Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2002/3
Naturschutzreferat

Bericht über den Naturschutzreferententag 2002 in Berchtesgaden

Die Tagung fand im Kur- und Kongresszentrum statt, dass mit freundlichen Funktionsräumen, einem schönen und ruhigen Garten und bei dem herrlichen Wetter grandios sichtbarer Bergkulisse einen idealen Rahmen bot.
Die Hauptreferate waren:

  1. Ein Film über den Steinadler mit packenden Bildern
  2. Ein geographisches Referat des renommierten Prof. Dr. Werner Bätzing aus Erlangen über Entwicklungstendenzen im Alpenraum. Er hob hervor, dass neben Gebieten mit starker Bevölkerungszunahme auch große Gebiete Abwanderung und Aufgabe jeglicher Nutzung zeigen (was nicht unbedingt positiv für die Natur ist, weil damit oft die Artenvielfalt stark abnimmt). Hauptproblem sieht Bätzing jedoch in der Tatsache, dass nicht nur eine Verstädterung in den Tälern der Alpen erfolgt, sondern auch zunehmend von Ballungsräumen außerhalb der Alpen her bestimmt werden. Er forderte die Alpenvereine auf, Lobbyarbeit für eine eigenständige nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes zu betreiben (z. B. in Richtung auf Realisierung der Alpenkonvention).
  3. Podiumsdiskussion "Was bewegt Menschen?" über Möglichkeiten, Menschen in und für die Arbeit im Verein zu motivieren.
  4. Herr Prof. Dr. Heinz Röhle aus Dresden, der frühere langjährige Naturschutzreferent des DAV , gab in der von ihm gewohnten Brillianz einen Rückblick auf 25 Jahre "DAV-Grundsatzprogramm zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz des Alpenraumes" und die Erfolge in seiner Umsetzung bei der umweltgerechten Ver- und Entsorgung der Hütten und in den Aktivitäten zum Schutz des Bergwaldes.
  5. Die Vorstellung der Ergebnisse einer Umfrage über das Grundsatzprogramm rundete die Reihe der Referate ab.

Am Samstagnachmittag wurden in Arbeitskreisen die Themen "Lobbyarbeit für den Alpenraum", "Nachhaltige Entwicklung in den DAV-Arbeitsgebieten" und "Naturverträgliches Bergsteigen in den Sektionen" ausführlich diskutiert.

Am Sonntag wurden dann die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Aus den Ergebnissen wird für die nächsten 10 Jahre das Programm formuliert, wie das Grundsatzprogramm für nachhaltige Entwicklung konkret vorangebracht werden kann.

Neben diesem offiziellen Programm bot die Tagung natürlich Gelegenheit zu zahlreichen interessanten informellen Gesprächen, sei es im Rahmen der Tagungspausen als auch bei einer gemeinsamen abendlichen Fahrt über den Königssee zu einem Konzert in St. Bartolomä. Auch bot die gleichzeitige parallele Tagung der "Acces-Commission" der UIAA zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zu Fragen über Klettern und Naturschutz in anderen europäischen Ländern.

Vom 17. bis 21. Juni nahm ich anschließend an der 5tägigen Sommerdurchquerung Wieskirche - Nebelhorn zum Jahr der Berge teil. Sie sollte die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen der Alpenkonvention verdeutlichen. Als eine Serie von Exkursionen mit Fachleuten beleuchtete sie Probleme in der Entwicklung der Alpenlandschaft. Durch Öffentlichkeitsarbeit (am ersten Tag wanderte Bundesumweltminister Trittin mit!) und die Schaffung neuer Gesprächskontakte konnte sie sogar einige der behandelten Probleme (u. a. Moorschutz, Bergwaldschutz, Erhaltung der Almwiesen, naturnahe Erhaltung oder Umgestaltung von Flussauen) einer Lösung ein Stück näher bringen.

Richard Goedeke

NATURSCHUTZREFERENT
Dr. Richard Goedeke, Siekgraben 56, 38124 Braunschweig, Tel. 0531/6149140

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.25. August 2002