Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2002/3
Hochtourengruppe

"...wir wollen ins Land der Franken fahren",
genauer: in die Fränkische Rhön

Dieses Vorhaben der Hochtourengruppe wurde verwirklicht (zum 2. Male) vom 6. bis 9. Juni 2002

P r o l o g

Ziel als Standort war das Neustädter Haus (750 m) des Rhön Klubs. Es liegt am Käulingsberg südlich Bischofsheim mitten im Walde, bietet aber nach Süden einen weiten Blick ins Land, bei klarem Wetter bis Schweinfurt. Der Kreuzberg, mit 928 m der zweithöchste Berg der Rhön, ist nur 2.5 km entfernt.

Teilnehmer waren 21 Gruppenmitglieder, gut gerüstet und eingestimmt zu ausgedehnten Wanderungen. Die Wetterlage gestattete dies dann auch uneingeschränkt. Nur einmal mußte kurzzeitig Regenzeug ausgepackt werden. Täglich war man mehr als 20 km unterwegs. Dass dabei auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen durfte, versteht sich von selbst. Dafür sorgte die gute und reichliche Küche des Hauses mit dem freundlichen Hüttenpaar Cramer. Hinzu kam das Labsal am dunklen Bier des Klosters Kreuzberg bei wiederholten Besuchen ebenso wie der heimische Frankenwein, der reichlichen Zuspruch fand.

Als Wanderführer bewährte sich einmal mehr unser lieber Horst Rose. Er erwies sich erneut als erfahrener Fährtensucher, der, obwohl selbst erstmals in diesem Gebiet, im Labyrinth der Wegenetze immer den richtigen Weg fand, mit der Wanderkarte in der Hand und dem gewissen Instinkt, der trotz reichlicher Wegemarkierungen nicht selten vonnöten war.

D i e T o u r e n

Kreuzberg
Kreuzigungsgruppe auf dem Kreuzberg
Foto: Horst Rose

Gleich am Tag der Anreise gings nach Quartiernahme auf Wanderschaft. Von der Höhe des Hausberges weit hinunter nach Haselbach mit der 800-jährigen Dorflinde und der Kilians-Statue. Dann hoch zur Ruine Osterburg und über weite Wiesenhänge, herrlich blühend und mit weiten Fernsichten, auf die Höhe des Kreuzberges mit dem Franziskaner-Kloster. In der Klosterwirtschaft wurde dann dem dunklen Bier der Mönche zugesprochen, ein obligater Trunk, dem wohl kaum jemand aus den Scharen der Besucher entsagt. Nach Besuch der Klosterkirche und der 12. Station des Kreuzweges, den drei Kreuzen, zurück zur Hütte war man 8 Stunden unterwegs.

2. Tag: Eine große Wanderung mit beachtlichen Höhenunterschieden. Zunächst eine weite südliche Umgehung des Kreuzberges in Richtung Oberwildflecken, dann südlich zum Guckas Paß. Und Aufstieg zur Kissinger Hütte auf dem Feuerberg, auf weiten Wiesenmatten herrlich gelegen. Der Blick schweift weit in die Rhönlandschaft. Der richtige Ort für die Mittagsrast. Der Weiterweg führte hinunter nach Langenleiten, um Waldberg südlich herum nach Sandberg. Dann im direkten Aufstieg zum Neustädter Haus.

3. Tag: Der Weg führte durch weite Waldungen nach Burgwallbach hinunter und noch tiefer nach Schmalwasser, in einem von Wald umgebenen Talkessel gelegen. Von hier zurück durch Wiesen und Wald zur idyllischen Kleinsiedlung Kilianshof und zur Hütte. Anschließend hinauf zum Kreuzberg-Kloster, das schon genossene Braunbier wartete, das jedoch im Samstagstrubel nur nach Schlangestehen zu ergattern war. Mit dieser Abrundung übertraf die Wanderleistung noch die gestrige.

Kissinger Hütte
Vor der Kissinger Hütte
Foto: Horst Rose

Letzter Tag: Bevor gegen 16.00 Uhr die Heimreise angetreten wurde, standen Wanderungen auf dem Programm, die in besonderer Weise die landschaftlichen Schönheiten der Hochrhön mit weiten Wiesenflächen, jetzt Blumenteppichen gleichend, und herrliche Fernsichten ebenso boten wie Naturdenkmäler, nämlich offenliegende Basaltsäulen (eine fünfeckige Erstarrungsform der Lava). Angefahren wurde ein Parkplatz unterhalb des Heidelsteines, mit 923 m der dritthöchste Berg der Rhön, der über blühende Wiesen erreicht wurde. Dann Weiterfahrt zum sogenannten Basaltsee und dem Steinernen Haus, einer Basaltformation. Von hier Wanderung zum Schweinfurter Haus (Mittagspause), über den Gangolfsberg zu den eindrucksvollen Basaltsäulen und zum Thüringer Haus. Von dort zurück auf herrlichsten Wiesenwegen zum Ausgangspunkt.

E p i l o g

Es waren nur wenige Tage gemeinsamer Wanderungen und Abende, und doch brachten sie die Teilnehmer einander näher. Der Gleichklang positiver Empfindungen zum Naturerleben und zur körperlichen Betätigung war spürbar. Dies ist zwar nicht verwunderlich bei Angehörigen derselben Interessengruppe, sollte aber doch erwähnt werden. Abschließend nochmals ein ganz herzliches Dankeschön dem Wanderführer, der wie gewohnt alles sehr gut vorbereitet und durchgeführt hat, was am vorletzten Abend namens der Gruppe durch Erich Schneider mit Überreichung eines T-Shirts von der Wasserkuppe gewürdigt worden war.

Herbert Horstmann

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.25. August 2002