Gruppenabend am 14. Juni 2007: Normalerweise sitzen wir gemütlich mit erfrischenden Getränken im Rüninger Sportheim und planen, berichten und klönen. Aber an diesem Donnerstag trafen wir uns im Hochseilgarten der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Nach einem kleinen Erkundungsrundgang mit unserem Fachübungsleiter Axel Hake schlüpften wir in die Gurte und die ersten Mutigen wagten sich auf die in luftiger Höhe gespannten Drahtseile.
![]() |
Peter und Olaf auf den beweglichen Seilen
Foto: Manfred Freyert |
An einer Station galt es drei an einem mittig mit einem Tau aufgehängte schwankende Bretter zu überqueren. An jedem Brett hingen ca. 10 Seile, die bis auf den Boden reichten. Mit diesen Seilen konnten die Bretter von vielen helfenden Händen in der Waagerechten stabil gehalten werden, damit der in Wipfelhöhe turnende Kumpel nicht über das kippende Brett seiner Schwerkraft folgen und am Sicherungsseil zappeln musste. Hier war Teamarbeit gefragt. Es kostet schon einiges an Überwindung, den sicheren Stand auf der kleinen Plattform am Mast aufzugeben und einen wackeligen Schritt auf die Kante des schwingenden Bretts zu wagen – bevor man das Tau in der Mitte zu greifen bekommt. Aber die Bodenmannschaft arbeitete bald sehr gut, das Kippeln des Brettes gering zu halten. Auch diejenigen von uns, die das Geschehen im Hochseilgarten eigentlich lieber nur als Zuschauer und zum Grillen miterleben wollten, haben zugegriffen, die Bretter stabil zu halten.
![]() |
Joachim auf den schwankenden Brettern
Foto: Manfred Freyer |
An einem weiteren …wie soll ich’s nennen? Gerät? Teil? … waren in mehreren Metern Höhe Drahtseile gespannt, die in Form eines Ypsilons in der Mitte zusammenliefen. Hier galt es drüberzulaufen. Zwei Teilnehmer starteten an zwei verschiedenen Punkten, sollten sich in der Mitte treffen und von dort aus gemeinsam die (längere) dritte Teilstrecke überwinden. Zur Hilfe nehmen konnte man jeweils ein Stück Seil, das in jedem Abschnitt von oben herabhing. Anfangs dachte ich noch, ach das ist ja leicht, dann zieh ich das Festhalte-Seil einfach mit rüber. Aber das ging nicht, es war festgebunden! Um ein rettendes Tau in der Mitte zu erreichen, wurden die Arme bis zum Anschlag ausgefahren. Zumindest meine! Albatrosse und Menschen mit langen Tentakeln tun sich da vielleicht etwas leichter. Das fingerdicke Drahtseil, auf dem man laufen musste, gab deutlich nach und logischerweise wippte es schwungvoll in alle Richtungen – und wir mit ihm. Behutsam seitlich schleichen war angesagt. Am mittleren Tau gab’s ein freudiges Treffen mit dem Kletterpartner. Ab hier war absolute Zusammenarbeit und gegenseitiges handfestes Vertrauen in die Körperspannung des Kumpels gefragt. Festgekrallt am langen Arm reichte die gemeinsame Spannweite bis zum nächsten Halteseil, dann musste der Partner folgen. Ab da wurde es relativ einfach. Die rettende Plattform war beinahe in Greifweite. Jetzt nur nicht hektisch werden und kurz vorm Ziel noch ins Sicherungsseil plumpsen! Ja genau, alle Klettereien wurden selbstverständlich auch noch über ein zweites Seil gesichert.
![]() |
Gaby und Gerhild auf den wackeligen Balken
Foto: Manfred Freyer |
Es gab noch ein drittes „Hindernis“ zu überwinden. Dabei waren fünf quer mit unterschiedlichem Abstand zueinander aufgehängte Stämme (Telegrafenmasten?) zu erklimmen. Wie zu erwarten war auch diese Konstruktion ziemlich wackelig angelegt. Die Stämme drehten sich ein Stück weit um die eigene Achse, schaukelten seitlich, vor- und rückwärts und waren …rund. Dort hinauf zu gelangen erforderte auch nahezu durchgehend die Hilfe des Zweiten. Gegenseitiges Hochhieven, Hände reichen, Räuberleiter, am Gurt zerren, am Fuß ziehen, gut Zureden, alles Mögliche wurde probiert und verworfen, je nach Gelenkigkeit und Vorlieben der Kletterpartner, die sich an dieser Station austobten.
Nach all den aufregenden Turn- und Balancierübungen schmeckten Bratwurst, Brot und Salat (danke an die Grillmeister und Salatschnippler). Ein so aktiv gestalteter Gruppenabend hat – so mein Eindruck - allen viel Spaß gemacht, was aber auch die hohe Teilnehmerzahl (42) verraten hat.
Gaby Lappe