Wer kennt die Gerdau, wo fließt sie entlang? Ralf hatte ein Ziel in der Lüneburger Heide ausgesucht! Das hieß, am 15. Juni früh aufstehen, alles Notwendige aufs oder ins Auto packen und los Richtung Norden.
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Foto: Rainer Nitsche |
In Groß Süstedt, westlich von Uelzen, werden die Boote eingesetzt. Unterstützt von der Strömung paddelt unsere „Flotte“ bei gutem Wetter durch Wiesen und Felder flussabwärts. Nach etwa einem Drittel der Strecke, in der Ortschaft Bohlsen, müssen wir unsere Fahrt erstmals zum Umtragen unterbrechen. Als wir unsere Boote aus dem Wasser gezogen haben und über eine Straße transportieren, erleben wir eine Überraschung: Was hat das Schild zu bedeuten, das dort auf einer Bank steht und die „Alpenvereinsgruppe“ begrüßt? Außerdem weist es uns auf eine blau-gelbe Kühltasche hin, gefüllt mit vielen Portionen Eis. Des Rätsels Lösung: Verwandte, die dort wohnen, haben von unserer Unternehmung erfahren und heißen uns jetzt gastfreundlich willkommen. Sie begleiten uns das kurze Stück bis zur nächsten Umtragestelle an der Bohlsener Mühle, die den Ort bekannt gemacht hat. Dort machen wir auf einem schönen Platz unter hohen Bäumen Pause, vor allem die Kinder lassen sich das Eis schmecken. Anschließend bleibt auch noch Zeit, auf dem Spielplatz die Beine zu bewegen.
Nachdem wir die Boote wieder eingesetzt haben, folgt bald eine weitere Überraschung, dieses Mal aber weniger schön: Ein Wolkenbruch geht nieder! Einige Boote können noch unter einer Brücke Schutz suchen, andere sind schon weiter. Ihnen bleibt nur, unter größeren Bäumen anzuhalten und Besserung abzuwarten. Aber der Regen ist zu heftig, diese Besatzungen werden bis auf die Haut nass. Zum Glück ist es nicht kalt.
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Foto: Rainer Nitsche |
So paddeln wir, jetzt überwiegend unter hohen Bäumen, weiter. Bald darauf künden laute Zuggeräusche eine weitere interessante Stelle an. Wir unterqueren die ICE-Strecke Hannover-Hamburg, die auf einem hohen Viadukt über das Tal führt. Kurz hintereinander münden von rechts die Hardau und die Stederau ein, der Fluss heißt ab hier Ilmenau.
Nachdem wir schon einige Untiefen meist „rutschend“ gemeistert haben, folgt jetzt die schwierigste Stelle: Ein umgestürzter Baum blockiert die Weiterfahrt in ganzer Breite! Die Besatzungen wenden unterschiedliche Techniken an: Einige fahren mit Schwung auf die tiefste Stelle zu und schieben sich mit Gewichtsverlagerungen und „Seilzug“ durch andere Boote über das Hindernis. Andere steuern die „höchste“ Stelle an, schieben das Boot unter dem Stamm hindurch und klettern gleichzeitig selbst artistisch hinüber. Bald danach sind wir am Ziel und ziehen unsere sieben Boote auf dem Gelände des Kanuklubs Uelzen an Land. Alle haben die rund 17 km lange Strecke gut hinter sich gebracht. Es folgt das Holen der Autos, das Verladen der Boote und der Weg nach Hause.
Fazit: Die jährliche Paddeltour stößt stets auf großes Interesse. Wir haben wieder einige neue „Ecken“ kennengelernt. Dank Ralfs guter Vorbereitung war es für Eltern und Kinder eine weitere gelungene Veranstaltung.
Michael Krech