Am 20.Mai 2006 trafen sich Karin Gregan und Bruder Gerhard, Anke Viehl (Sektion Dessau), Ute Rabenstein, Peter Bornhorn, Heike Brown und ich in Altenau zu einer Zweitagestour durch den Südharz mit dem groben Streckenverlauf Altenau - Bad Lauterberg und zurück. Ziel des ersten Tages und Ausgangspunkt der Wanderung des zweiten Tages war hierbei die Weinberghütte oberhalb von Bad Lauterberg.
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Foto: Jens Köhler |
Nach dem Startschuss um 08:00 Uhr ging es direkt an der katholischen Kirche vorbei in Richtung Großer Gerlachsbach. Zunächst ging es auf schattigen Waldwegen in Richtung Dammhaus, immer in gemütlichem Auf und Ab. Am Dammhaus überquerten wir die Harzhochstraße in Richtung Kamschlacken, anschließend die Große Söse und gelangten nun zum längsten Anstieg des heutigen Tages, der uns auf den Acker führen sollte. Unterwegs machten wir am Eleonorenblick Frühstückspause. Wir hatten hier schon einiges an Höhe gewonnen und konnten eine tolle Aussicht auf Riefensbeek-Kamschlacken und den Sösestausee genießen.
Oben angelangt, rasteten wir kurz an der Hanskühnenburgklippe. Dann ging es die letzten 300 Meter weiter zur Baude. Während wir drinnen saßen und sinnierten, ob und wie wir ein Gruppenfoto vor dem kleinen Felsen machen wollten, wurde Petrus dieses Gespräch wohl zu dumm und er entschloss sich, durch den ersten Regenschauer des Tages den Sinn unseres Gespräches ad absurdum zu führen.
Nun ging es weiter in Richtung Siebertal. Hierzu stiegen wir den sehr steilen Weg in das Goldenkental hinab. Hier freuten wir uns, mal wieder Zivilisation zu Gesicht zu kriegen und bestaunten die vielen hübschen Häuser. Nachdem wir den Ort samt Kurpark durchwandert hatten, trafen wir auf Frobald Wüstner, der sich uns anschloss. Wir verließen das Siebertal in Richtung Großer Knollen. Es folgte ein landschaftlich beeindruckender, aber steiler Aufstieg zu einer Schutzhütte in 550m Höhe. Schon zehn Minuten vor deren Erreichen hörten wir Gegröhle und Gejodel von oben, und als wir den schmalen Pfad verließen und den Forstweg betraten, fanden wir den Grund hierfür vor: Tobi und seine Kumpels aus Itzehoe!
Des Rätsels Lösung war, dass Tobi mit seinen Freunden hier oben mitsamt Bollerwagen unterwegs war, um seinen Junggesellenabschied zu feiern (und zu begießen), und die ganze Mannschaft war hocherfreut, uns zu treffen und ermunterte uns, den einen oder anderen Schnaps mit dem Eheanwärter zu leeren. Nach diesem Intermezzo ging es weiter zum Großen Knollen. Das Wetter war immer noch recht durchwachsen, so dass wir es vorzogen, in die Baude zu gehen.
Während wir drinnen rasteten, zog es sich draußen noch mehr zu, und nachdem der Regen verschwunden war, blockierte Nebel die Fernsicht, die wir eigentlich nach 24 km verdient hatten.
Jetzt folgte der Endspurt nach Bad Lauterberg. Über einen sehr schönen Hangweg, der viele Ausblicke auf den nebelschwadendurchzogenen Buchenwald gewährte, ging es hinab zum Knollenkreuz.
Letztlich waren alle sehr froh, als wir endlich die Hütte erreicht hatten, und die letzten Treppenstufen herauf zur Hütte waren der Schlussstrich für eine sehr schöne, aber auch lange und anstrengende Tageswanderung. Ronald Scheffler war bereits eingetroffen. Er war mit dem Fahrrad direkt aus Braunschweig angereist. Doch auch Petrus hielt noch eine Überraschung parat, denn kurz nach unserer Ankunft fing es draußen an, schwer zu stürmen. Es fiel einiges an Regen, und die Bäume vor der Hütte wurden ordentlich durchgeschüttelt. Nachdem das Gewitter durchgezogen war, folgte als Ausklang ein gemütlicher Hüttenabend mit Grillen und Kaminfeuer. Zwischendurch kam auch noch Rainer Nitsche mit dem Fahrrad an. Er ist mit dem Rad in Altenau aufgebrochen.
Die ganze Nacht lang hatte es teilweise stark geregnet, sie war für die Wanderer gegen 07:00 Uhr vorbei. Eine Stunde später konnten wir auch Frank und Undine Roscher begrüßen, die erst heute anreisen konnten und uns zum Frühstück Brötchen mitgebracht haben.
Gegen 09:30 Uhr waren wir komplett abmarschbereit, und nun hieß es zunächst Abschied nehmen von Ronald, der mit dem Fahrrad wieder zurück nach Braunschweig wollte. Gemeinerweise ging es ohne große Vorwarnung nach Verlassen der Hütte sofort steil hinauf zum Bismarck-Turm. Oben angekommen, konnten wir einen hervorragenden Ausblick auf Bad Lauterberg und das angrenzende Thüringen mit Eichsfeld und Ohmgebirge erhaschen. Nach dem kurzen Abstieg vom Kummel-Berg fiel uns auf, dass Heike und Rainer fehlten. Sie hatten eine scharfe Kurve aufgrund eines botanischen Fachgesprächs verpasst und waren uns so abhanden gekommen. Nach einer kleinen Suchaktion konnte unsere nun 11-köpfige Wandergruppe - Undine, Frank und Rainer waren jetzt mit dabei - die Tour fortsetzen. Über einsame Waldwege, Schneisen und Jägersteige gelangten wir über den Großen Koboltstaler Kopf zur Autostraße zwischen Sieber und St.Andreasberg. Zwischendurch trennten wir uns von Frobald, der zurück zu seinem Auto in Sieber musste.
Weiter ging es über den Sieberberg nach St.Andreasberg, wo wir auch Mittagspause machten. Wir passierten die Freibierquelle, die uns alle durch die überaus originelle Quellfassung beeindruckte, leider aber Abzüge in der B-Note erhielt, da sie weder Freibier noch überhaupt vernünftige Mengen an Quellwasser abgab!
Schöner jedoch war der Ausblick auf den Bergwiesen der Jordanshöhe, die wir anschließend erklommen, bevor wir zum Sonnenberger Graben kamen. Weiter ging es in Richtung Oderteich über den Rehberg. Nach Erreichen des Skikreuzes wurde uns klar, wieviel Niederschlag in der Nacht im Hochharz gefallen war. Der Weg in über 800 Metern Höhe glich eher einem breiten Bachbett als einem bequemen Waldweg. Hier hatten sich gerade abgeschlossene Schneeschmelze und die Regenmengen der Nacht zu einer sehr langen Pfütze zusammengetan! In Richtung Oderteich fanden wir sogar noch einen klitzekleinen Haufen Schnee vor. Der Abstieg zum Rehberger Graben fing jetzt an, an den Kräften vieler Teilnehmer zu zehren, denn der Weg erforderte bei nassen Steinen und moosigen Stellen vollste Konzentration. Erst bei Erreichen des Grabens wurde es wieder angenehmer.
Als wir den Oderteich erreichten, zeigte sich Petrus von seiner freundlichsten Seite, und schickte ein paar Sonnenstrahlen zu uns herab, und wir konnten die eindrucksvolle Hochmoorlandschaft am Oderteich bei guter Beleuchtung bewundern. Über Märchenweg und Sonnenkappe gelangten wir jetzt zum Clausthaler Flutgraben, und der Sonnenschein ging in Niederschlag über. Der Regen war aber, wie auch am Vortage bereits, nicht so sehr schlimm, sondern teilweise sogar erfrischend. An der Steilen Wand angekommen, gab es noch eine kleine Trinkpause, ehe der finale Abstieg nach Altenau folgte. Die meisten wollten jetzt nur noch zurück zum Auto, weshalb auch die Wolfswarte ausfiel. Zum Schluss musste nur noch der Glockenberg erklommen und überquert werden, und endlich waren wir zurück bei den Autos.
Bei allen Teilnehmern dieser Wanderung möchte ich mich bedanken, es war ein wirklich tolles Wochenende!!
Jens Köhler