Sektion Braunschweig
mehrspaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2007/3
Familiengruppe

Als Gast mitgepaddelt

Vom 16. bis 18. Juni war ich zu Gast in Braunschweig. Die Situation ergab, dass an diesem Wochenende bei Familie Krech „Familienpaddeln“ in Gifhorn angesagt war. Als Patenonkel von Maximilian kann man ein solches Programm nicht auslassen!

Als in Süddeutschland Lebender kennt man Paddeln oftmals nur als Kajak-Fahren in reißenden Gewässern, und so kann man das Seniorenalter erreichen, ohne jemals in einem Paddelboot gesessen zu sein.

Kaja und Leif
Einsetzen

Entsprechend skeptisch waren die Gedanken an eine Tagespartie. Wie oft werde ich umkippen, was mache ich dann, wie lange wird die Kraft ausreichen? Skepsis und Neugier hielten sich die Waage und allein die Botschaft des Patenkindes „das schaffst du locker, Onkel“ ließen mich doch lockerer werden.

Am Jägerhof in der Nähe des Internationalen Mühlenmuseums war der Treffpunkt. Insgesamt 6 Familien waren gekommen: der Jüngste war Marlon Fähnrich mit seinen 3 Jahren und ich   natürlich   der Senior.

Der Anblick der Jüngsten ließ mich meine Vorab-Sorgen vergessen. Der Blick auf das ruhige Wasser, von dem man kaum sah, in welche Richtung es floss, vertrieb die letzten Bedenken.

Einen 4-Sitzer gab es nicht mehr, so blieb mir die Gelegenheit, mein erstes Paddelglück in einem 2 Sitzer mit der Mutter meines Patenkindes zu erleben.

Und was für ein tolles Erlebnis das war:

  • Anlegen gleich am Anfang, um die Eigenboot-Besitzer zu treffen
  • Paddeln im Fluss
  • Umtragen des Bootes am ersten Wehr
  • Paddeln im Schloss-See
  • Brotzeit am Seeufer und Abwarten einer kleinen Regendusche unter schützenden Bäumen
  • Besteigung des Aussichtsturmes auf dem Katzenberg mit liebevoller Erläuterung der Geschichte von Gifhorn, des Werdens des Turmes und all dessen, was man von dort sehen kann, vom nahen Gifhorner Schloss über den langgezogenen Elm, die Vielzahl von Schornsteinen, die für das VW-Kraftwerk in Wolfsburg typisch sind, bis hin zum knapp 100 km entfernten Brocken. Das ließ sogar das Herz eines Ausblick-gewohnten Bayern höher schlagen.
  • Paddeln im engen Flusslauf unter tunnelartigen Straßenbrücken hindurch und an idyllisch angelegten Gärten vorbei
  • Anlegen für ein Eisessen
  • an so mancher Garten-Bewässerungs-Entnahmestelle vorbei
  • weitere anstrengende Umtrageaktionen
  • und wieder paddeln im See, wo man eine große Flussmühle von der Wasserseite aus inspizieren konnte
  • zum Schluss flussaufwärts gegen die Strömung
  • und das alles in großer Harmonie mit der ganzen Gruppe, in ewig schlängelnden Kurven, weil Geradeaus-Fahren doch so schwierig zu sein scheint
  • und das Wetter spielte wirklich gut mit, bedenkt man dieses am Tag davor und danach
  • und nix ist passiert … nicht mal einen gescheiten Muskelkater hat es gegeben

Fazit: Paddeln ist schön, in netter Begleitung noch schöner, in guter Gruppe ein Erlebnis.

Meiner Gastfamilie Dank für die Mitnahme und Ralf einen ganz großen Dank für die wunderbare und perfekte Organisation. Nur Mut! Für jede(n) ist so ein Tag ein tolles Erlebnis, und mir wurde erzählt, so etwas gibt es immer mal wieder als Programm-Punkt der Familien-Gruppe der Alpenvereinssektion Braunschweig. Schade nur, dass der Weg von München nach Braunschweig so weit ist, sonst wäre ich das nächste Mal sicher wieder mit von der Partie!

Christian Fahnberg

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 26. August 2007