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Klettern gehört für Sophie und Anja anscheinend
einfach dazu - an der Porta Westfalica allerdings auf Bäume
Foto: Sigrid Holste
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Fast jeder ist schon durchgefahren, durch die Westfälische Pforte (Porta Westfalica) zwischen Weser- und Wiehengebirge. Fast jeder hat dabei zu dem monumentalen Kaiser-Wilhelm-Denkmal hochgeblickt - aber wer hat es schon aus der Nähe gesehen? Auf der Durchreise hat man dafür meistens keine Zeit, und für einen Tagesausflug sind 140 km ziemlich weit.
Daß wir im Frühjahr ausgerechnet dorthin gestartet sind, lag zum einen an Frau Reinefeld von der Skigruppe, die uns freundlicherweise verschiedene Prospekte aus der Gegend mit dem Hinweis übergab: "Wäre das nicht mal etwas für die Familiengruppe?" Zum anderen lag es an der Deutschen Bahn, die seit einiger Zeit zufällig eine direkte, schnelle und preiswerte Verbindung von Braunschweig zum Haltepunkt Porta Westfalica bietet.
So stiegen wir dort am 6. Mai erwartungsvoll aus dem Regionalexpress. Weiter ging es zu Fuß, zuerst auf einer großen Brücke über die Weser. Natürlich wollten wir als nächstes den Hang hinauf zum 88 m hohen Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Dort befindet sich das 7 m hohe Standbild von Kaiser-Wilhelm I. unter einer 50 m hohen Kuppelhalle. Wenn auch die umliegenden ""Gebirge" aus alpiner Sicht nur relativ bescheidene Höhenunterschiede aufweisen, so beeindruckt das Bauwerk selbst durch seine gewaltigen Dimensionen! Trotzdem drängten die Kinder bald zum Aufbruch, ihr Bewegungsdrang und ihre Neugier waren noch nicht gestillt. Auf dem Kammweg des Wiehengebirges ging es leicht weiter zum Moltketurm (294 m über NN), einer bergfriedartigen Aussichtsplattform, die wohl die beste Rundumsicht bietet. Deutlich erkennt man den Durchbruch der Weser durch das Mittelgebirge in die norddeutsche Tiefebene. Ebenfalls auf dem Kamm, noch etwas weiter, liegt die sagenumwobene Wittekindsburg mit dem benachbarten historischen Berghotel. Leider starteten an diesem Tag keine Drachenflieger von hier mit ihren bunten Fluggeräten in die Lüfte.
Wir waren gut vorangekommen, wollten daher noch etwas weiter und stiegen die Flanke hinab zur Wittekindsquelle. Als vor Jahren im Berginnern nach Erz gesucht wurde, ist sie leider versiegt. Die Kinder entdeckten einen zugemauerten alten Stollen aus dieser Zeit. In der Nähe der Quelle steht der Margarethen-Klus, eine romanische Kapelle. Weil wir keinen Weg fanden, der wieder auf den Kamm führt, kehrten wir um. Zum Ausgleich gönnten wir uns an der Wittekindsburg Kaffee und Kuchen oder Eis. Von hier folgten wir einem Weg gleichmäßig den Berg hinab zum Bahnhof und zum Zug zurück. Als wir in Braunschweig ausstiegen, lag die bisher weiteste Tagestour der Familiengruppe hinter uns.
Michael Krech