… sind die Sperrschilder an den Falkenfelsen anzubringen, die daran erinnern, dass dort ab 1. Februar den Wanderfalken Ruhe bei der Brutplatzwahl gelassen wird und die sicherstellen sollen, dass bei erfolgreicher Brut bis zum 31. Juli die Aufzucht der jungen Wanderfalken in Ruhe beendet werden kann. Wir Kletterer gewinnen damit ein gutes Gewissen gegenüber diesen schnittigen Raubvögeln, die seit den 1980er Jahren nach zeitweiliger Ausrottung durch Verfolgung durch geldgierige Falkner und belastende Agrochemikalien wieder bei uns heimisch sind.
… sind an den Felsen die Lenkungsmaßnahmen durch Zustiegswege und Pfade, Wegzeichen und Überprüfung von Haken zu erneuern, mit denen die Einhaltung der Zonierung in Tabuzonen und in ohne Schäden zu bekletternden Felsbereiche gewährleistet wird, die wiederum Voraussetzung für den Frieden mit der Natur (und den zuständigen Behörden) ist.
… sind an den mit Forstdienststellen und Naturschutzbehörden verabredeten Felsbereichen aktuell nötige und sinnvolle Holzarbeiten zu erledigen, die seltenen Pflanzenarten zusätzlichen Lebensraum geben und die durch Sichtbarhalten der Felsen für Kletterer und Wanderer unsere einmalige Felslandschaft intensiver erlebbar machen.
… sind an den freigestellten Felsen Entkusselungsmaßnahmen zur Erhaltung der Freistellung der Felsen vorzunehmen.
Diese und andere Pflegemaßnahmen an den Felsen, zu denen auch die Beseitigung von gedankenlos weggeworfenen Abfällen und das regelmäßige Unterhalten von Kontakten zu Behörden und lokalen Institutionen gehört, sind eine Daueraufgabe für den Alpenverein unserer Region. Seit wir 1968 mit dem Versuch eines Kletterverbotes am Hohenstein konfrontiert waren und in jahrelanger solidarischer Überzeugungsarbeit, verbunden mit praktischen Aktivitäten vor Ort, dieses ursprünglich pauschal geplante Verbot auf eine erträgliche Form reduzieren konnten, habe ich für den Alpenverein in Norddeutschland diese Arbeiten zur Erhaltung des Zugangs zu den norddeutschen Felsen koordiniert. Dabei hat seit 1990 auch die IG Klettern tatkräftig mitgewirkt, mit der eine kontinuierliche solidarische Zusammenarbeit erfolgte. So ist es möglich geworden, dass auch in einer Zeit mit stärkerer Sensibilierung für den Schutzbedarf von natürlichen Lebensräumen mit der Verabschiedung von Biotopschutzparagraph, EU-Richtlinie Fauna Flora Habitate (FFH) und der Ausweisung zusätzlicher Schutzgebiete die für die Natursportart Klettern wichtigsten Felsgebiete unserer Heimat in wesentlichen Bereichen zugänglich blieben.
Diese Zugänglichkeit ist uns nicht in den Schoß gefallen, sondern war – soweit bisher geschehen – das Ergebnis erheblicher Anstrengungen mit Erstellen einer Felskonzeption und Aushandeln von naturverträglichen Kompromissen für jedes Gebiet und Fels für Fels. Und die ausgehandelten Kompromisse müssen mit Leben erfüllt werden, indem wir sie den neu unseren herrlichen Sport entdeckenden Kletterern als sinnvoll und nötig erläutert und verinnerlicht werden. Siehe oben…
Weshalb diese vielen geläufigen Ausführungen jetzt und hier?
Von Menschen getragene Strukturen unterliegen der Wandlung. Dadurch dass Menschen älter werden, dass sie müde werden oder dass gruppendynamische Probleme auftreten und Menschen verschleißen. Wir brauchen also immer wieder auch neue Menschen, die die Ideen weitertragen und auch weiterentwickeln. Was mich persönlich angeht, so bin ich nicht verschlissen und auch nicht in diesem Sinne amtsmüde. Aber ich sehe mit offenen Augen, und auch durch gesundheitliche Ausfälle darauf gestoßen, dass es nun wirklich Zeit ist, stärker auf eine Übergabe der Aufgabe an Jüngere hinzuarbeiten.
Deshalb jetzt und hier und neu ganz eindringlich die Bitte an alle, denen der weitere Zugang zu den heimischen Felsen für sich und andere wichtig ist, zu prüfen, ob sie sich nicht persönlich für den Alpenverein in diese Aufgabe einbringen können.
Wir brauchen Leute, die sich in der Betreuung besonders der Felsen im Harz und Hainberg als dem der Sektion Braunschweig am nächsten gelegenen Felsgebiet engagieren. Dazu gehört, dass dieses Engagement mit der Tendenz zu einiger Dauer erfolgt, weil die Tätigkeiten Einarbeiten und besonders für die Behördenkontakte Kontinuität verlangen. Das ist Arbeit, aber es ist auch eine interessante und vielseitige Tätigkeit, die zugleich neue Freunde und Mitstreiter bringt. Und ich freue mich, dass ich die Einarbeitung neuer Leute wohl noch deutlich länger begleiten kann, als es vor einem halben Jahr zeitweilig aussah.
Wer Lust hat und bereit ist, in solche Aufgaben einzusteigen, den bitte ich um Nachricht, mit Namen, Telefon-Nummern, Adresse an