Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 4/2008
Jugendgruppe Steinbeißer

Erlebnisbericht frei nach Simon

Kletterwochenende 6./ 7.September im Ith

10 Uhr morgens. Samstag. Bedeckt, leichter Nieselregen. Nicht das perfekte Kletterwetter.

2 Erwachsene und 3 Jugendliche quetschen sich mit Kletterausrüstung von A bis Z in ein knallrotes Auto, welches von Thorsten durch das Weser-Leine Bergland bis zum DAV Campingplatz bei den Lüerdisser Klippen gekutscht wird. Noch einkaufen- doch wohin mit dem Zeug... mit Brot auf’m Schoß, Flaschen in der Hand und Nudeln auf’m Kopf werden die letzten Meter im Auto bewältigt. Das Wetter hat sich überraschend von Nassgrau in einen schönen warmen Herbsttag verwandelt. Perfekt. Das Zeltaufbauen verschieben wir kurzerhand auf ‚nach dem Klettern’. Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir mittendrin. Vom Ith- Kammweg runter kommen wir über kleinere Wege an unser Ziel. Vor uns wartet der Teufelstrichter, welchen wir gleich mit der „Kult-Route“ Mittelweg (4) unsicher machen. Es folgt der Dachweg (5), welcher auf der Sonnenseite liegt. An ein paar weiteren Routen toben wir uns den ganzen Vormittag an dem Kalkfelsen aus. Es folgte das Mittagessen. Mit vollem Bauch schlendern wir zum Kamel, das Wahrzeichen des Ith. Die Niedersachsenbekannte Dachverschneidung (8/8+) ist dann doch ein „müüü“ zu schwer für uns. Aber auch die 6+ „Sweet Sixty“ ist nicht ohne, selbst wenn man es nur bis zum 4. Bohrhaken gebacken bekommt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Micha und Thorsten, die immer fleißig Topos für uns eingehangen haben.

Dann kommt die Idee, man könne sich ja auch vom Kamel abseilen. Doch dafür muss man erst einmal nach oben. Über die Sweet Sixty hat es nicht geklappt, deshalb haben wir uns für eine 5 entschieden. Als wir dann aber doch in 30 Meter Höhe auf dem „Kopf“ des Kamels sitzen, kommt so langsam das mulmige Gefühl in einem hochgekrabbelt. Doch wir müssen auch wieder runter… also an die Achter, fertig, los... Wobei das Wort „Los“ den Schritt über DIE Kante darstellen sollte. Dies erweist sich schwieriger als es aussah. Und doch- wir müssen (und wollen) runter. Nach etwas Zaudern und Zagen kommen alle 5 Kletterer sicher über DIE Kante. Was folgt, ist Wahnsinn: Über, unter, rechts und links von dem Abseilenden nur ... Luft. Ein Genuss der Extraklasse. Gehalten von „nur“ einem Seil setzen alle nacheinander sicher auf dem Boden auf. Puuhh. Also der erste Tag war geschafft. (PS von Micha an alle besorgten Eltern: aufgrund „Autoblockierung“ konnte nix passieren!)

Zeltaufbauen, lecker Nudeln, Lagerfeuer, und kurz vor Acht (:-) dann schlafen. Der zweite Tag bricht mit Sonnenschein, einem kräftigem Frühstück, warmen Temperaturen und Appetit auf Klettern an. Nur noch schnell Sachen gepackt und auf zum Haderturm, dem Turm mit weiteren Klassikern. Wieder perfektes Wetter. Es gibt nur den Fels und dich. Ein paar klassische 4en und 3en sorgen für Spaß und Abwechslung. Dann nehmen wir uns der Westkante (5+) an. Sonne, Sonne und viel mehr Fels. Der Sicherungspartner verschwindet unter einem Blätterdach, nachdem der knackige Überhang geschafft ist. Der Rest ist Freude und Entspannung pur. Sonne, warmer Fels und der Drang weiterzuklettern. Dann ist es geschafft und ich komme mit dicken Armen wieder auf dem Boden an.

Noch schnell was essen und ab zur Hexenkanzel, um den Tag schön ausklingen zu lassen. Leichtere 4en und 3en und natürlich noch einmal abseilen um danach müde zum Zeltplatz zu trotten. Sachen einpacken. Alle wieder ins Auto quetschen und ab nach Braunschweig in freudiger Erwartung auf die Schule. Fazit: Super Wetter, tolle Felsen, nette Leute und viel Spaß. Ein tolles Wochenende.

Simon Schrader

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 22. November 2008