Es gibt Menschen, die lieben große Projekte. Auch beim Wandern. Selbst
wenn es bedeutet, diese Projekte als normal Arbeitende/r mit den üblichen
Urlaubszeiten gar nicht in einem Zuge durchführen zu können und sie
deshalb nur häppchenweise wandert. Seit dem Jahr der Berge gibt es nun
noch einen neuen großen Weg: den Alpina-Fernwanderweg. Er ist im Detail
gar nicht ganz neu, aber das bestehende Wegeangebot wurde unter einer neuen
Idee neu verknüpft und auch ausgeschildert - unter der Idee, alle 8 Alpenländer
zu verbinden und damit der Völkerverständigung und dem besseren Verstehen
der Natur zu dienen. Ist auch plausibel, gerade beim Wandern, mit Zeit zum Schauen
und Zuhören und mit Zeit zum Nachdenken über das Geschaute und Gehörte,
über seine Schönheit und seinen Wert, über seine Erhaltung. Natürlich
soll das über dieses Neu-Anschauen von vertrauten Gegenden ein Impuls für
Tourismus sein - aber für den sanften, leisen, nachhaltigen. Und deshalb
hat das Projekt die volle Sympathie des Autors dieser Zeilen.
Acht Alpenländer, gibt es wirklich so viele? Da fallen mir doch erstmal mit Frankreich, Italien, Schweiz, Österreich, Deutschland und neuerdings auch Slowenien nur sechs ein. Ach so, das wegen seiner Briefkästen bekannte Liechtenstein zählt dabei extra, und dann natürlich auch noch das im Zusammenhang mit Steuerfragen gelegentlich genannte Monaco - naja ...
Es ist ein Riesenprojekt, das da mit 341 Etappen über mehr als 5000 km Strecke konzipiert ist Genau genommen besteht diese "Grande Traversée des Alpes" aus 5 mit verschiedenen Farben aber gleichem Layout einheitlich und für beide Richtungen gut gekennzeichneten Wegen. Der rote Weg ist der längste und er verbindet Triest über den gesamten Alpenbogen mit Monaco. Die anderen Wege schaffen Quer- und Parallelverbindungen. Dazu soll es gedruckte und elektronische Information geben zu Verlauf, Etappen, Wegqualität, Höhenunterschieden, Besonderheiten, Unterkunft und mehr. Im Internet schon jetzt mehr und aktuell unter www.via-alpina.com.
Jedes Schild hängt natürlich noch nicht, die Organisatoren planen und hoffen, dass dies bis Ende 2003 geschafft ist. Und die brauchen dabei Hilfe. Natürlich auch von der Sektion Braunschweig. Denn das Arbeitsgebiet unserer Sektion wird vom Gelben Weg von Triest nach Oberstdorf mit den Etappen B34 Zwieselstein - Pitztaler Jöchl - Braunschweiger Hütte - Mittelberg durchzogen. Die Wege sind da, die Schilder müssen noch hin und das ist unser Job. Und unser Job ist es natürlich auch, den Alpina-Weg bekannt zu machen. Das tue ich gerne, siehe oben.
Und nun mal los, guckt euch das an, da gibt es ganz schön was zu laufen . . .
Richard Goedeke, Naturschutzmensch der Sektion