Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2006/4

Der Brocken ruft

Wieder einmal ging es auf den höchsten Berg des Harzes. Aber es war ein besonderer Anlaß. Michael Tlusty hatte die Idee und gemeinsam mit dem Extremsportler Joachim Franz wurde das Projekt "ein 10-maliger Brockenlauf innerhalb von 24 Stunden organisiert." Wie bei allen Unternehmungen von Joachim Franz geht es dabei immer um die Problematik der Krankheit Aids.

So trafen sich über 100 Interessierte am Freitag, 21. April 2006, im Waldhotel in Ilsenburg, das als Standquartier ausgewählt wurde. Um das Projektziel zu erreichen, starteten alle 2 Stunden 24 Minuten eine Gruppe, um die 760 Höhenmeter auf- und natürlich abwärts zu bewältigen. Die Laufzeiten waren je nach Leistungsstand unterschiedlich, aber alle schafften das gesteckte Ziel. Doch nicht nur einmal, einige gingen sogar ein zweites oder gar drittes Mal auf den Weg. Die absolute Höchstleistung schaffte mein Zimmernachbar, Günter Böhnke, der fünfmal den Brocken rauf und runter lief. Verständlich, dass ich ihn nicht oft sah, denn bei so einem Programm hatte er nur kurze Ausruhpausen, was natürlich auch bedeutet, dass er nur sehr kurze Schlafpausen in der Nacht machen konnte.

Als ältestem Teilnehmer wurde mir freundlicherweise die Startzeit 7.24 Uhr am Samstagmorgen zugewiesen. Und erfreut startete ich in meiner Gruppe bei passablem Wetter, denn die Läufer aus der Nacht berichteten von Regen und Schnee auf dem höchsten Harzberg. Aber wir hatten uns zu früh gefreut, denn der Brocken bot uns während dieser 24-stündigen Veranstaltung sein ganzes Wetterspektrum mit Schnee, Hagel, Regen und Nebel - aber auch Sonne und gute Fernsicht. Uns erfreute er beim Bergauflaufen mit einem netten Regenschauer, so dass wir nicht nur von innen sondern auch von außen so richtig durchnässt wurden. Auch die Strecke hatte es in sich. Ein Läufer, der seine erste Runde in der Nacht gelaufen war, machte sich am nächsten Vormittag nochmals auf. Wieder am Ziel stöhnte er nur: "Wenn ich in der Nacht gesehen hätte, wie schwierig die Passage auf dem Kolonnenweg ist, wäre ich wohl nicht ein zweites Mal gelaufen". Aber zufrieden wirkte er doch.

Insgesamt wurde der Brocken während dieses 24-stündigen Projektes 142mal bezwungen und dabei eine Strecke von rund 3000 km zurückgelegt. Joachim Franz hofft nun, möglichst viele dieser "Kilometer" verkaufen zu können (10 Euro für 1 Kilometer), um so Spenden für seine Aids-Projekte in verschiedenen Ländern zu sammeln.

Klaus Tlusty

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.4. November 2006