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Bergmesse mit Kreuzeinweihung auf dem Karleskopf
Foto: Walter Sprenger |
Cilli und Franz Auer sind heuer 20 Jahre in der Braunschweiger Hütte als Pächter tätig. Wenn das kein Grund zum feiern ist. Am Samstag, den 14. September 2002 um 11.00 Uhr ist als Auftakt eine Messe auf dem Hausberg der Hütte, dem Karleskopf (2901 m) eingeplant. Anlaß für diese Messe ist die Einweihung eines Gipfelkreuzes. Pfarrer Paul Kleinerbel ausgestattet mit Meßgewand und unterstützt von der Musikkapelle St. Leonhard in kleiner Besetzung ist der Akteur, der die Messe mit Abendmahl zelebrierte. Dazu hat Franz mit dem Wettergott einen Pakt geschlossen, der vom Verantwortlichen exakt eingehalten wird. Das sehr gut gelungene Gipfelkreuz unter tief blauem Himmel, eine Inszenierung, die ihres Gleichen sucht. Alle Beteiligten genießen die Darbietung und sind tief beeindruckt.
Wieder an der Hütte müssen wir feststellen, dass die Plätze auf der sonnenüberfluteten Terrasse vergeben sind. Auch gut, gehen wir also in die Braunschweiger Ecke und schonen unsere Haut. Zum Essen gibt es gegrillten Schweinenacken mit Kartoffelsalat. Köstlich. Natürlich werden auch andere Gerichte angeboten. Die Musikkapelle St. Leonhard hat inzwischen in veränderter Besetzung auf der Terrasse ihren Platz gefunden und unterhält die Gäste mit launiger Volksmusik.
Den Nachmittag verbringen wir mit unterschiedlicher Betätigung. Vom Mittagsschlaf über Bier- oder Weintrinken bis hin zum kleinen Verdauungsspaziergang bereiten wir uns auf die eigentliche Feier am Abend vor. Sie beginnt mit der „Patznauner Hausmusik“, einem Duo besetzt mit Harfe und Akkordeon. Später gesellen sich 3 Blechbläser dazu, die den Abend alle zusammen mit schwungvollen Melodien ausfüllen, zu denen auch getanzt werden durfte.
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Großfamilie Auer
Foto: Angelika Neuner |
Ja, und bei all dem Trubel und hohem Geräuschpegel meldet sich unser 1. Vorsitzender Walter Sprenger zu Wort. Er würdigt die 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Auer und übergibt eine handgeschriebene gerahmte Urkunde – wie der Chronist später erfahren hat, soll sie einen Ehrenplatz in Stillebach im Haus der Jubilare bekommen - und einen Fürstenbergteller mit Braunschweiger Motiv. Es hat der Braunschweiger Hütte gut getan, dass die Kontinuität der Pächter sich über die vielen Jahre erstreckt. Vor Cilli und Franz Auer waren Irmgard und Hans Auer 22 Jahre im Amt, davor die Familie Gundolf, von deren Nachkommen Richard Gundolf an dem Fest teilgenommen hat.
Fast hätte in Vergessenheit geraten können, dass unsere Hütte in diesem Jahr 110 Jahre jung geworden ist. Wir haben das nicht vergessen, und einige Gläser Wein auf das Wohl und den Fortbestand unseres höchst gelegenen Hauses geleert.
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Hüttencrew
Foto: Angelika Neuner |
Besonders stimmungsvoll ist im Laufe des Abends der Auftritt der Geschwister Weber zu vermerken. Mit u.a. den Volksweise „Wenn i mein Buam klopfn beim Fensterl hör“ oder „“I hab a Diandl gliabt“ fordern sie die Zuhörer zu stürmischen Beifallsbekundungen heraus. Das liegt nicht zuletzt wohl auch daran, dass die 5 Madeln eine echte Augenweide sind. Und nicht genug damit: Anni und Cilli jodeln danach bis der Beifall das Dach der Hütte in Schwingungen versetzt.
Wir haben einen ereignisreichen und eindrucksvollen Tag erlebt. Alle, die wie wir teil haben durften, sind auf ihre Kosten gekommen. Die Unruhe in der Hütte bis in die frühen Morgenstunden spricht eine deutliche Sprache.
Am Sonntag Vormittag strömen die Talbewohner in Scharen in die Hütte. Die Einladung von Cilli und Franz zeigt ihre Wirkung. Allerdings ist das Wetter jetzt nicht mehr halb so schön wie gestern. Wir steigen ab. Friedel und ich versuchen den neuen Weg. Wir hätten auf dem alten bleiben sollen.
Am Montag sind wir wieder in der Hütte und erledigen mit Franz in Ruhe unsere Schularbeiten. Letzten Endes sind wir den weiten Weg ja nicht nur zum Feiern gefahren. Auch wenn die Überschrift diesen Eindruck signalisieren sollte.
Dieter Langkopf
1. Hüttenwart