Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2009
Jugendgruppe

Abenteuer, Klettern und Kälte.

Klettern in Südfrankreich Ende März! Wahnsinn oder wunderschön? Nun, es stellte sich heraus, dass es wohl für uns alle beides war. Am Ende konnten wir dennoch zufrieden feststellen, dass ein wundervolles Gruppenerlebnis und 5 erfüllte Klettertage hinter uns lagen. Denn über allen Widrigkeiten stand: WIR WOLLEN KLETTERN. Ob kalter Mistralwind, Regen oder sengende Sonne, wir sind geklettert. Wir haben gefroren, als wir in der ersten Nacht bei Regen die Zelte aufgebaut haben. Artur und Simon kämpften mit ihrem Zelt. Letztlich aber standen die Zelte. Am nächsten Tag stellten wir fest, der Zeltplatz war in einer Senke. Und es war so nass und glitschig, dass der Bus nicht mehr vom Zeltplatz runterkam.

Leon Goltermann, Artur Ermisch, Emil Hübner, Vincent Müller
Leon Goltermann, Artur Ermisch, Emil Hübner, Vincent Müller
Foto: Thorsten Henszelewski

Ich sehe noch Leon und Emil Holzlatten anschleppen, um diese unter den Bus zu legen. Und am Ende – war es wirklich eine Stunde später – Jubelschreie, wir waren auf der Straße. Und letztlich haben wir ein Jahr erwischt, indem es besonders kalt war. Lag wirklich Eis auf den Zelten am Mittwoch? Minus 2 Grad, tatsächlich! Und dennoch war es tagsüber so heiß, dass wir uns eincremen mussten. Zum Glück für uns alle, hatten wir auf dem Campingplatz einen Aufenthaltsraum, in dem uns eine Heizung wärmte. Dennoch ist ein Abenteuer immer auch faszinierend. War es nicht eine schöne zweite Nacht, in der wir mit unseren kleinen Kochern unser Essen zubereitet haben. Draußen in der Natur , der Wind fegte über den Platz und die Sterne funkelten über uns, und es war kühl. Und wir waren alleine! Was für eine tolle Erfahrung. Für mich unvergessen der Abend, an dem die Gruppe zwei Stunden diskutiert hat, wer denn nun den Abwasch machen sollte. Herrlich, letztlich wohl waren es an diesem Abend Vincent und Jonathan. Aber bitte, wer sagt denn, diskutieren sei schlecht.

Am Mittwoch dann der Ruhetag und dennoch wieder ein wenig Abenteuer. Wir haben eine Wanderung gemacht und sind dann entlang eines kleinen Flusses zurück marschiert. Der Fluss musste überquert und oft übersprungen werden. Und die Schuhe sind leider nicht trocken geblieben. Armer Jonathan, der seine weißen Turnschuhe anhatte.

Simon Schrader und Jonathan Schwarz
Simon Schrader und Jonathan Schwarz
Foto: Thorsten Henszelewski

Als Trainer musste ich erstaunt feststellen, wie hungrig junge Menschen sein konnten. 2 Baguettes am Tag!!! Hallo, wie geht denn das! Natürlich dazu noch reichlich Nudeln und Tortellinis. Mal ganz abgesehen von den Chips und Süßigkeiten. Und wenn ich hier wenig vom Klettern geschrieben habe, so muss ich ja nicht immer von wundervollen Rissen, schönen Platten, schweißtreibenden Verschneidungen und 30 m langen Routen berichten. Jonathan, Vincent, Artur, Leon, Emil und Simon sind die Helden, die herrliche Routen geklettert sind, egal wie das Wetter war. Es galt das Motto: WIR WOLLEN KLETTERN. Ja, ja ich weiß, nur schwere Routen sind schöne Routen, seufz.

Und so war, wie immer, der Urlaub zu schnell zu Ende. Er begann am 28.3.2009 und endete am 5.4.2009. Der vorletzte Tag war ein sehr ruhiger: Wir waren in Lausanne am Genfer See. Zeit unserem Motto untreu zu werden: WIR WOLLEN KLETTERN: Erholen ist auch sehr schön.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 2. August 2009