Sektion Braunschweig
 
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2011
Familiengruppe

Am Ith bei Wind und Regen

Eigentlich hatten wir uns besseres Wetter erhofft, aber nun war es soweit und alle freuten sich auf das gemeinsame Zeltwochenende am Ith. Wir, das sind die Väter Volker Fähnrich und Oliver Stadel und deren Kinder: Lea, Marlon, Moritz, Emma und Greta. Am Samstagabend kam dann noch unser Familiengruppenleiter Ralf Hartzsch dazu. Unsere Frauen hatten wir diesmal zu Hause gelassen.

Am Ith angekommen, haben wir zuerst am Samstagvormittag die Zelte auf dem Campingplatz am Humboldtsee aufgebaut. Dort hätten wir bei warmem Wetter auch schwimmen gehen können und es gab Duschen und einen Spielplatz – für Kinder also mehr Angebote. Über das Mittagessen freuten sich die Kinder – es gab Spaghetti und Tortellini mit roter Soße (bzw. alternativ Ketchup). Danach sollte der geplante Kletterausflug beginnen. Das Wetter war durchwachsen, aber zwischen den vielen Regenschauern war es immer wieder schön sonnig, so dass wir uns entschlossen, zu den Lüerdisser Felsen zu fahren. Meine Erwartung, dass bei schlechtem Wetter nur wenig Kletterer an den Felsen wären, wurde erfüllt. Unerwartet war für uns jedoch, dass die Felsen zwar trocken aber der Wind sehr kräftig war. Emma befürchtete, die Bäume könnten uns auf dem Kopf fallen und alle bekamen durch den Wind Sand in die Augen und den Mund. Nach kurzer Zeit hatten alle dunkle Staubflecken im Gesicht. Nach dem Auswischen des Sandes mit einem Taschentuch, sahen die Kindergesichter vorübergehend wieder zivilisiert aus. Letztendlich hielt uns der Wind nicht ab, eine kleine Kletterprobe durchzuführen. Wir hatten Glück, an der Hexenkanzel eine andere Kinderklettergruppe zu treffen, die sogar ein Seil in eine ca. 8m lange sehr leichte Kletterstrecke eingehängt hatte. Zuerst versuchte sich unsere Jüngste, die dreijährige Greta, begeistert am Klettern und konnte fast bis zur Umlenkung vorstoßen. Mit wenigen Ratschlägen und Hilfen ließ sie sich auch vertrauensvoll am Seil wieder ablassen. Die anderen sind dann ebenfalls einmal hoch und wieder herunter geklettert. Nur einmal wurde ich beim Sichern von Lea überrascht. Denn gerade in diesem Moment kam Greta zu mir mit den Worten: „Papa, ich muss mal!“. Also kümmerte sich Volker um Greta und alles wurde wieder gut. Moritz wäre am liebsten noch die benachbarten längeren Routen geklettert, aber die waren leider alle besetzt. Weil die anderen Kinder wegen des Sandsturmes schon arg beansprucht waren, entschlossen wir uns für den Rückzug in unser Zeltlager.

Abends grillten wir dann alle zusammen Würstchen und es gab Stockbrot. Die Kinder tobten noch bis fast zur Nachtruhe vergnügt zwischen den Zelten, dann fielen sie erschöpft in den verdienten Schlaf.

Am Sonntag nach Frühstück und Zeltabbau ging es zu den nächsten Kletterzielen. Zu vom Wind besser geschützte Felsen und danach zu einem Aussichtsturm bei Salzhemmendorf wollten wir wandern. Nach einer kleinen Wanderung erreichten wir unser 17 Mittagsziel – eine wenige Jahre alte luxuriös ausgestattete Holzhütte mit Tischen, Bänken, Fenstern und fließend (Quell-)wasser. Volker spendierte zwei Dosen Ravioli und die anderen gaben noch leckeren Nudelsalat, Thunfisch, Mais und etwas Süßes dazu.

Nun wollten wir endlich klettern. Aber schon kurz nach Anlegen der Kletterausrüstung begann wieder der Regen und er hörte diesmal leider nicht mehr auf. So musste Ralf mittendrin das Vorsteigen auf den nassen Felsen einstellen und den Rückzug antreten. Die schon gelegten Sicherungen ließen sich nur noch durch Abseilen von oben wieder abnehmen. Währendessen schwand bei den „Kleinen“ die Begeisterung und die Nässe machte allen zu schaffen. So war zum Beispiel Moritz beim Warten nass geworden und Greta hatte unbemerkt in derselben Zeit zusätzlich seine Jacke von einer trockenen Stelle in den Regen gelegt. Mit einem Erwachsenenpullover und einem Poncho wurde er aber wieder trocken ausgestattet.

Nun war es später geworden als morgens geplant. Noch schnell die letzten Süßigkeiten verteilt – sie wurden begeistert empfangen – dann ging es auf den Rückweg zum Auto. Greta ist dabei vor Müdigkeit schon auf meinem Arm unterwegs eingeschlafen. Am Auto angekommen spendierte Ralf noch heißes Wasser und Volker Kakao und Kaffee dazu, dann ging es wieder nach Hause. Nur fünf Minuten im Auto unterwegs und alle meine Kinder schliefen erschöpft ein. Dies war unser erlebnisreiches Zeltwochenende! Unser neuer Vorsatz ist, dass wir den Aussichtsturm das nächste Mal zum Abseilen nutzen!

Oliver Stadel
Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 18. August 2011