Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der Sektion Braunschweig!
Von dem Baufortschritt der Generalsanierung auf unserer Braunschweiger Hütte und unserem Arbeitseinsatz im Mai 2011 möchte ich berichten.
Die Bauarbeiten der Handwerker wurden direkt nach Ostern, am 26.04.2011 begonnen. Unser Projektleiter Ernst Pfeifer beschrieb die Situation auf der Hütte mit einem einzigen Satz „es herrscht tiefster Winter“ völlig zutreffend. Aber Rücksicht wegen der winterlichen Verhältnisse konnte nicht genommen werden. Die Terminsituation zwang zu diesem frühen Beginn, um die Hütte rechtzeitig zur Saisoneröffnung wieder gasttauglich zu machen. Alle erforderlichen Baustoffe konnten rechtzeitig zur Hütte geflogen werden, gleiches gilt für die Handwerker, auch die mußten geflogen werden, da wegen Lawinengefahr alle Zuwege gesperrt waren.
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Cillis Tochter Melanie im neu gestalteten Thekenbereich der Braunschweiger Hütte
Foto: Walter Sprenger |
Von Stefan, dem Schwiegersohn unserer Hüttenwirtin, wußten wir, dass es noch kein Wasser auf der Hütte gab. Insgesamt waren 24 Personen (Handwerker, Sektionsmitglieder und die zwei Hüttenmänner) auf der Hütte avisiert. Wie sollte das alles nur gehen. Kein Wasser und damit auch keine Waschmöglichkeit, nur die Winter-(Trocken)-Toilette als einziger Luxus, war bekannt. Mit dieser Aussicht erfolgte die Anreise der Sektions-Teilnehmer am Sonntag, dem 08.05.11. Die Einsatzdauer war für zwei Wochen geplant. Wir fanden alles bestätigt wie zuvor beschrieben. Hinzu kamen frostige Temperaturen in der Nacht von etwa –15°C, die am Tage, tagsüber bei strahlend schönem Wetter auf 0° Grad anstiegen. Die Umstände bei der Hygiene „zwangen“ zum Handeln, zumal wir erkundet hatten, dass unsere Quelle bereits Wasser führte. Mit dem ersten Hubschrauberflug haben wir dann eine große Rolle Leitungsrohr zur Quelle geflogen und eine provisorische Wasserleitung gelegt. Nach einem weiteren Wartetag konnten sich dann die mehr als 20 Personen endlich eine Toilette und Dusche teilen. Was für ein Luxus! Später folgte eine deutliche Eintrübung der Großwetterlage bis dann ab Sonnabendnachmittag das Schneechaos einsetzte.
Drei wesentliche Aufgaben hatten wir uns vorgenommen:
Zu a) Der Bauleiter der Fa. Maurer+Wallnöfer mußte die abgestimmte gemeinsame Sanierungsaktion an der Außenwand absagen, da der Baustoff eine Einbringung nur bei Temperaturen größer +5°C zuläßt. Wir hätten zwar die Fugen der Wand freilegen können. Das wurde uns mit Hinweis auf einen möglichen Zusammenbruch der Wand dringend abgeraten. Nur Flächen von ca. 1 m2 dürfen zusammenhängend freigelegt werden. Danach muß die Festigkeit erst wieder durch die Neuverfugung sichergestellt werden. Lediglich eine neue Drainage am Wandfuß konnte eingebracht werden, um das Wasser von der Wand fernzuhalten. Die restlichen Arbeiten sind nun auf den 11. Juli verschoben worden in der Hoffnung, dass dann das Wetter die Maßnahme zuläßt.
Zu b) Neben den frostigen Temperaturen kam sehr schnell Frust bei uns hinzu, denn der Schuttberg war durchgehend gefroren. Erste Versuche mit Brecheisen und Pickhacke waren alles andere als erfolgreich. Erst der Einsatz eines schweren, von den Bauleuten ausgeborgten, Bohrhammers ergab ein wenig Erfolg. Mit der Zeit und möglichst vielen Leuten konnte der Schuttberg dann aber doch beachtlich abgebaut werden. Der einsetzende heftige Schneefall verhinderte die abschließenden Arbeiten. Im September werden diese hoffentlich abgeschlossen werden können. Das Ziel, einen Verbindungsweg am Steilhang unterhalb der Seilbahnöffnung zwischen der Hütte und diesem Gebäudeteil herzustellen, ist ein gutes Stück vorangekommen. Wenn dann eine Begrünung erfolgt, werden die Narben in der Natur langsam zuwachsen und der Anblick wieder freundlicher werden.
Zu c) Für den Hüttenbetrieb mußte Platz für ein Getränkelager, Konserven und andere Vorräte geschaffen werden. Die Sanierungsmaßnahme aber hat den letzten freien Platz innerhalb der Hütte für notwendige Technikeinbauten oder Umbauten allgemeiner Art verbraucht, so dass nur eine Auslagerung der benötigten Lagerfläche möglich war. Für den Hüttenbetrieb wurde Fläche innerhalb des Materialbahngebäudes geschaffen und für die Sektion blieb nur der Unterbau unter der Materialbahn übrig. Auch wenn ich in den vergangenen Berichten immer mal wieder über nervige Entrümpelungsaktionen berichtet habe, verdient diese erneute Aktion besondere Beachtung. Ein Raum von ca. 12 m2, völlig vollgestopft bis unter die Decke mit ausrangierten alten Gegenständen, angefangen bei einem alten noch teilweise gefülltem Dieseltank und demoliertem Betonmischer und anderem Schrott wurde der „Raum“ sozusagen entkernt. Und das im wahrsten Sinn.
Der Boden, naturbelassen und mit Unrat versehen, mußte erst durch Einsatz von Schaufeln und Hacke und von den in den Raum hereinragendem Fels mit Bohrhammer befreit und egalisiert werden. Dann die Überraschung, es gab doch tatsächlich fließendes Wasser aus der Wand und das Ganze ohne Wasserhahn. Die Ursache für diesen unerwarteten Wasserfluß aus dem unteren Wandteil konnte eindeutig einer unverständlichen Maßnahme an dem darüberliegenden Fußboden der Materialbahn zugeordnet werden. Mehrere Bohrungen in den Fußboden hinein sollen aufgestautes Wasser abfließen lassen. (Statt dafür zu sorgen, dass eindringendes Wasser, was nicht verhindert werden kann, über ein natürliches leichtes Gefälle aus der Bahn ablaufen kann). Einen Kommentar zu solch einer Maßnahme möchte ich lieber vermeiden. Zumal diese Maßnahme auch schon sehr lange in der Vergangenheit liegt. Eine Abdichtung dieser Decke ist nun unerläßlich, da der „Wasserfluss“ leider die Bausubstanz des Baukörpers der Materialbahn bereits angegriffen hat.
Eine starke Baufolie auf den Naturboden ausgebreitet und erst darüber den Unterbau der Diele erstellt, so haben wir eine „Abdichtung“ nach unten erreicht und dann noch Wände und Fenster und eine Tür eingebaut, so dass der Sektion nun ein eigener abschließbarer Raum mit Lagerfläche und einem Notbett zur Verfügung steht.
Da absehbar war, dass die Wetterlage sich nicht mehr grundlegend ändern würde, wurden die Restarbeiten zusammengefaßt und unsere vorzeitige Abreise für Dienstag der zweiten Woche angepeilt. Zuvor galt es aber noch, künftige Besucher der Hütte über den Verlust unserer Kapelle mittels einer Hinweistafel zu informieren. Unser Bergfreund Norbert Decker, der auch dieses Mal wieder aktiv am Einsatz beteiligt war, hat ein wahrlich informatives Bild unserer alten Kapelle erstellt. Dafür an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank. Ein Hinweis neben einer Sammelbüchse im Eingang zu unserer Hütte ermuntert künftige Besucher, ihren Beitrag zum Wiederaufbau unserer Kapelle zu leisten. Alle Teilnehmer am Arbeitseinsatz haben bereits einen Betrag in die Sammelbüchse geleistet. Wolfgang Ahrens, Alfred Richter und auch ich haben noch ein paar Scheine draufgelegt, um dem Wiederaufbau einen zusätzlichen Anschubimpuls zu geben.
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Spendenaufruf
Foto:Sigbert Goebel |
Nebenstehendes Bild zeigt den Eingangsbereich unserer Hütte mit der Darstellung der ehemaligen Kapelle, eine Hinweistafel neben der Sparbüchse (kleiner Tresor) bittet um eine Spende.
Liebe Mitglieder der Sektion, planmäßig haben wir mit der oben beschriebenen Sanierung den dritten und hoffentlich letzten Teil der Sanierungsmaßnahme, die uns von Seiten der Behörden auferlegt wurde, begonnen. Bisher konnten wir trotz vieler Überraschungen die uns die alten Bausubstanz aufgab, die Kosten weitest im Planungsumfang halten. Regelmäßige Gespräche mit dem Projektleiter vor Ort oder per Mail und akribische Kostenkontrolle in der Sektion konnten ein „Ausufern der Kosten“ bisher verhindern. In der Hoffnung, dass uns keine unliebsamen Überraschungen die Planung nun noch verhageln, erbitte ich weiterhin Ihre konstruktive Unterstützung und Begleitung für dieses, die Sektion stark belastende Projekt. Etwas Vergleichbares mußte die Sektion in ihrem bisherigen Bestehen noch nicht stemmen.
Und dann würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn Sie, liebe Mitglieder, die Traumkulisse unserer Hütte wieder einmal in Natur und nicht nur per Bild betrachten würden. Schauen Sie sich an, was wir geschaffen haben, zur Freude und Nutzen der Mitglieder der Sektion, der DAV-Mi
tglieder im Besonderen und aller Wanderer, die es zur Braunschweiger Hütte in den Ötztaler Alpen treibt. P.S. Gehen Sie versetzt zu den Wandern der „E5-Geherbewegung“. Von Donnerstag bis Montag haben Sie die Gelegenheit auf ein bißchen mehr Individualität als an den Tagen der E5-Karawane.
Habe ich Sie neugierig gemacht, dann schauen Sie ins Netz oder fragen mich ganz einfach; mit meinen Kollegen der anderen Sektionen haben wir Vorschläge für Touren erarbeitet. Fragen, gleich welcher Art beantworte ich gern. Versprochen!
Machen Sie ruhig davon einmal Gebrauch. Alle vorherigen Aufrufe hierzu sind leider ohne Nachhall geblieben.
Es grüßt Sie ganz herzlich Ihr Hüttenwart,