Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2011
Mountainbikegruppe

Sommer-Sonnen-Wende-Tour 2011

Am 21. Juni 2011 fanden sich 13 Mountainbiker gegen 18 Uhr in Bad Harzburg zu einer Tour am längsten Tag des Jahres ein. Nachdem alle ihre Bikes zusammengebaut und die nötige Verpflegung und Ausrüstung eingepackt hatten, erfolgte eine kurze Einweisung durch den Tourenguide über das, was uns in dieser Nacht noch alles bevorstehen sollte.

Die Reaktionen auf die geplante Streckenführung konnten unterschiedlicher nicht sein.

Gegen 18.30 Uhr erfolgte dann der Start bei milden 25°C und einer stärker werdenden Abendsonne. Nicht nur um die Körper auf Betriebstemperatur zu bringen, sondern auch um gleich die ersten Höhenmeter zu knacken, nahmen wir den Teufelsstieg unter die Räder. Auf den ersten Metern der Rodelbahn aufwärts zeigte sich dann auch gleich, wer in diesem Jahr die meisten Trainingskilometer absolviert und damit die beste Kondition aufgebaut hatte.

Zusammen am Molkenhaus angekommen, fuhren wir dann auf der Schotterpiste hinüber zur Kreuzung „Luisenbank“ und von dort aus zur Staumauer des Eckerstausees. Hier begann der erste technische Abschnitt an diesem Tag. Die versierteren Fahrer nahmen die in diesem Jahr neu angelegten Treppen zur Mauerkrone fahrenderweise. Der überwiegende Teil der Gruppe zog es jedoch vor, diesen kurzen Streckenabschnitt zu Fuß zurückzulegen.

Ankunft auf dem Brocken
Ankunft auf dem Brocken
Foto:Oliver Rosal

Der darauffolgende Wurzelteppich entlang des Stausees verlangte dann von allen, Mensch und Maschine, eine gehörige Portion Aufmerksamkeit und Schnelligkeit, denn nur so war dieser Weg überhaupt fahrbar. Weiter ging es entlang des Eckerstausees bei herrlichem Sonnenschein und einem tollen Panoramablick auf den Hochharz. Unser Weg führte uns aber bald weg vom Wasser in Richtung Scharfensteinklippe. Hier gab es die nächste technische Hürde zu bezwingen: den kleinen, stufig aufwärts führenden und mit Wurzeln gespickten Verbindungsweg. Nachdem auch dieses Teilstück hinter uns lag, war nun wieder unsere Kondition gefragt. Vorbei an der Rangerstation, über die sogenannte Kegelbahn, erreichten wir die Kreuzung „Stempelsbuche“ und nach wenigen Metern dann auch den Gelben Brink.

Bis hierher noch als Gruppe unterwegs, wurde dann beschlossen, dass jeder auf den nun folgenden Kilometern sein eigenes Tempo fährt und uns am Brockenbett wieder sammeln.

Nachdem sich alle mehr oder weniger (oder überhaupt nicht) den Gelben Brink hochgequält hatten, legten wir erst einmal eine Pause ein.

Nun gab uns die Brockenstraße die Möglichkeit, es etwas geruhsamer angehen zu lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wir unserem Zeitplan ein ganzes Stück voraus waren, nahmen wir das Tempo etwas raus. Gegen 21.15 Uhr erreichten wir das Brockenplateau bei immerhin noch 14°C und einer leicht getrübten Fernsicht. Beeindruckend war auch, dass außer uns nur einige vereinzelte Wanderer sowohl auf der Straße als auch auf dem Gipfel unterwegs waren. Nun hieß es trockene und warme Klamotten für die bevorstehende „Abfahrt auf Umwegen“ anzuziehen. Ebenso kamen jetzt die mitgeführten Scheinwerfer (einige von der Marke „Baustrahler“) zum Einsatz. Nachdem jeder sein Bike und seinen Helm aufgerüstet hatte, huldigten wir ein letztes Mal der Sonne und begaben uns auf die Rückfahrt nach Bad Harzburg.

Sonnenuntergang am Brocken
Sonnenuntergang am Brocken
Foto:Jens Köhler

Die Brockenstraße mit Topspeed hinunter und hinüber zur Kreuzung „Dreieckiger Pfahl“ Unterwegs begegneten wir niemanden mehr. Von hier aus nahmen wir die kürzeste Verbindung zum Kaiserweg, auf dessen oberem verblocktem Teil es einige von uns richtig krachen ließen. Kurz vor dem verblocktesten Teilstück des Kaiserweges fuhren wir dann aber auf einen, aufgrund der zunehmenden Dunkelheit, kaum auszumachenden kleinen Singletrail. Hier kamen Mensch und Material an ihre Grenzen. Die Regenfälle der vorangegangenen Tage hatten den Untergrund zum Teil stark aufgeweicht und damit auch Steine und Wurzeln äußerst rutschig werden lassen. Einige ungewollte Bodenkontakte und damit verbundene kleinere Schrammen an den Fahrern und an den Bikes waren die Folge. Trotz allem schaute jeder von uns in glückliche Gesichter, aus denen das Grinsen nicht mehr auszulöschen war.

Nach wenigen Metern auf einem Forstweg erreichten wir das „Skidenkmal“.Daran anschließend lag das nächste Highlight dieser Tour zu Füßen: der „Pionierweg“.

Auch hier konnten es einige von uns sich nicht nehmen lassen mit hohem Tempo durch den Weg zu pflügen. Völlig neue Fahreindrücke gegenüber Tagfahrten und zunehmende Adrenalinspiegel lösten Gefühlsausbrüche von ungeahnter Art aus.

Auf dem mittleren Teil des Pionierweges, der parallel zum Ufer des Eckerstausees verläuft, nahmen wir dann zum ersten Mal in dieser Nacht den über unseren Köpfen aufklarenden Sternenhimmel wahr.

Noch kurz auf der Asphaltstraße hinauf zur „Luisenbank“ und weiter hinunter zum Wanderpfad erreichten wir den Einstieg zur „Autobahn“. dem letzten Highlight dieses Tages.

Hier konnten wir auf den letzten Kilometern noch einmal alles aus uns herausholen und die letzten Körner verschießen. Nun blieb uns nur noch die Abfahrt auf der Rodelbahn, um abschließend den Großparkplatz zu erreichen.

Gegen 23.15 Uhr war die Sommer-Sonnen- Wende-Tour 2011 leider schon wieder Geschichte.

Aber es gibt ja ein nächstes Mal!
Wir sehen uns 2012!

gefahrene Kilometer: 40,02 km
gefahrene Höhenmeter: 1.185 m

Volker Kath
Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 18. August 2011