Donnerstag, den 8. 6. 2006, fahren 12 Mitglieder der Hochtourengruppe nach Wiesenthau-Schlaifhausen. Wer kennt die Orte in der Nähe von Forchheim und Bamberg? Treffpunkt war Gasthof-Pension Schüpferling. Im Laufe des Nachmittags treffen alle Teilnehmer ein. Die erste Begrüßung ist im Biergarten zum Kaffeetrinken. Das Wetter hat die ganze Zeit so mitgespielt, dass wir auch jeden Tag draußen zu Abend essen konnten. Die Quartiere für uns und die 8 Kletterer, die einen Tag später kamen, waren im selben Ort, nur 150 m von uns entfernt. Die Quartiere hatte nach viel Kleinarbeit Klaus Steube besorgt - dafür sei ihm gedankt.
![]() |
Auf dem Walberla
Foto: Horst Rose |
Freitag war der erste Wandertag. Er brachte gleich ein paar interessante Sehenswürdigkeiten. Bei der Wanderung durch Feld und Wald, vorbei an einem Wasserfall, kamen wir zur Kapelle St. Moritz.. Im 14. bis 17. Jahrhundert war es eine Einsiedelei. Die kleine Kapelle steht inmitten eines Friedhofes, der sehr gepflegt ist.Auf einigen Grabstellen standen Grableuchten mit kleinen Wasserbecken. Bei unserem Weiterweg stossen wir auf eine Gruppe Arbeiter, die knieend auf der Erde hocken und graben. Es ist ein Gräberfeld aus der Hallstattzeit. Eine Archäologin erklärt uns die Funde. Sie zeigt uns auch einige Fundstücke. Drei Schalen, einen Armreif aus Kupfer und eine Gürtelschnalle, alles in einem gut erhaltenen Zustand. Im weiteren Verlauf der Wanderung kamen wir nach Pretzfeld. Hier steht die schönste Pfarrkirche in der Fränkischen Schweiz. Ein Rokokobau, das Werk eines einheimischen Künstlers aus Ebermannstadt. Der Tag ist noch nicht zu Ende. Wir kommen nach Ehrenburg und gehen auf den Walpurgisberg (besser bekannt als das Walberla) zu einer Kapelle aus dem 17. Jahrhundert. An jedem 1. Sonntag im Mai findet dort eine Bergkirchweih (Wallfahrt) statt. Das ist das älteste deutsche Frühlingsfest.
20 km bei 28 Grad im Schatten ist für den ersten Wandertag eine gute Leistung. Der Durst war auch gewaltig!
Der folgende Tag führte uns in ein Tal für Sportangler und Kajakfahrer. Forellen gab es genug, nur nicht für uns. Auf der einen Talseite gab es riesige Felswände und Höhlen, die wir leider nicht besichtigen konnten, weil uns die Stirnlampen fehlten.
Am Sonntag ging es nach Pottenstein zur Teufelshöhle, von dort ins Püttlachtal. Dort gab es eine Sommerrodelbahn, die sehr gut besucht war. Die Burg Pottenstein steht auf einem hohen Felsen über dem Zusammenfluß von Weihersbach und Püttlach. Sie wurde zwischen 918 und 939 erbaut und war Zufluchtsort der Heiligen Elisabeth (1228 – 1229).
Die Teufelshöhle wurde 1922 entdeckt. Dort gibt es Massenfunde von vorzeitlichen Tierresten. An den Kletterfelsen im Püttlachtal haben sich unsere Kletterer vergnügt, was bei der Hitze sicherlich die reine Freude war. Am Abend gab es für die Gruppe im Biergarten ein gemeinsames Abendessen, "Schäuferla", eine fränkische Spezialität. Es war ein unterhaltsamer und langer Abend.
Am Montag wanderten wir von Schlaifhausen nach Gosberg. Auf einem Feldweg versuchten wir den Trubach zu überschreiten, was aber scheiterte, weil keiner baden gehen wollte. Auf einer wenig befahrenen Straße erreichten wir zur Mittagszeit Effeltrich, wo wir im Gasthof zur Linde kurze Rast machten. Sehenswürdigkeit in Effeltrich ist eine 900jährige Tanzlinde mit einem Kronendurchmesser von 45 Metern, ebenfalls eine alte Kirchenburg (Wehrkirche 15. Jahrhundert) und schöne Fachwerkhäuser. Der Rückweg hatte noch eine Überraschung für uns. In Dobenreuth befindet sich ein Segelflugplatz. Dort konnten wir eine Erfrischung zu uns nehmen. Ich sprach mit einem Fluglehrer und erfuhr, dass auch Gastflüge möglich waren. Da ich in meiner Jugend Segelflieger war, bot sich mir hier die Gelegenheit nach 62 Jahren noch einmal in so einer Kiste zu sitzen. Nach kurzem Gespräch mit den Verantwortlichen konnte Helmut Meineke einen Flugzeugschlepp und ich einen Windenstart machen. Jeder von uns war etwa eine halbe Stunde in der Luft. Meine Höhe betrug etwa 1200 Meter. Nach der Landung wurden wir beide als „Star der Lüfte“ begrüßt. Diese Einlage war ein Höhepunkt, auch für die, die nicht geflogen sind. Am Abend trafen wir uns zu einer Grillparty bei den Kletterern. Würstchen, Salate, Getränke, für alles war gesorgt. Es hat Allen prima geschmeckt, wofür wir uns noch herzlich bedanken möchten. Solche Gelegenheiten, wo Jung und Alt zusammenkommen, sollten sich viel öfter wiederholen.
Der Dienstag, letzter Wandertag, hat uns noch einmal richtig geschlaucht, dank der großen Hitze. Von Reuth, einem Vorort von Forchheim, ging es zur Rettener Kanzel und weiter über Steinberg zur Vexierkapelle. Die Vexierkapelle St. Nikolaus hat ihren Namen daher, weil sie sich dem Wanderer aus unterschiedlichen Richtungen immer anders darstellt. Sie wurde auf den Resten einer Burg der Herren von Reifenberg im 17. Jahrhundert erbaut. Weiter ging es durch Weilersbach bis zur Wallfahrskapelle St. Anna. Über den Auerberg (363 m ging es zurück nach Reuth. Auf dem Rückweg gab es von mir für jeden noch ein Eis. Die Erfrischung ist gut angekommen.
Zuletzt möchte ich noch alle Teilnehmer nennen:
Heidelore und Manfred Freyer, Lisel und Jürgen Koziol, Edith und Horst Rose, Ute und Acki Schröder, Helmut Meineke, Horst Sommer, Frobald Wüstner, Erich Schneider.
Horst Rose gilt unser besonderer Dank für seine Mühe. Er hat uns durch ein Stück Fränkische Schweiz geführt. Vielleicht hat Horst für das nächste Jahr eine ähnlich gute Idee - und wenn da auch die Kletterer genug Felsen hätten, ware das natürlich super.
Am Mittwoch ging es dann wieder Richtung Heimat. Es waren ein paar schöne Tage
Erich Schneider