Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2008/1
Wandergruppe

Bericht über die Wanderwoche im Pitztal vom 18. bis 25. August 2007

Samstag, 18.8.2007

Zaunhof (1200 m) – Ludwigsburger Hütte (1857 m)

Obwohl die Wanderwoche offiziell erst am nächsten Tag beginnt, sind bereits am 17.8.2007 mehr als die Hälfte der Teilnehmer angereist. Wir wählen deshalb zum Einlaufen eine kleinere , nicht zu anstrengende Wanderung aus. Mit Pkw fahren wir vom Hotel Gundolf in den Ortsteil Zaunhof

– 1200 m. Von dort wandern zwanzig frohgestimmte Wanderfreunde auf der leicht ansteigenden Fahrstraße zur Ludwigs­bur­ger Hütte (ehem. Lehnerjochhütte) – 1857 m . Wir gehen überwiegend im Nebel und haben keine Aussicht. Vier von unseren Wanderfreunden ist der Aufstieg auf dem Fahrweg zu leicht. Sie beschlie­ßen, den steilen, die Kehren der Straße schneidenden Weg zu nehmen und erreichen etwa einen halbe Stunde früher als der Rest der Gruppe die Hütte. Wir alle sind froh hier oben eine warme Gaststube zu finden. Nach dem Mittagessen starten wir auf gleicher Trasse den Rückweg. Der Ne­bel ist verschwun­den, an den Bergen hängen noch einige Wolkenfetzen. Je länger wir talwärts gehen, desto besser wird die Sicht. Schließlich gehen wir bei strahlendem Sonnenschein. Wir können uns an den herrlichen Bergen und dem wunderschönen Blick auf das hintere Pitztal mit dem Geigenkamm erfreuen. Zur Kaffeezeit sind wir wieder rechtzeitig im Hotel zurück.

Wolfgang Henschel

Sonntag, 19. August 2007

Tieflehn (1600 m) – Rifflsee-Kabinenbahn (2293 m) – Fuldaer Höhenweg - Taschachhaus (2432 m) – Taschachalm ( 1784 m ) – Mandarfen (1700 m) - Tieflehn (Hotel)

Es startet die 31 Wanderer starke Gruppe 8:30 Uhr erwartungsfroh zur am Vorabend angekündigten ersten Bergtour. Nach kurzem Fußweg besteigen wir die Rifflsee-Kabinenbahn im Ortsteil Mandarfen zur Bergfahrt Rifflseestation und genießen die schönen Ausblicke in die Bergwelt. Von dort aus treten wir unter Führung von Wolfgang Henschel die Wanderung auf dem Fuldaer Höhenweg an. Das Wetter ist gut. Die Aussicht auf die grandiose Alpenregion Pitztal sorgt für gute Stimmung unter uns Wanderern. Inmitten der schönen Flora – Wacholder-, Preiselbeer- und Heidelbeerbüsche, Zirben- und Lärchenwälder – genießen alle die verdiente Rast, bei der auch ein Obstler nicht fehlt, der die Runde macht. Für uns beide etwas ungeübte Hochgebirgswanderer und neu im Verein stellen dann die beiden felsigen Passagen mit Kettensicherung, u. a. am Vorderen Köpfl, eine echte Herausforderung dar, die wir aber mit Hilfe einiger Wanderfreunde gut überstehen. Eine kurze Regenperiode beim Abstieg vom Fuldaer Höhenweg zum Kar nehmen wir Kraxler gelassen hin, alle sind ja gut ausgerüstet für eine solche Situation und unser Ziel, das Taschachhaus (2432 m), ein kurzes Stück aufwärts, nicht mehr weit. Dort können wir unsere feuchten Kleidungsstücke trocknen und uns an den reichlich angebotenen Speisen und Getränken laben. Das Haus ist recht neu renoviert und funktional, für Hüttenromantik fehlt jedoch die Atmosphäre. Bei Sonnenschein – der Regen hat sich verzogen – werden noch zahlreiche Fotos bei fantastischem Blick auf die Gletscherwelt des Taschach „geschossen“, bevor der Abstieg beginnt. An der Talstation der Versorgungsstation Taschachhaus kreist noch einmal die „Medizinflasche“, um den doch noch recht langen Heimweg – zwar im Tal – zu erleichtern. Wir beide Ungeübten empfinden die erste Tour der Wanderwoche doch sehr kräftezehrend und kommen recht mitgenommen im Hotel Gundolf an. Trotz der Anstrengung des Tages, die vielen von uns anzumerken ist, mundet das 6-Gänge-Menü im gastlichen Restaurant. Wolfgang Henschel verkündet noch die stolze Bilanz des Tages, summierte 1200 Höhenmeter, danach begeben sich wohl die meisten von uns zur wohlverdienten Ruhe in die bequemen Betten.

Karin und Rolf Sievert

Montag, 20.8.2007

Nach der langen gestrigen Tour zum Einlaufen wollen wir heute gemütlich auf dem Pitztaler Almenweg gehen, drei Almen sind unser Ziel, alle auf ungefähr 1800 m Höhe.

Wir starten um 9.00 Uhr – in drei Privatautos und dem Hotelbus fahren wir nach Piösmös (1400 m). Der Chef des Hauses, Herr Knabl, führt uns. Die Wolken hängen tief. Bei nebligem Wetter, aber guter Laune beginnen wir auf leicht ansteigendem Fahrweg. Bald trennt sich die Gruppe. Herr Knabl geht mit einer Gruppe einen etwas längeren Weg. Nach der Arzler Alm (1875 m) geht es auf schmalem Steig weiter, wir vermuten, welch grandiose Sicht wir eigentlich haben müßten, aber der Nebel ... . Zum Teil über hohe Stufen, rutschige Wurzeln stetig ansteigend führt uns der Pfad auf ca. 2100 m Höhe. Dann beginnt der Abstieg zur idyllisch gelegenen Tiefentalalm (1880 m). Wir gehen ohne Einkehr weiter, nach Bachüberquerung sind wir wieder im Wald, der Weg führt an vielen Zirbeln vorbei, stetig auf und ab, glitschig, wurzlig, die Konzentration ist gefordert. Welch bequemer, erholsamer Weg!!

Die zweite Gruppe geht bis zur Tiefentalalm auf einem Fahrweg, weiter zur Neubergalm auch auf schmalem, matschigem Pfad. Auf der Neubergalm (1889 m) treffen wir uns wieder. Dort sitzen wir im ehemaligen Stall bei Kaiserschmarren und uns wärmenden Suppen, zum Teil unter heißen Gasstrahlern. Die Köpfe glühen, der Rücken beginnt kalt zu werden.

Gemeinsam gehen wir auf dem Fahrweg zurück zu den Autos . Der sich lichtende Nebel ermöglicht endlich einen Blick in das schöne Pitztal. Der Fahrweg führt uns am Friedhof von St. Leonhard vorbei; dort besuchen wir noch das Grab unseres letzten Hüttenwirtes Franz Auer.

Gesine Fernau, Rosi Kentschke

Dienstag, 21.08.2007

Das Ziel des heutigen Tages war das Hochzeiger-Gebiet über Jerzens.

Von der Talstation der Hochzeiger-Bahn fahren wir in Kabinen zur Mittelstation auf 2000 m Höhe. Ab hier gehen wir zunächst gemeinsam auf einem zum Teil steilen Wanderweg auf den Hochzeigergratweg. Hier trennt sich die Gruppe: Gruppe 1 steigt auf zum Gipfel des Hochzeigers (2560 m). Von hier aus haben wir nach Auflösung von einigen Nebelfeldern eine fantastische Gipfelrundsicht, z.B. zur Wildgrat-Gruppe, zum Kaunergrat und sogar zur Zugspitze. Gruppe 2 wandert auf dem Kammweg zum Sechszeiger (2395 m). Einige Zeit später kommt auch Gruppe 1 zu diesem Aussichtspunkt.

Nach einer Mittagsrast teilt sich die Gruppe in mehrere Teile. Die meisten gehen steil bergab über die Kalbenalm zur Tanzalm, wo wir uns alle treffen wollen. Eine andere Gruppe fährt mit dem Sessellift zur Mittelstation und kommt dann von dort auch zur Tanzalm. Unterwegs hat uns folgender Hinweis amüsiert: „Halte Dich fern von Wiesen und Weiden, dann kann man Dich besser vom Vieh unterscheiden“.

Nach einer gemütlichen Kaffeepause geht es dann nach einem sonnigen und regenfreien Tag gemeinsam mit der Gondelbahn zurück zu den PKWs.

Gundula Blechinger

Mittwoch, 22.08.2007

Wanderung von Tieflehn (1630 m) zur Rüsselsheimer Hütte (ehem. Chemnitzer Hütte, 2328 m)

Der heutige Wandertag verspricht uns gutes Wetter. Es wird mit jedem Tag sonniger.

Um 9.00 Uhr brechen 2 Gruppen vom Hotel Gundolf in den 2 km entfernten Ortsteil Plangeroß (ca. 1630 m Höhe) am Fuße der Hohen Geige (3393 m) auf. Die eine Gruppe fährt mit dem Auto, die andere Gruppe wandert. Der steile Aufstieg zur Rüsselsheimer Hütte (2328m) beginnt. Der Weg ist leicht bis mittel zu begehen und erfordert eine gute Kondition und Trittsicherheit. In eine Kehre ist ein Bach ist zu überwinden. Unterwegs überholt die 2. Gruppe die 1. Gruppe und erreicht in 1 Std. 40 Min. die Rüsselsheimer Hütte. Oben angekommen, bietet sich ein herrlicher Blick auf die dem Tal gegenüberliegenden Berge mit Verpeilspitze und Watzespitze. Vor uns liegt der Hohlkegel der Hohen Geige mit seinem Gletscherfeld. Nach einer Brotzeit auf der sonnigen Terrasse der Hütte beginnt der Abstieg auf dem selben Weg wie bergauf. Zwei Wanderfreunde wandern noch ein Stück höher bis zur Aussicht Gahwinden, um die grandiose Aussicht auf die Gletscherwelt zu genießen. Zur Nachmittagsjause finden sich alle wieder im Hotel ein.

Martin Herzberg

Donnerstag, 23.8.2007

Aufstieg von Tieflehn (1630 m) zur Braunschweiger Hütte (2759 m)

Die Braunschweiger Hütte - mal aus einer anderen Perspektive
Die Braunschweiger Hütte - mal aus einer anderen Perspektive
Foto: Hans Feldhusen

Bei gutem Wetter und gut gelaunt starten wir um 8.15 Uhr von unserem Hotel. Ziel der heutigen Wanderung. Die Braunschweiger Hütte! An der letzten Schranke der Straße gibt es noch eine Überraschung. Richard kredenzt aus der „Autobar“ den Marschierschluck. Dann beginnt der Aufstieg. Das „Feld“ ist sehr auseinander gezogen, der erste Wanderer trifft schon um 11.10 Uhr auf der Hütte ein, die letzten sind dann um 12.20 Uhr am Ziel. 1290 kumulierte Höhenmeter haben wir zurückgelegt. Das Wetter ist super. Wir können eine gute Sicht genießen. Mit Cillys leckerem Kaiserschmarren haben wir uns gestärkt und schnell wieder erholt. Das Pitztaler Jöchl (ca. 3000 m) lockt einige noch zu weiterem Aufstieg. Die Zurückgebliebenen genießen Sonnenschein und Obstler.

Unter der Führung von Helga Radünz fährt eine kleine Gruppe mit dem Pitzexpress und geht nach dem notwendigen Kraxeln durch die Felsen am Gletscherrand über die noch gefrorene Oberfläche des Gletschers, was sehr unangenehm ist. Es folgt der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte. Diese Gruppe geht am frühen Nachmittag auf dem gleichen Weg – angereichert mit wenigen von der 1. Gruppe – zurück und war erleichtert, dass nun der Gletscher viel bequemer zu überqueren ist.

26 Personen bleiben zur Übernachtung. Ein spannender Augenblick naht: Die Schlafplatz-Verteilung! Es wurde im Vorfeld geunkt, wie komme ich unter? Matratzenlager oder Bett? Wir bekommen alle ein Bett und sind froh darüber, die Übernachtung ist sehr lustig! Hella hat Geburtstag und verwöhnt uns je nach Wunsch mit Kaffee und Kuchen. Später zum Abendbrot gibt es vom Haus noch leckeren Steinbockbraten (extra für uns als Menü gekocht), den die meisten sich munden lassen. Beim gemütlichen Beisammensein bekommt Cilly für ihr 25jähriges Hüttenjubiläum im Namen der Wandergruppe von Wolfgang ein Präsent. Die Zeit vergeht schnell und nach und nach kriechen alle in ihre Betten.

Jutta Breust

Freitag, 24.8.2007

Von der Braunschweiger Hütte (2759 m) über den Mittelberg-Gletscher (ca. 2600 m) zur Bergstation des Pitzexpress (2841 m). Auffahrt mit der Panoramabahn auf den Hinteren Brunnenkogel (3440 m), Talfahrt mit den Pitzexpress nach Mittelberg (1750 m).

.Der Tag beginnt mit einem gutem Frühstück und gutem Wetter, die Nacht war kalt (- 5 Grad). Vor unserem Abmarsch treffen wir uns alle in der Kapelle der Hütte und beten gemeinsam, ich danke Sigbert dafür. Um 9.55 Uhr nehmen wir Abschied von der Hütte und treten den Rückweg über den Gletscher an. Danach kann ich sagen: er ist gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Wie gut, dass wir auf Sigberts Rat so spät aufbrechen, um der Gletscheroberfläche Zeit zum Auftauen zu geben. Unser Weg führt zur Talstation der Panoramabahn, die wir um 12.05 Uhr erreichen. Wir sind mit dieser noch auf den Gipfel des Hinteren Brunnenkogel (3440 m) gefahren. Es ist eine wunderbare Sicht. Im Panoramarestaurant an der Bergstation des Pitzexpress legen wir noch eine Pause ein Dann fahren wir mit dem beeindruckenden Pitzexpress wieder zu Tal. Nach kurzem Fußweg sind wir wieder im Hotel und können uns erholen.

Mit diesem Tag geht eine schöne Wanderwoche zu Ende. Fast alle fahren am Samstag – 25.8.2007 – nach Haus.

Jutta Breust

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V.12. Februar 2008