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Die Wandergruppe in der Böhmischen
Schweiz
Foto:Alfred Buckendahl |
Es war bereits die sechste Wanderwoche, welche Dieter Hemme für die Wandergruppe ausgearbeitet hat. Ein Beweis, dass die von ihm vorgeschlagenen Ziele und Touren beliebt sind, ist sicherlich auch die gute Beteiligung mit 34 Wanderern dieser Wanderwoche in der Böhmischen Schweiz.
Wenn einem etwas fremd ist, dann spricht man von böhmischen Dörfern.
Für unseren Wanderführer Dieter Hemme traf dieses sicherlich nicht zu, da er uns sowohl mit Auto als auch per Pedes immer sicher zum Ziel geführt hat. Die meisten von uns mußten sich wahrscheinlich auch erst einmal informieren, wo die Böhmische Schweiz überhaupt liegt.
Wir haben also auch im Baedeker nachgelesen. Danach wird das gesamte Elbsandsteingebirge, welches links und rechts der Elbe liegt und ca. 300 qkm groß ist, seit fast 200 Jahren als Sächsisch - Böhmische Schweiz bezeichnet. Seitdem ist dieses Gebiet bei Wander- und Kletterfreunden wegen der bizarren Sandsteinlandschaften und Kletterfelsen sehr beliebt. Es beginnt bei dem deutschen Städtchen Pirna und reicht bis zum tschechischen Ort Decin. Der deutsche Teil dieses Gebietes ist sicherlich den meisten als Sächsische Schweiz bekannt. Der tschechische Teil wird als Böhmische Schweiz bezeichnet.
Unser Urlaubsziel Dittersbach ( tschechisch: Jetrichovice ) ein traditionelles Touristenzentrum und besonders beliebter Ausgangspunkt für Wanderer, liegt direkt am Rand des Nationalparks der Böhmischen Schweiz, nur ca. 25 km von der Elbe entfernt.
Schon am ersten Abend wurde uns von D. Hemme das Motto dieser Wanderwoche bekannt gegeben:
Jeder kann machen was er will, aber Alle machen mit.
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Räuberschloß bei Vysoka
Lika
Foto:Alfred Buckendahl |
Mo. 16.06.03 Die Umgebung von Dittersbach.
Direkt von unserem Hotel aus ging es zunächst nur eben, aber dann, von keinem erwartet, steil hoch zum Marienfels, einem Aussichtsfelsen mit einer Schutzhütte. Dieser wurde noch im letzten Jahrhundert als Feuerbeobachtungspunkt genutzt, so dass man von hier eine herrliche Aussicht hat.
Weiter ging es dann zunächst abwärts, um dann den nächsten Gipfel, die Wilhelminenwand, zu erklimmen. Auch von hier mußten wir wieder abwärts bis zu einer Abzweigung, an welcher einige Wanderer die Rückkehr zum Hotel antraten. Die anderen sind dann zum Höhepunkt dieses Wandertages auf den Rudolfstein aufgestiegen, auch ein Aussichtsfelsen mit Schutzhütte, welcher uns schon etwas mehr Kondition und Geschicklichkeit abverlangt hat.
Di. 17.06.03 Wolfsberg und Geologischer Garten.
Durch eine seit 1992 gewachsene Freundschaft zwischen D.Hemme und dem ortskundigen Wander-führer R. Krüger aus Zittau, welcher ebenfalls DAV Mitglied ist, kamen wir heute in den Genuß einer besonders interessanten Führung. Mit dem Pkw fuhren wir zunächst zu dem Ort Wolfsberg. Von diesem ging es dann einige Kilometer auf den gleichnamigen Berg mit Aussichtsturm. Um den schönen Blick zu genießen, mussten wir erst noch 85 Stufen hinaufsteigen. Die Mühe hatte sich aber gelohnt. Bei schönem Wetter konnten wir im Osten bis zum Jesckken bei Reichenberg am Isergebirge, ja sogar bis zum Riesengebirge schauen. Im Norden war die Lausche im Lausitzer Bergland und im Westen der Königsstein in der Sächsischen Schweiz zu sehen. Direkt neben dem Aussichtsturm stehen mehrere Basaltpfeifen, Zeugen der Vulkantätigkeit in diesem Gebiet.
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Auf der Räuberburg
Foto:Alfred Buckendahl |
Danach fuhren wir zu dem in der Nähe befindlichen Geologischen Garten, ein einmalig in Europa bestehendes technisches Denkmal, das von dem Sudetendeutschen Rudolf Kröger noch vor dem 2. Weltkrieg ( 1930 bis 1934 ) hergestellt wurde. Die Anlage wurde uns von der hier lebenden Tochter des Erbauers erläutert. In einem steinernen Relief wird hier im verkleinerten Maßstab die Sandstein- und Vulkanlandschaft der Sächsisch - Böhmischen Schweiz mit allen Erhebungen und auch mit den typischen Gesteinsarten dargestellt. Bewundernswert, mit wie viel Fleiß und Hingabe diese Anlage gepflegt und erhalten wird.
Zum Abschluß dieses Tages wurde auf der Rückfahrt noch der Kreuzberg
besucht, von welchem man einen schönen Blick auf den Ort Dittersbach und
die ihn umgebenden Felsen hat.
Mi. 18.06.03 Studenyschlucht und Goldberg
Auch die heutige Wanderung startete direkt ab unserem Hotel und wurde auch wieder von R. Krüger geführt. Bei anfangs nur bewölktem Himmel ging es am Campingplatz vorbei, dann entlang des Baches Studeny in die gleichnamige Schlucht. In dieser hat uns dann doch noch ein Regenschauer erwischt, bevor wir in dem Ort das Gasthaus Kamzik erreichen konnten.
Nachdem wir uns etwas gestärkt und der Regen etwas nachgelassen hatte,
ging es auf einem Holzrückweg durch eine Steinschlucht über Rennersdorf
zurück zum Hotel.
Am Nachmittag waren dann noch einige geologisch Interessierte mit R. Krüger
auf dem Goldberg, um dort die imposanten Basaltkamine zu besichtigen.
Do. 18.06.03 Prebischtor
Heute fuhren wir zunächst mit dem PKW nach Mezni Louka, einem kleinen Ort im Nationalpark. Vom Parkplatz aus ging es auf einem schönen, schattigen, nicht zu steilem Weg zum Prebischtor, einem Nationalen Naturdenkmal, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland gelegen. Mit einer Gewölbe- höhe von 16 m und einer Breite von 27 m ist es das größte Naturtor in Mitteleuropa und auch das Symbol des Nationalparks “ Böhmische Schweiz ”. Zurück ging es auf dem gleichen Weg, um dann in einem Gasthaus einzukehren. Dabei haben wir folgende nette Episode erlebt: In der Speisekarte gab es einen großen und einen kleinen Espresso für jeweils den gleichen Preis. Frage an den Ober: “Handelt es sich hierbei um einen Irrtum?” Ober : “ Nein, alles richtig, großer Espresso hat mehr Wasser ”. Das hat uns dann überzeugt, nur einen kleinen Espresso zu bestellen.
Fr. 19.06.03 “Wo ist der Weg zum Schauenstein ? ”
Von unserem Hotel aus startete die heutige Wanderung in Richtung Westen, wieder in den Nationalpark. Ziel war das Felsmassiv Schauenstein, im 13. Jahrhundert noch eine Burg der Berken, von welcher aber heute nichts mehr zu sehen ist. Fast hätten wir sie auch nicht gefunden.
Die Ausschilderung war klar und deutlich. Lt. Wegweiser waren es nur noch
0,5 km bis zu der Abzweigung zum Schauenstein. Außerdem hätte man
den Felsen ja auch sehen müssen.
Die meisten waren wohl ins Gespräch vertieft oder hatten mehr auf den etwas
matschigen Weg geachtet und sind gelaufen und gelaufen. Auch unser Wanderführer,-
welcher manchmal auch hinten war -, ist der Gruppe vertrauensvoll gefolgt. Nach
einiger Zeit wurden die Ersten unruhig. Wir hätten doch schon längst
da sein müssen ? Großer Kriegsrat, Diskussion: weiter über das
kleine Prebischtor oder zurück ? Die Mehrheit wollte zurück. Wir haben
dann die Abzweigung aber doch gefunden und uns dann gefragt, warum alle 34 Wanderer
diese übersehen konnten.
War das der berühmte Herdentrieb ? Mit der Kletterei über mehrere
Leitern und durch schmale Felsnischen hoch auf die Felsen wurden wir dann mit
einem phantastischen Blick belohnt.
Der Weg zurück führte uns zunächst eben, aber dann über
einen steilen Abstieg in die Ferdinand - Klamm zurück nach Dittersbach,
um hier in einem Gartenlokal unseren Durst zu löschen.
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Wilde Klamm
Foto:Alfred Buckendahl |
Sa. 20.06.03 Mit dem Boot durch die romantische “ Edmund - Klamm ”.
Von einem uns bereits bekannten Parkplatz in Mezni Louka ging es zunächst
bergab durch die
“ Wilde Klamm” um nach einigen Kilometern an eine Anlegestelle zu
kommen. Von hier aus haben uns dann einige Boote zu unserem nächsten Startpunkt
gebracht, um dann auf Schusters Rappen zur nächsten Bootsanlegestelle in
die Edmunds - Klamm zu wandern. Wieder ging es mit dem Boot an hohen Felstürmen
aus Sandstein entlang. Mit etwas Phantasie konnte man in diesen Fels-formationen
alle möglichen Tierarten erkennen, vom Frosch über den Gorilla bis
zum Elefanten. Danach ging es mit dem PKW zu dem sehr schön gelegenen Ausflugslokal
“ Belvedere ”. Hoch über der Elbe hat man von hier einen phantastischen
Blick. Auf dem Rückweg haben wir eine in einen großen Sandsteinfelsen
gehauene Kirche besichtigt. Ein imposantes Bauwerk, da immerhin in diesem Kirchlein
noch ca. 30 Personen Platz finden.
Alle, welche bis jetzt noch nicht genug vom Wandern hatten oder sonst noch überschüssige Kräfte abbauen wollten, konnten an diesem letzten Abend im Hotel noch das Tanzbein schwingen.
Am Sonntag hieß es für uns alle, Abschied zu nehmen von der Böhmischen
Schweiz und den uns nicht mehr so ganz unbekannten böhmischen Dörfern,
von denen wir ja etliche auf unseren Wanderungen kennen gelernt hatten. Auffallend
die schön gepflegten Grundstücke mit vielen Fachwerkhäusern und
den für diese Gegend typischen “ Umgebindehäusern ”.
Ein herzliches Dankeschön an unseren Wanderführer Dieter Hemme, der
hoffentlich auch mit uns zufrieden war, da wir fast alles mitgemacht haben,
was er von uns verlangt hat.
Gundula u. Stephan Blechinger