Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2003/4
Familiengruppe

Kinder und Familienklettern

Klettern
Klettern
Foto: Ralf Hartzsch

Familie Wehrmann wollte uns eigentlich schon im letzten Jahr zum Klettern nach Schierke im rauhen Oberharz führen. Weil der Wetterbericht aber ziemlich niedrige Temperaturen ankündigte, hatten wir damals kurzfristig umdisponiert. Als wir uns dieses Jahr Ende August am Parkplatz Stern in Schierke trafen, war die lange Schönwetterperiode leider auch gerade vorbei. So nutzten wir den Fußmarsch zu den Schnarcherklippen zum Aufwärmen. Die Felsen waren aber trocken und jetzt zeigte sich auch die Sonne. Während die Erwachsenen an den südlichen Klippen eine Route einrichteten, begannen die Kinder in einer Felsnische mit dem Bau einer „Bude“ aus Zweigen. Trotz freier Felsen hielt sich der Andrang beim Klettern in Grenzen, zwei Mütter (die sonst aber immer zuverlässig und gutgelaunt mitkommen) zogen sich sogar in den Ort zu einer „Auszeit“ bei Kaffee und Kuchen zurück. Aber das ist das Schöne an der Familiengruppe, hier kann eigentlich jeder etwas nach seinem /ihrem Geschmack finden. Als dann auf dem künstlichen Steig die nördliche Schnarcherklippe bestiegen wurde, waren alle Kinder wieder mit Begeisterung dabei. Anschließend zeigten Ines und Dieter uns noch den Kleinen Feuerstein und die Vogelherdklippe. Auch sie sind, obwohl im Nationalpark gelegen, zum Klettern freigegeben. Gerade als wir auf dem Schierker Bahnhof einen Zug der Harzquerbahn auf seinem Weg zum Brocken entdeckten, begann es stärker zu regnen. Der Klügere gibt nach, so beendeten wir den Klettertag und zogen uns nach Bad Harzburg zu einer abschließenden Kaffeepause zurück. Hier saßen wir auch draußen, aber unter Dach und konnten so die nächsten Regengüsse in Ruhe über uns ergehen lassen.

Ende September führte uns Familie Hartzsch zum zweiten Kinder- und Familienklettern in das östliche Harzvorland. Bei ähnlichen Wetterverhältnissen gingen wir die kurze Strecke vom Ortsrand der Gemeinde Westerhausen zur Kamelfelsengruppe. Sie liegt wie eine Felsbastion über dem Ort, und sie besteht aus wunderbar griffigem Sandstein. Die Kinder ließen sich davon aber nicht beeindrucken und schleppten gleich wieder Zweige vor einer Felsnische zusammen. Die Herren der Schöpfung aber kosteten die ungewohnte Felsstruktur voll aus und versuchten (erfolgreich) verschiedene Routen. Erst kurz bevor auch hier der Regen das Ende des Klettertages herbeiführte, „entdeckten“ die Kinder die vielfältigen Klettermöglichkeiten. Aber sie suchten sich dabei ihre eigenen Wege, bezogen die Felsen in ihr Spiel mit ein. Nach einem letzten Blick auf die imposante Kulisse fuhren wir zum nahegelegenen „Helsunger Krug“, wo wir bei Kaffee und Kuchen den Klettertag beschlossen.

Vielen Dank Familie Wehrmann und Familie Hartzsch, die uns zwei Klettergebiete im östlichen Harz in Theorie und Praxis nähergebracht haben.

Michael Krech

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.21. Oktober 2003