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Baksantal mit Elbrus-West(li)
und Ostgipfel. Im Vordergrund: Hotelanlagen von Cheget, dahinter Terskol
Foto: Götz Meier |
Besonders gereizt hat Götz Meier die Besteigung des höchsten Berges Europas, weil er schon auf Bergen anderer Kontinente war, so dem Kilimandscharo in Afrika und dem Chimborazo in Equador. Der DAV-Summit-Club bot im August eine 14-tägige Reise an, und Meier nahm das Unternehmen Elbrus mit sieben Gleichgesinnten in Angriff.
Im landschaftlich wunderschönen Baksantal machte die Gruppe sechs Tage
in Cheget bei Terskol am Fuße des Elbrus auf 2050 m Höhe Station.
Es galt, sich zu akklimatisieren, den Körper auf die Höhe einzustellen
und die Muskulatur zu stärken. Und so unternahmen sie Tagestouren vom
Hotel aus in die umliegenden Berge bis auf Höhen von 4.100 m.
Die Unterkunft im Hotel einer russischen Familie war einfach eingerichtet,
aber sauber. Die Verpflegung bot einen abwechslungsreichen, schmackhaften Speisenplan.
Götz Meier erzählte über die Tagestouren: „Begeistert
haben mich die wunderschönen Blumen in der Berglandschaft. Es wird nur
eine geringe Almwirtschaft betrieben, da bleiben die Blumen natürlich
stehen. Und der Charakter der Berge ist beeindruckend. Fast alle sind um die
4000 m und höher. Steil und vergletschert, ein faszinierendes Panorama.
Kaum Wege, keine Hütten wie wir sie aus den Alpen kennen. Man musste sich
den Weg suchen.“
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Botchki-Basislager
Foto: Götz Meier |
Entsetzt war Meier über die Verwahrlosung von Gebäuden. „Es standen dort Bauruinen, ausgeschlachtete Häuser und überall lag Unrat und Schrott. Ja, auch die Seilbahnen und Liftanlagen machten einen ungepflegten Eindruck.“ Das Elbrus-Gebiet werde von den Einheimischen als Wintersport- und Bergsportgebiet genutzt. Überrascht war der Wolfsburger über die gut gekleideten jungen Leute, und fast jeder hatte ein Handy. „Das Handy gehört bei den jungen Leuten zum Statussymbol“, gab Meier die Worte der russischen Bergführerin Ljuba Nikolaeva wieder.
Am siebten Tag begann der schwierigste Teil des Abenteuers.
Zunächst fuhr die Gruppe mit den Bergbahnen zum Basislager, den Botchki-Hütten
auf 3800 m Höhe. „Die sahen aus wie riesige Öltanks“,
lachte Meier. Acht Personen passten in eine Einheit und dazu kam ein separater
Küchen-Container für die Verpflegung. „Es war sehr einfach,
primitiv, aber für unseren Zweck ausreichend. Wir wollten ja nicht Wochen
hier verbringen.“
Zwei Tagestouren führten bis auf 4.700 m, um die Höhenanpassung weiter
zu verbessern. Die Gruppe bestand aus sieben Männern und einer Frau, die
alle bereits Erfahrungen mit Bergen über 6000 Metern hatten.
Der Wolfsburger berichtete vom Aufstieg: „Um 3 Uhr frühstückten
wir und um 4 Uhr ging es los mit Stirnlampe, Stöcken und Steigeisen. 800
Meter höher brachte uns die Pistenraupe bis zu den Pastukhov Felsen auf
4690 Meter. Es war eine sternklare Nacht, der Wind pfiff kalt mit starken Böen.
Der Schnee stiebte heftig um uns herum und erschwerte zusätzlich das Atmen
und den Anstieg durch den Schnee. Mäßig steil, aber sehr lang war
zunächst der Aufstieg. Am Sattel angekommen, legten wir sicherheitshalber
die Gurte an und ein Stock wurde durch den Eispickel ersetzt.
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Auf dem Elbrus, 5642m
Foto: Götz Meier |
Ab dem Sattel auf 5416 m mussten wir eine sehr steile Eisplatte bewältigen.
Das Ziel war zum Greifen nah, als ich den Aufschwung geschafft hatte. Aber
der Weg bis zum Gipfel zog und zog sich hin, Schritt für Schritt, und
zerrte an meiner Kondition.“ Gegen 12 Uhr Mittag stand Götz Meier
mit seinen Bergkameraden auf dem Gipfel. „Ich war glücklich und
erleichtert, den schweren Anstieg geschafft zu haben. Das Atmen in dieser Höhe
war ganz schön beschwerlich. Aber es hielt mich nichts davon ab, meine
Wolfsburg-Fahne aus dem Rucksack zu holen und sie auf dem Elbrus flattern zu
lassen. Die wehte auch schon auf dem Chimborazo.“
Der Sturm fegte über den Gipfel
und Meier befestigte seine Handschuhe und den Rucksack sicher am Eispickel,
damit nichts davon fliegen konnte. Als er seinen Fotoapparat aus der Rucksackdeckeltasche
herausholen wollte, holte der Wind mit einem stürmischen Wisch die Taschentücher
raus und trug sie fort. Einem Kameraden, dem der Wind die Gletscherbrille weggerissen
hatte, half Meier mit seiner Ersatzbrille aus.
„Das Panorama dort oben war fantastisch, wir hatten eine herrlich klare
Sicht“, schwärmte Meier. „Doch Kälte und Wind trieb uns
schnell zum Abstieg, und der betrug immerhin 1900 Meter bis zum Basislager. Das
erreichten wir um 15.30 Uhr und trafen auf spanische, amerikanische und japanische
Bergsteiger.“
Abschließend sagte der Bergsteiger: „Die Gefahr des Elbrus liegt
in der großen Auf- und Abstiegshöhe. Die zehrt an den Kräften
und der Kondition. Und dann sind da noch die Orientierungsprobleme bei Wetterumschwung,
wenn Nebel und Schnee auftreten. Jährlich werden einige Tote am Gipfel
beklagt.“
gum