Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2009

Richard Goedeke 70 Jahre

Richard Goedecke
 

Dr. Richard Goedeke, alpines Urgestein des Deutschen Alpenvereines, nicht nur unserer Sektion, feierte am 21. April 2009 seinen 70. Geburtstag. Vorstand, Beirat, Gruppenleitungen und Geschäftsstelle gratulieren Richard zu diesem runden Geburtstag. Rüstig, körperlich und geistig fit, wie er ist, wünschen wir ihm noch zahllose Bergerlebnisse. Es muss ja nicht immer der allerhöchste Gipfel in Nepal; im Kaukasus oder rund um den Mount Kenia sein. Einer seiner Kletterhelme hat tiefe Beulen und deshalb wollen wir ihm raten, in Zukunft nicht jedes Risiko auf sich zu nehmen.

Wir wünschen ihm das nicht nur zu seiner persönlichen Erbauung und Befriedigung, sondern auch als Anregung für neue Bücher und damit auch zum Nutzen von uns allen.

Bei Gelegenheit seiner Geburtstagsfeier plauderte Richard verständlicherweise auch über die Vergangenheit, so wie das ältere Leute gemeinhin tun. Dabei musste ich erfahren, dass wir vor rund 60 Jahren riesengroßes Glück gehabt haben. Richard hatte es in frühen Jugendjahren mit den Bronchien, was er heute - wen wundert es - auf die damalige Luftverunreinigung zurückführt. Und deshalb wurde er in den Ferien in ein Kinderheim auf der Insel Spiekeroog geschickt. Nach seinen Worten hat ihm der Blick in die Ferne, das Rauschen von Wind und Wellen, so gut gefallen, dass er unbedingt Seemann werden wollte.

Was wiederum seiner Mutter nicht so gut gefallen hat und deshalb ist sie im folgenden Sommer gegen seinen Willen mit ihm nach Berchtesgaden gefahren. Da stand er dann mit großen Augen unter der Watzmann-Ostwand und hat gesagt: „Da muss ich rauf“!! Einen Wunsch, den er sich bald und in Rekordzeit erfüllt hat.

Am Ausstieg von Agiofarango Das Wunder
 Am Ausstieg von Agiofarango Das Wunder

So wurde er Alpinist und nicht Seemann und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Keine Klettertour im Okertal, am Schubenstein, in den Bodensteiner Klippen, im Kahnstein und Hohnstein, im Ith und auch im einsamen und urwaldgrünen Selter ließ er aus. Und auch auf´s Eis hat er sich getraut und wohl als einer der ersten norddeutschen Kletterer den mit Eis überzogenen Radauwasserfall bestiegen. Die Zahl der in den Alpen bestiegenen Gipfel und durchstiegenen Wände ist fast grenzenlos. Zu seinem 65 Geburtstag ist einiges davon von Günter Gersdorf dokumentiert worden und ganz aktuell in Panorama, April 2009 ist ebenfalls über seine alpinen Großtaten berichtet worden, so dass an dieser Stelle auf eine Aufzählung verzichtet werden kann.

Wer Richard kennt, weiß, dass er ein soziales Wesen ist. Und daraus folgt: Was er kann – und er kann sehr viel – gab und gibt er auch weiter. Zum einen als langjähriger Leiter der Jungmannschaft und als Jugendreferent der Sektion. Darüber hinaus: das Schreiben und Fotografieren ging und geht ihm noch immer leicht von der Hand. In Gestalt vieler Bergbücher und Kletter- und Wanderführer gibt er sein Wissen und seine Erfahrung an uns weiter und motiviert uns zu Berg- und Klettertouren.

All das scheint Richard rund um die Uhr zu beschäftigen. So hat er dann bei Vorstandssitzungen immer seinen Laptop dabei, liest und nimmt Korrekturen mit „warmer Hand“ vor, zur Zeit wohl für das nächste Opus. In dem es um Klettern mit warmen Händen in der kalten Jahreszeit in südlichen Gefilden geht. Aber angesprochen in der Sitzung ist er immer hellwach dabei. Ein wahres Multitalent.

In seiner Funktion als Naturschutzreferent unserer Sektion und auch des Nordwestdeutschen Sektionenverbandes ist Richard Goedeke die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und insbesondere die Bewahrung der Schönheit und Ursprünglichkeit der alpinen Natur ein dringendes Anliegen. Ebenso wichtig ist ihm aber auch, den Kletterern in unseren Mittelgebirgen den Zugang zu den Kletterfelsen zu erhalten. Gemeinsam mit Freunden aus norddeutschen DAV-Sektionen ist es ihm mit Hilfe der Niedersächsischen Kletterkonzeption gelungen, Kletterverbote, wie in anderen Bundesländern üblich, zu vermeiden. Das ist ein beispielloser Erfolg seines Handelns und dafür sind wir ihm besonders dankbar. Damit auch in Zukunft der Zugang zu unseren natürlichen „Kletterparadiesen“ erhalten bleibt, ist er auf Unterstützung durch die Kletterer unserer Sektion und auch unserer Nachbarsektionen angewiesen. Die größte Freude, die Ihr, liebe Kletterfreunde, Richard bereiten könnt:

Arbeitet aktiv mit, helft ihm und bleibt dran an diesem Thema.

Also Richard, auf in´s neue Jahrzehnt mit dem alten Schwung, das wünscht Dir Deine

DAV Sektion Braunschweig

W. Sprenger
1.Vorsitzender

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 10. Mai 2009