Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2001/2
AK Naturschutz

Aktuelle Situation Winter 00/01

Die Kletterkonzeption wurde im März 2000 an den niedersächsischen Umweltminister übergeben und dann auch an die zuständigen Bezirksregierungen und Landkreise versandt. Zum weiteren Vorgehen gab es im Oktober 2000 in Hannover einen Termin, in dem seitens der Bezirksregierungen ein Plausibilitätsgutachten angekündigt wurde. Danach sollte sie als Gesamtkonzeption weiter diskutiert und der Verwirklichung nähergebracht werden. Die im Dezember 2000 aus dem Umweltminsterium mitgeteilte Linie, die Landkreise sollten über die weitere Umsetzung entscheiden, kann uns nicht befriedigen, weil sie die Gesamtbetrachtung zerstören würde. Auch in den Behörden halten wesentliche Fachleute dieses Vorgehen nicht für sachdienlich. Wir versuchen derzeit also, wieder im Landtag Überzeugungsarbeit für den Wert der Kletterkonzeption als Gesamtkonzeption zu leisten.

Vor Ort ist jedoch schon trotzdem von den die Gebiete betreuenden Gruppen zu handeln:

  • Wo Regelungen bereits laufen (z.B. Ith, Kanstein) sind die laufenden Wegebau/reparatur-Arbeiten usw. wie üblich weiter zu leisten, damit die Wege und sonstigen Lenkungsmaßnahmen gleich zu Beginn der neuen Saison wirksam sind (Termine für den Südlichen Ith siehe unten!).
  • Wo die Kletterkonzeption bereits von den Landkreisen als Leitlinie akzeptiert worden sind (Landkreis Goslar mit Okertal und südlichen Hainbergklippen), da sind die dafür nötigen Arbeiten jetzt schon zu leisten.
  • Wo noch keine Regelungen bestehen können wir uns vorbereitend schon jetzt entsprechend der Kletterkonzeption verhalten, auch schon Kontakte mit Behörden, Eigentümern u.ä. pflegen, allerdings noch keine Wegebau- oder Markierungsarbeiten angehen. Bezüglich Arbeiten sollten die Betreuer solcher Gebiete sinnvollerweise in den anderen Gebieten aushelfen.

Einzelmeldungen zur Umsetzung der Kletterkonzeption:

  • Im Okertal gab es im April 2000 durch die Umsiedlung des Wanderfalken von der Rabowklippe auf die Uhuklippe gleich vertiefte Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Goslar und mit der Forst, die dazu führten, dass dort die Kletterkonzeption als Grundlage der Regelung von Fragen des Kletterns und Naturschutzes angenommen wurde. Zugleich wurden vom AK Harz organisiert von Kletterern aus den Sektionen Goslar, Braunschweig und Hannover im Juni und September 2000 an der Rabowklippe und an den Scheckenköpfen in einem Großeinsatz die Felsen durch Fällen stark verschattender Fichten freigestellt. Dies dient sowohl dem Naturschutz (Bewahrung seltener lichtliebender Pflanzen) als auch dem Klettern (luftigere, rascher abtrocknende Routen). Zugleich wurde begonnen, die freien und die gesperrten Bereiche an den Felsen durch Anbringen der international üblichen Farbmarkierungen am Fels (x = gesperrter Bereich, Pfeildreieck = zulässiger Einstieg, Zustieg, Abstieg) zu kennzeichnen.
  • Wir haben mit der Kletterkonzeption den mit 10.000 DM dotierten 1. Preis im Feldschlößchen-Naturschutzpreis 2000 gewonnen. Das Geld wird für die Umsetzung der Kletterkonzeption eingesetzt.
  • Für den südlichen Teil der Hainbergklippen (alles südlich der großen Klippenkette mit Hauptturm, Bastei und Braungelber Wand) gilt die Kletterkonzeption seit Dezember 2000 auch bereits.
  • Im Wurmberg-Steinbruch brütet jetzt auch der Wanderfalke und deshalb ist dort jetzt auch mit Sperrung bis zum 31.7. zu rechnen.
    (Regelung vom Dezember 2001 siehe hier)
  • Im März 2001 soll im Okertal durch das zuständige Forstamt die Freistellung der Adlerklippen erfolgen, d.h. dort die inzwischen sehr stark verschattenden Fichten gefällt werden. Von uns wird dabei nur ergänzende Arbeit im Felsbereich nötig sein.
  • Außerdem ist wie in jedem Jahr die landesweite Schutzfrist vom 1.2. bis 31.7. an Wanderfalkenhorsten zu verbreiten und für ihre Beachtung zu werben. In dieser Zeit darf an bestoßenen Brutfelsen nicht geklettert werden. Im Okertal werden ab 1.2. sowohl Uhuklippe als auch Rabowklippe gesperrt. Sobald klar ist, an welchem Felsen der Falke in diesem Jahr brütet (bis Ende März erkennbar), wird der andere Felsen wieder freigegeben.

Zum Schluss wiederhole ich mein Angebot, die Kletterkonzeption in Sektionsgruppen von Kletterern und Wanderern persönlich vorzustellen und dazu weitere Informationen aller Art zu geben.

Die nächsten Arbeitstermine 2001 am Ith sind: 19.05., 22.09. (Treffpunkt Zeltplatz)

Zugleich bitte ich um konstruktive Mitarbeit, vor allem durch Beachtung der in der Kletterkonzeption vorgelegten Regelungen und Werbung für ihre Einhaltung durch alle Kletterer. Für den Fall, dass Unklarkeiten oder Konflikte auftreten, nachfolgend Kontaktadressen:

Richard Goedeke, 38124 Braunschweig, Tel. 0531-6149140, Fax 2611588
Götz Wiechmann, Kassel Tel 0561-5790505 oder 0561-5296433

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.7. Mai 2001