Am Freitagabend, dem 30. Januar war es endlich soweit. Gemeinsam wollten wir, drei Familien, die Zeugnisferien im Harz verbringen. Ralf, Karina und Tim waren zuerst in der Jugendherberge Schierke angekommen, dann folgten Oliver, Moritz und Emma und anschließend zur späteren Stunde Volker, Silke, Lea und Marlon.
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Lea und Emma am Iglu-Hügel
Foto: Oliver Stadel |
Gleich am nächsten Tag nach dem gemeinsamen Frühstück an langer Tafel im großen Esssaal ging es natürlich in den Schnee, auf den sich alle so sehr gefreut hatten. Es gab sehr viel Schnee, so dass wir auf die Idee kamen, ein Iglu zu bauen. Mit vielen Schlitten im Schlepptau zogen wir auf einem Waldweg los. Neben einem kleinen baumlosen Hügel sollte dann unser Iglu entstehen. Dort lag eine große Schneekugel, die sich zum Zersägen anbot. Sie reichte jedoch nur für die ersten Reihen. Unter dem Pulverschnee fanden wir dann harten Altschnee, aus dem sich besonders formschöne rechteckige Quader heraus schneiden ließen. Während Ralf sich mit den Quadern langsam einmauerte brachten die Kinder und Erwachsenen immer neuen Nachschub. Bis zum Mittag hatten wir die Iglukuppel geschlossen. Am Ende wurde ein Eingang hineingesägt und Ralf befreit, dann war das Iglu fertig. Am Nachmittag gingen wir in Schierke zum Rodeln in den Kurpark. Auf dem Weg dorthin trafen wir zufällig Ines und Greta, die wegen Krankheit erst einen Tag verspätet aufgebrochen waren. Im Kurpark rodelten alle Kinder und auch mehrere Erwachsene mit Freude den als Piste umfunktionierten Gehweg vielfach hinunter. Dies sollte aber nur unsere erste Rodelbahn gewesen sein. Am Abend trafen wir uns noch zum Gesellschaftsspiel. Danach ging es für alle ins Bett.
Am Sonntag wanderten wir mit Schlitten und Kinderwagen im Wald ein Stück bergaufwärts auf einer besonders langen „Rodelbahn“ bis zur Kreuzung der Brockenbahn. Nach mehreren Unterbrechungen zum Rodeln und kleinen Zwischensnacks kamen alle Kinder, manche mit etwas vokaler Unterstützung, oben an den Eisenbahnschienen an. Wir warteten auf den vorbeifahrenden Zug und vertrieben uns die Zeit mit einer Schneeballschlacht. Leider hatte der Zug Verspätung und die Mittagsessenszeit in der Jugendherberge rückte näher. So beschlossen wir, ohne den Zug gesehen zu haben, auf den Schlitten wieder bergab zu fahren – auf der für einige Kinder längsten Rodelbahn ihres Lebens. Am Abend ging es dann für die ausdauernden Familien wieder zum Kurpark. Dort wurde im letzten Fackelschein die Möglichkeit zum Schlittenfahren wahrgenommen – einen Punsch gab es auch noch dazu.
Am Montag war dann eine Fahrt mit dem Pferdeschlitten von Schierke nach Elend geplant. Und auf dem Weg zur Pferdeschlittenstation gab es wieder außerordentlich steile Rodelpisten bei der Kirche. Diese Herausforderung wurde trotz geübter Fahrer nur mit kleinen Stürzen gemeistert, die die Kinder mit kleinen Schrammen gut überstanden. Nachmittags gingen wir unser Iglu besuchen, das leider schon zusammengefallen war. Aus den Quadern bauten dann Moritz und Tim eine kleine Sprungschanze und rodelten dort um die Wette. Lea und Emma testeten Langlaufskier und wir waren begeistert, wie gut sie damit fahren konnten. Auf dem Rückweg im Dämmerlicht kreuzte vor uns ein Rudel weibliches Rotwild den Waldweg.
Am Dienstag verließen wir die Jugendherberge und nutzen noch die Möglichkeit auf einer Eisfläche Schlittschuh zu laufen. Dann fuhren wir alle glücklich über das erlebnisreiche Wochenende nach Hause.
Oliver Stadel