Wie im letzten Mitteilungsblatt schon angekündigt, möchte ich mit diesem Beitrag meinen, im letzten Heft begonnenen Bericht vom Arbeitseinsatz 2006 auf der Braunschweiger Hütte fertigstellen.
Dieser zweite Teil beschäftigt sich nicht mehr mit dem was wir schon erledigt haben, sondern mit notwendigen, noch ausstehenden Arbeiten in unserer Hütte bzw. mit Arbeiten in unserem Arbeitsgebiet, d.h. im Umfeld der Hütte. Neben dem umfassenden Bericht über den Arbeitseinsatz habe ich einige persönliche Anmerkungen gemacht. Meine Erwartungen hierauf, also auf Reaktionen von Ihnen liebe Mitglieder, waren wohl ein wenig hoch.
Aber dass ich nur eine einzige Rückmeldung erhalten habe ist doch ein wenig enttäuschend für mich. War der Bericht zu lang oder gar uninteressant oder interessieren Sie die Angelegenheiten unserer Hütte nicht so sehr?
Nach dieser kurzen und nachdenklichen Einleitung möchte ich nun aber auf die Notwendigkeit der weiteren Arbeiten zu sprechen kommen.
Nicht alle Arbeiten, die Sie in der nachstehenden Aufzählung ersehen, müssen sofort erledigt werden. Im Vorstand haben wir ausführlich darüber beraten und werden gezielt die Arbeiten angehen, die entweder aufgrund behördlicher Vorgaben oder aufgrund der baulichen Notwendigkeit anstehen. Im Übrigen soll die Auflistung der anstehenden Arbeiten Sie umfassend über notwendige Maßnahmen in Kenntnis setzen, wenngleich nicht alle Arbeiten in 2007 durchgeführt werden müssen.
Vorschau auf die Behebung baulicher Schäden und weitergehender Arbeiten
Der verpflichtende Bau einer Abwasserreinigungsanlage ist aufgrund besonderer Umstände in 2006 zurückgestellt und wird nun in 2007 voraussichtlich umgesetzt werden müssen. Wegen der nach wie vor unklaren Sachlage und Komplexität soll an dieser Stelle nicht ins Detail gegangen werden. Zur Wahrung vorgegebener Fristen haben wir aber noch in 2006 einen entsprechenden Antrag beim DAV-Hauptverein zur finanziellen Unterstützung gestellt.
Des Weiteren stehen Maßnahmen an, die aus der Bestellung eines Sicherheitskonzeptes für unsere Hütte resultieren. Ein formloses Gesuch auf finanzielle Unterstützung an den DAV-Hauptverein wurde bereits im Juni 2006 erstellt und formgerecht nochmals im Dezember 2006 nachgereicht. Auslöser war die Begehung unserer Hütte durch den DAV- Abteilungsleiter Hütten und Wege, Herrn Peter Weber. Hierbei zeigte sich dringlicher Nachholbedarf vor allem bei; neuen Fluchtleitern, Brandabschnittstüren, einer Feuermeldeanlage sowie der Neugestaltung des derzeitigen Flur/- und Thekenbereiches da derzeit diverse Fässer für den Getränkeausschank im Flur stehen und bei einer Notfallsituation die Flucht aus dem Haus beeinträchtigen könnten.
Die Entsorgung nicht mehr benötigter technischer Ausrüstung der ehemaligen Brunnenschächte der damaligen Wasserversorgung haben wir in 2006 schon begonnen, dieser Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen. Die Entsorgung der alten Quellspeicher, alle oberflächlichen und offen verlaufenden Zuleitungsrohre sowie die Kennzeichnung „Quellfassungsgebiet“ ist ebenfalls zurück zu bauen. Mit Bescheid vom 1.08.2006 durch die Bezirks-Hauptmannschaft Imst ist ein Teilerlöschen für den Betrieb dieser Altanlage ergangen.
Der Rückbau der Brunnenschächte selber kann aber nicht in Eigenleistung erbracht werden. Mit dem Ing.-Büro Gstrein haben wir abgestimmt, dass der Rückbau in Verbindung mit dem Bau der Abwasserreinigungsanlage durchgeführt werden soll. Sollte aber der Bau der Abwasserreinigungsanlage, aus welchen Gründen auch immer, nicht im Frühjahr 2007 gestartet werden, muss der Rückbau als eigenständige Aktion dann spätestens in 2008 angegangen werden.
Risse in den Wänden der Hütte, ob durch Setzen der Fundamente wegen des Rückganges des Permafrostes oder auf normale Bergbewegung zurückzuführen, müssen vorerst weiter beobachtet werden und in den nächsten Jahren voraussichtlich behoben werden. Diese Arbeiten sind nicht durch Laien zu bewältigen, also nicht durch einen Arbeitseinsatz. Dazu sind besondere bautechnische Verfahren nötig.
Das Winterklo, ein aus Naturstein gemauerter Unterbau, dem ein Aufsatz aus einer Holzkonstruktion aufgesetzt wurde und der dann mit der Hütte verbunden wurde, ist deutlich in die Jahre gekommen. An einigen Stellen, der Verbindung zwischen dem Anbau und der Hütte, sind bis zu
5 cm breite Risse entstanden. Der Zementputz, der auf die Holzverschalung aufgebracht wurde, bröckelt ab. Hier muss eine Grundsanierung her. Gleiches gilt für das Dach.
Was aber besonders zum Himmel stinkt – und das im wahrsten Sinne – sind die Hinterlassenschaften der Besucher des Winterklo’s. Es ist anzunehmen, dass diese Hinterlassenschaft wohl noch nie entfernt wurde. Sicher ein nicht gerade angenehmer Gedanke wenn man an die erforderliche Entsorgung denkt. Trotz allem, hier muss schnellstens, den hygienischen Vorstellungen unserer Zeit gemäß, Abhilfe geschaffen werden.
Der Bergkamerad Holger Schaab hat sich schon bereit erklärt, an diesem Entsorgungsvorgang aktiv teilzunehmen.
Die menschliche Entleerungsprozedur kann auf Dauer jedoch so nicht weiter aufrechterhalten bleiben. Eine Klärung mit dem DAV-Hauptverein über heute zu verwendende Winterklo’s – z. B. Chemietoilette – wird eingeleitet und muss in 2007 angegangen werden.
Der Trockenraum ist von der baulichen Substanz, von der Ansehnlichkeit und der Funktion selber in einem schlechten Zustand. Abgebröckelter Putz und Schimmelstellen, ein Wirrwarr aus Stangen und Schnüren, wild verlegte elektrische Leitungen und ein viel zu kleines Entlüftungsloch macht nicht gerade Ehre für diesen Teil unserer Hütte. Bergführer haben sich diesbezüglich geäußert. Auch hier ist Abhilfe in 2007 angesagt.
Die Wasserversorgung über die vor ein paar Jahren neu gefasste Quelle ist zwar qualitativ ausgezeichnet und ergiebig aber doch nicht frei von Sorgen. Grund ist anscheinend die mangelhafte Verlegung des Zuleitungsrohres zur Hütte, welches aufgrund der Oberflächenstruktur des Berges so genannte Säcke in der Wasserleitung bildet, in denen das Wasser dann im Winter einfriert. Erst nach einer größeren Zeitspanne nach Ende der Frostperiode taut die Leitung auf. Auch durch Ausblasen der Zuleitung mit Druckluft konnte das Problem nicht behoben werden. Dies ist aber nicht der alleinige Grund dafür, dass erst Mitte Juli gutes Wasser aus der Quelle an der Hütte ankommt. Auch die Quellfassung selber friert an der Austrittsstelle ein. Abhilfe soll laut der Fa. Gstrein – unserem Ingenieur-Büro vor Ort - ein neues, in den Berg getriebenes und in der gesamten Länge beheizbares Zuleitungsrohr bringen.
Die Entsorgung unserer kompletten alten Heizungsanlage.
Allein der Heizkessel mit mehreren Metern in den Ausmaßen stellt uns vor schwierige Probleme. Hinzu kommen die alten Heizkörper im ganzen Haus.
Im Übrigen ist dieser Punkt keine vorrangige Aufgabe. Die Nennung soll nur Platzhalter sein und auf ein ungeklärtes Problem hinweisen.
Über eine optische Aufbesserung im Speisesaal kann ggf. kurzfristig entschieden werden.
Die Tischplatten der alten Tische wurden vor Jahren durch „moderne“ kunststoffbeschichtete Platten ersetzt. Leider hat sich diese Maßnahme als ungeeignet herausgestellt, da die Kunststoff-Beschichtung an den Rändern sich gelöst hat und nun hässliche Narben zeigt. Hier könnten neue Tischplatten aus Holz Abhilfe schaffen. Die schönen alten und massiven Untergestelle sollten aber erhalten bleiben.
Auch der Fußboden weist an vielen Stellen einen starken Abrieb der Schutz-Lackschicht auf. Der Boden selber ist aber in einem tadellosen Zustand. Auch die mehrfache Behandlung mit einem speziellen Bodenpflegemittel bringt keine Abhilfe mehr. Hier helfen nur ein Abschleifen und eine Neuversiegelung. Keine Arbeit für einen Arbeitseinsatz, sondern dies muss nach Saisonende einmal durch einen Fachbetrieb durchgeführt werden.
Weitere Schönheits-Reparaturen in dem gesamten Haus sind wünschenswert. Angefangen von der Beseitigung von starken Stockflecken im Zwischentrakt und im Eingangsbereich, deren Entstehung durch die beim Arbeitseinsatz durchgeführten Maßnahmen hoffentlich beseitigt sind, bis zur Erneuerung von abgeplatztem Putz im Obergeschoß sind nötig. Aber auch die weitere Entrümpelung des Holzkellers und anderer Stellen in der Hütte stehen an.
Weiterer Ausbau von Übernachtungsmöglichkeiten
Um die Eigenwirtschaftlichkeit der Hütte zu steigern, werden wir, wie alle Sektionen, vom Hauptverein gehalten, nach zusätzlichen Möglichkeiten zu suchen.
Die weitere Aufstockung der Schlafplatzkapazität wäre wegen des steigenden Übernachtungs-Bedarfs ein geeignetes Mittel. Mit der Aufstellung eines Schlafcontainers haben wir die Grenze einer sinnvollen Schlafplatz-Erweiterung vorerst erreicht. Allerdings reicht diese Erweiterung nicht aus den Stoßbetrieb an den Tagen Dienstag und Mittwoch, wenn die E5-Wanderer auf unserer Hütte eintreffen, komplett abzufedern. Dadurch gehen sowohl uns als auch unserer Hüttenwirtin Einnahmen verloren und bei vielen Wanderern kommt zusätzlich Unmut auf. Ohne die gleichzeitige Schaffung von zusätzlichen Sitzmöglichkeiten für die Bewirtung dieser zusätzlichen Übernachtungsgäste ist eine nochmalige Aufstockung derzeit nicht sinnvoll.
Trotzdem sind wir unter dem wirtschaftlichen Aspekt gehalten, über weitere Möglichkeiten zu befinden.
Ein erster Denkansatz könnte die Einbeziehung der Terrasse in die Abendbewirtung sein. Das heißt aber, die Terrasse so umzugestalten, dass die Gäste diese Möglichkeit dann auch akzeptieren.
An welcher Stelle dann weitere zusätzliche Schlafplätze geschaffen werden können, bleibt bei dieser Betrachtung erst einmal außen vor.
Auch diese Maßnahme ist nicht ad hoc zu entscheiden, sondern bietet Potential für eine zusätzliche Ergebnisverbesserung und beseitigt ein Ärgernis bei vielen abgewiesenen Übernachtungsgästen.
Für den Schulungsraum wird zunehmend von den Bergführern die Ausstattung mit einem Multimediasystem gewünscht um die Schulungsinhalte besser den Teilnehmern vermitteln zu können. Hierfür sind PC und Beamer erforderlich
Der Austausch des Gasherdes in der Küche sollte in 2006 schon erfolgen. Wegen Lieferschwierigkeiten konnte der Auftrag nicht ausgeführt werden, so dass der Austausch erst in diesem Jahr erfolgen kann.
Aufstellung neuer Wegeschilder.
In Abstimmung mit dem DAV-Hauptverein und dem Touristikverein Pitztal und basierend auf dem Konzept des Landes Tirol, wurden bereits im Verlauf des Jahres 2006 die Recherchen hierzu durchgeführt und die neuen Schilder bereits geliefert. Und zwar für das gesamte Pitztal bzw. für das Land Tirol.
Wir haben nun die Aufgabe die Aufstellung in unserem Arbeitsgebiet der Braunschweiger Hütte vorzunehmen. Hier suche ich bergsteigerisch und handwerklich gute Geher, die in der Lage sind Gerätschaft, Schilder und Befestigungsmaterial zu den Schilderstandorten zu tragen und den Austausch der alten gegen die neuen Schilder anzugehen.
Prädisteniert wären sicher Mitglieder der Hochtourengruppe aber nicht nur. Auch jeder normale Wanderer, der sich aufgrund dieser kurzen Beschreibung in der Lage fühlt die Sache anzugehen wird hiermit aufgerufen sich bitte zu melden.
Neben den Punkten 1, 2 und 3, die aufgrund behördlicher Auflagen angegangen werden müssen, wollen wir in Eigenleistung die Punkte 5, 6 und 10 angehen. Hierzu liebe Mitglieder suche ich, wie schon angekündigt, nochmals Freiwillige für einen erneuten Arbeitseinsatz wieder in der letzten Woche im September 2007.
Liebe Mitglieder, ich habe bereits in der letzten Ausgabe vermitteln wollen, dass die Hütte kein Selbtläufer ist, sondern nur durch eine laufende intensive Betreuung die Akzeptanz bei unseren Besuchern erreicht wird, die dann letztendlich ein wirtschaftlich positives Ergebnis für die Sektion erbringt. Dazu gehören aus meiner Sicht auch die Anteilnahme und die Unterstützung der Mitglieder der Sektion.
Leider hat mein Aufruf zu einem besonderen Engagement nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Daher noch einmal meine Bitte; Für Anregungen, ein Gespräch und ggf. für Lösungsansätze und auch für ein finanzielles Engagement wäre ich Ihnen und natürlich der gesamte Vorstand und die Mitglieder sehr sehr dankbar.
Helfen Sie mit, unsere, also auch Ihre Braunschweiger-Hütte, zu erhalten.
Ich danke Ihnen und verbleibe mit einem herzlichen Berg Heil Ihr
Sigbert Goebel, 1. Hüttenwart