uns um 11.30 Uhr auf dem Großparkplatz in Bad Harzburg. Es regnete als wir eintrafen. Die gute Stimmung konnte der Regen nicht trüben. Die Kinder wurden wasserdicht verpackt und so zogen wir zur Seilbahnstation.
Aufbruch im Regen
Aufbruch im Regen vom Parkplatz Bad Harzburg
Foto: Bernhard Kassel
Die Seilbahn brachte uns auf den Burgberg. Zwei Väter, Klaus und Jürgen, waren sportlich und liefen hoch. Oben angekommen, peitschten uns Wind und Regen entgegen. Trotzdem erkundeten alle begeistert die Burgruine. Nach Besichtigung und kurzer Brotzeit machten wir uns auf den Weg zum Molkenhaus. Es regnete noch immer. Unterwegs entdeckten die Kinder zwei Feuersalamander, die gleich mehrfach fotografiert wurden. Unser Max (2 Jahre) ließ sich einen Teil des Weges gern von Papa tragen, alle anderen Kinder liefen tapfer im Regen die rund 5 Kilometer bis zum Molkenhaus. Nach knapp 2 Stunden Fußmarsch trafen wir im Molkenhaus ein. Schön warm und trocken war es dort und wir ließen uns Kaffee, Tee und Kuchen schmecken. Wir staunten nicht schlecht, als auf der Terrasse der Hütte plötzlich mehrere Wildschweine auftauchten. Von Klaus ließen sie sich sogar füttern. Allzu "wild" waren diese Schweine nicht mehr. Zurück zum Parkplatz nach Bad Harzburg fuhren einige von hier mit dem Bus und einige liefen zurück. Es regnete noch immer.

Dann fuhren wir zum Torfhaus und haben erstmal unsere Zimmer in der Hütte belegt. Ganz erstaunlich, wieviel so eine Kleinfamilie wie wir für eine Übernachtung an Gepäck benötigt. (Kinderbett, Betten, Spielzeug .....) Trotz der starken Hüttenbelegung lief alles reibungslos und Familie Gödecke servierte uns pünktlich um 18.00 Uhr ein schmackhaftes Abendessen. Der kleine Jonas (4 Jahre) war trotz starker Erkältung noch immer gut "drauf". Für die Kinder hatte die Wirtin zusätzlich Wackelpudding zubereitet. Dank an Familie Gödecke für die gute Bewirtung.

Nachtwanderer
Die Nachtwanderer kehren zur Torfhaushütte zurück
Foto: Rita Krech

Nach dem guten und reichlichen Abendessen wollten wir mit den Kindern noch eine kleine Nachtwanderung machen, doch es regnete noch immer und so blieben wir vorerst in der Hütte. An allen Tischen wurde gespielt, gemalt oder gestrickt. Die Stimmung war bei Groß und Klein ausgelassen und fröhlich. Die Kinder hatten teilweise schon ihre Stirnlampen aufgesetzt und tobten in der Hütte herum. Gegen 21.00 Uhr stellten wir fest - es regnet nicht mehr - und einige von uns waren verrückt genug, noch mit den Kindern auf Nachtwanderung zu gehen. Michael nahm Max mit auf diesen nächtlichen Ausflug, während ich mit einigen wenigen Eltern und Kindern in der Hütte blieb. Und es kam wie wir Eltern gehofft hatten, die Kinder kehrten glücklich und hundemüde zurück. Ein schöner Abschluß eines schönen Tages.

Am Sonntag hatten wir uns um 8.00 Uhr zum Frühstück verabredet. Es regnete wieder und daher entschieden wir, das Oberharzer Bergwerksmuseum in Clausthal-Zellerfeld zu besichtigen. Dort konnten wir kurzfristig noch eine Führung erhalten. Die Kinder waren sichtlich beeindruckt. Das Museum vermittelt sehr anschaulich einen Eindruck über das Arbeiten unter Tage Anfang des Jahrhunderts. Gegen Mittag war die Besichtigung beendet und wir fuhren zur Schutzhütte am Parkplatz "Hohekehl" an der B 241. Dort aßen wir noch die reichlich mitgebrachten Vorräte und fuhren dann nach Hause.

Trotz des schlechten Wetters hat es - hoffe ich - allen gut gefallen und viel Spaß gemacht. Ich bin begeistert von der guten Stimmung, der Hilfsbereitschaft und dem Unternehmungsgeist in unserer Familiengruppe. Hoffentlich treffen wir uns noch oft zu gemeinsamen Unternehmungen, dann vielleicht auch bei besserem Wetter.

Rita Krech

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 10. November 1999