Sektion Braunschweig
mehrspaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1/2012
Wandergruppe

Der Rheinsteig

ein Premiumwanderweg der besonderen Art

Vom 04. – 11.09.2011 durch eine einmalige Kulturlandschaft von Rüdesheim bis Koblenz. Das Obere Mittelrheintal – im Jahre 2002 ausgezeichnet durch die Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO.

Knapp 120 km in sechs Etappen, Abwechslungsreich und Anspruchsvoll. Ein Wanderweg zu unseren geschichtlichen und kulturellen Wurzeln, den Kelten, Römern, ins Mittelalter, Ludwig XIV, Napoleon, den Befreiungskriegen und dem entstehenden Nationalbewusstsein bis hin zur Rheinromantik. Allerdings ist die Romantik in den vergangenen Jahren einer gewissen Ernüchterung gewichen.

Dies tut einem Wandersmann nicht Not, wird er doch durch die Schönheit der Landschaft, den Weinbergen, die Vielzahl von mehr oder weniger erhaltenen Schlössern und Burgen und den ständigen Blick auf den “ Strom der Deutschen “ vielfach entschädigt. „ Warum ist es am Rhein so schön ….“ hat nicht ohne Grund schon so manche weinseelige Kehle gesungen.

Die insgesamt 17 Teilnehmer der Wanderung kamen teils mit dem Zug, teils mit dem Auto im ersten Quartier in Rüdesheim an. Viel auszupacken gab es nicht, wurde das Hauptgepäck doch für alle bequem von dem Reiseunternehmen von Hotel zu Hotel transportiert. Lediglich Der Tagesrucksack mit Proviant und Flüssigkeit war für jeden Einzelnen zu schleppen. Ausreichende Lunchpakete wurden uns in jedem Hotel günstig angeboten.

Gruppenbild Tempelchen Lorchhausen
Gruppenbild Tempelchen Lorchhausen
Foto: Klaus Franz

Stephan Blechinger und seine Frau waren bereits vorgefahren und hatten in einem schönen, oberhalb von Rüdesheim gelegenen, Lokal mit dem verheißungsvollen Namen “ Salve – Domus Torculorum “ einen Tisch für uns bestellt. Der Name weist auf die lange Tradition des Weinanbaues in dieser Region hin und heißt soviel wie “ Seiet gegrüßt im Haus der Trauben-presse (Torggel) “. Mit nicht alltäglichen - aber schmackhaften - Speisen und den ersten Schoppen Wein, sowie dem obligatorischen Besuch der Drosselgasse (mit unüblichem Pianospiel) waren wir gerüstet und bestens eingestimmt für die kommenden Wandertage. Dies war auch von Nöten, denn der Rheinsteig ist alles andere als ein Spaziergang.

1. Wandertag ( 05.09.2011) Rüdesheim - Lorch, ca. 18 km

Bei schönem Wetter ließen wir es zunächst etwas geruhsamer angehen. Die Seilbahn brachte uns die ersten 200 Höhenmeter hinauf zum Niederwalddenkmal. Beim schweben über die gemächlich ansteigenden Weinberge, konnten wir zum ersten Mal den Blick auf den Rhein und das gegenüberliegende Bingen genießen. Der Rhein bildet hier die Grenze zwischen Hessen und Rheinland Pfalz. Leider zeigte sich die “Germania“ nicht von ihrer besten Seite.

Total eingehüllt wartete sie auf das Ende von notwendigen Renovierungsarbeiten. Das 38 m hohe Denkmal symbolisiert die Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreiches nach den deutsch-französischen Kriegen 1870/71. Wolfgang Henschel mit seinem umfassenden Geschichtswissen konnte die nicht so geschichtsfesten mit den notwendigen Kenntnissen versorgen. Da das Mittelrheintal diesbezüglich einiges zu erzählen hat, hatte er in den nächsten Tagen dazu weiter reichlich Gelegenheit.

Wir wandten uns nun dem Rheinsteiglogo zu. Ein weißes stilisiertes “R“ auf blauem Grund sollte unser sicherer Begleiter für die nächsten Tage werden. Wir folgen dem Rhein in nördlicher Flussrichtung und immer auf der rechten östlichen Seite. Zunächst auf hessischem Gebiet mit ständigem grenzüberschreitendem Blick bis weit ins rheinland-pfälzische hinein. Wir lassen die Aussicht auf Bingen hinter uns und wenden uns, zunächst abwärts auf gut ausgebauten Wegen, durch den überwiegend bewaldeten Hang, dem Jagdschloss Niederwald zu. Vorbei an der künstlichen Ruine Rossel, von der man einen grandiosen Blick auf die Nahemündung, das Binger Loch und den mitten im Flussbett stehenden Mäuseturm hat. Bei Niedrigwasser ist das Binger Loch eine gefürchtete Engstelle für die Schifffahrt. Der Mäuseturm war im Mittelalter eine Zollstelle der Burg Ehrenfels. Heute dient er als Signalturm für die Schifffahrt. Vom “Rittersaal“ haben wir zum ersten Mal einen Blick in das Obere Mittelrheintal hinein und den weiteren Verlauf unserer Wanderstrecke. Beim Jagdschloß Niederwald angekommen nehmen wir noch mal die Annehmlichkeiten eines Sesselliftes in Anspruch und uns hinunter nach Assmannshausen bringen. Vor uns liegen zur rechten die südlich ausgerichteten Weinberge und auf der anderen Rheinseite die Burg Rheinstein.

In Assmannshausen wurde uns die Charakteristik des Rheinsteigs nunmehr bewusst. Wer sich hinunter ans Wasser begibt, muss wieder hinauf. Der Rheinsteig im Bereich des Mittel-rheintales verläuft nämlich überwiegend oberhalb des Rheines durch die Weinberge und am Rande der Hochplateaus von Taunus und Westerwald. Von denen ist der Blick in den in Jahrmillionen eingefrästen Rheingraben garantiert. Also geht es in Assmannshausen ca. 200 Hm durch den Höllenberg - die beste Rotweinlage Deutschlands - in einigen Kehren wieder hinauf. Wir erreichen den in Kupfer gedeckten Rotweintempel, von dem wir die Burg Rheinstein immer im Blick haben. Ein idealer Ort um eine Rast einzulegen. An den großen Sandbänken im Rhein erkennen wir auch, dass dieser Anfang September noch sehr wenig Wasser führt. Weiter geht es in leichtem Auf –u. Ab durch die oberen Weinberglagen wieder hinunter durch das Bodental zum “Drei Burgen Blick“ auf die auf der anderen Rheinseite liegenden Burganlagen und Ruinen. Dann wieder aufwärts weiterführend durch den Bächergrund und das letzte Stück am Hang abfallend hinab nach der an der Mündung der Wisper gelegenen Stadt Lorch, unserem ersten Tagesziel.

Rheindiebach mit Schloss Fürstenberg
Rheindiebach mit Schloss Fürstenberg
Foto: Klaus Franz

Nach kurzer Verschnaufpause in der idyllischen Altstadt von Lorch wurden wir abgeholt und nach Dörscheid, dem Ziel unserer nächsten Tagesetappe, gebracht. Aus organisatorischen Gründen musste dies so sein. Für den reibungslosen Transport hatte das Reiseunternehmen gesorgt. Der auf den Rheinhöhen oberhalb von Kaub gelegene Ort mit seinem von einem Sternekoch geführten Landgasthaus, bot uns Quartier für die nächsten zwei Tage. Neben dem guten Essen gab die Originalität der einzelnen Zimmer bei den Damen Anlass für einen vergnüglichen Abschluss des ersten Wandertages. Leider waren die Herren ausgeschlossen.

2. Wandertag (06.09.2011) Lorsch – Dörscheid, ca. 19 km

Am frühen sonnigen Morgen wurden wir wieder nach Lorch, zum Endpunkt unserer Vortagesstrecke, gebracht. Hier ging es sofort zur Sache. Zunächst durch einem Hohlweg, dann einem sehr steilen und schweißtreibenden Pfad hinauf zur Ruine Nollig. Das steilste Stück war mit Seilen und Eisenstufen gesichert und erforderte etwas Trittsicherheit.

Nach einer kurzen Rast führte uns der Weg auf etwa gleich bleibender Höhe durch Weinberge Richtung Lorchhausen. Hier erwarteten uns nicht nur herrliche Ausblicke auf Bacharach mit Burg Steineck -am schönsten vom spektakulären Felsabsturz der “Wirbeley“- sondern auch das Tempelchen Lorchhausen. Eine in Kunstschmiedearbeit hergestellte Haube, die als Kulisse für unser Gruppenfoto eine ideale Umrahmung bildete.

Pfalz bei Kaub
Pfalz bei Kaub
Foto: Klaus Franz

Bevor wir dann ins Niedertal einschwenkten, war bereits die Pfalz bei Kaub (Pfalzgrafenstein) zu sehen. Bis wir in deren Nähe kamen, war aber noch ein ordentliches Stück Weg zurück-zulegen. Die dazwischen liegenden Täler mussten mehr oder weniger ausgelaufen werden, wodurch wir uns teilweise erheblich vom Rhein entfernten. Im Niedertal verläuft die Grenze zwischen Hessen und Rheinland Pfalz. An dessen Ende erwartete uns wie aus dem Nichts eine Verpflegungsstation, deren Angebote gerne angenommen wurden. Weiter ging es in endlosen Schleifen aufsteigend und waldreich Kaub entgegen. Zum Glück immer wieder unterbrochen durch herrliche Blicke auf die näher kommende Pfalz. Gelegenheit für Wolfgang Henschel von der logistischen Meisterleistung des Feldherrn Blücher zu erzählen, der 1814 in der Neujahrswoche 50.000 Soldaten über den Rhein führte um Napoleon zu verfolgen. Zuvor war die Völkerschlacht bei Leipzig in die Geschichtsbücher eingegangen.

Das letzte Stück nach Kaub ging es nochmals steil abfallend und etwas ausgesetzt -an Burg Gutenfels vorbei- hinunter an den Rhein. Wir mussten aber noch nach Dörscheid. Also nochmals ca. 250 Hm kontinuierlich ansteigend unserem Ziel entgegen.

3. Wandertag (07.09.2011) Dörscheid - St.Goarshausen, ca. 19 km

Von unserem Quartier ging es zunächst durch den Ort, dann über freies Feld zur SchwedenSchanze, dem höchsten Punkt (ca. 350 m) unserer Wanderung. Leider hatte sich das Wetter etwas verschlechtert. Wieder etwas absteigend erreichen wir die Hangkante mit dem Pavillon an der Hahnenplatte. Ein schöner Rast –u. Aussichtsplatz. Hoch über der gegenüber liegenden Stadt Oberwesel. Weiter gilt es einen kurzen alpinen Abstieg zum “Roßstein“ zu bewältigen. Am Anfang des Urbachtals sehen wir auf der gegenüber liegenden Talseite, in ca. 300 m Luftlinie über einem senkrechten Felsabsturz, einen Pavillon. Um diesen zu erreichen werden wir weit über 1 Std. benötigen. Na, sie wissen schon, Tal auslaufen …, inklusive eines steilen und ausgesetzten schweißtreibenden Aufstiegs zu den Dachsgruben. Hier war eine Verschnaufpause dringend angebracht. Damit hatten wir für diesen Wandertag die härtesten Strapazen hinter uns gebracht. Es ging nun durch einen schönen Laubwald der Loreley entgegen. Unsere Mittagsrast legten wir an der “Felsenkanzel“ ein, von der man tolle Tiefblicke und beste Aussicht auf die Loreley genießen kann. Von dort gelangt man auch zum senkrecht abstürzenden Felsen des “Spitznack“. Das letzte Stück des Weges zur Loreley verläuft teils über Wiesen und ist als Kunstpfad ausgelegt. Diverse Kunstwerke säumen die Strecke. Wir umrunden den Loreleyfelsen und sind erstaunt die Statue der Loreley mit ihrer goldenen Haarpracht nicht zu finden. Können wir auch nicht, diese befindet sich nämlich unterhalb des Felsens.

St. Goarshausen mit Burg Katz
St. Goarshausen mit Burg Katz
Foto: Klaus Franz

So lassen wir den Mythos Loreley in uns wirken, schießen ein Erinnerungsfoto, bestaunen die grandiose Rheinlandschaft von der Aussichtskanzel und nehmen das letzte Teilstück unserer Tagesetappe in Angriff. St. Goarshausen und die Burg Katz gesehen haben wir schon, erreicht aber noch nicht. Erst geht es mal wieder bergauf zur Ortschaft Heide. Diese durchqueren wir um dann einem Pfad folgend über Treppen und Stufen hinab zur Burg Katz zu gelangen. Die Burg wurde 1806 von Napoleon gesprengt und nur teilweise wieder aufgebaut. Leider ist sie nicht zu besichtigen. Wir begeben uns daher auf schmalem Weg direkt zu Tal in unser Quartier.

4. Wandertag (08.09.2011) St.Goarshausen - Kamp-Bornhofen, ca. 20 km

Diese Etappe sollte die Anstrengenste werden. Nach kurzem Weg durch St. Goarshausen geht es auf einem ehemaligen Weinbergspfad steil hinauf zur Rheinsteighütte. Von diesem Pfad zweigt der Rabenacksteig -eine klettersteigähnliche Passage von 500 m Länge- ab. Die zwei Mutigen wurden mit prächtigen Aussichten auf St.Goarshausen und St.Goar auf der anderen Rheinseite belohnt. Bei der Rheinsteighütte erreichen wir die Hangkante an der es über Wiesen und Weinbergsbrachen Richtung Burg Maus geht. Wir steigen in einigen Kehren hinab und rasten vor dem verschlossenen Burgtor. Hier haben bevorzugt heiratswillige Einlass. Weiter geht es abwärts bis Wellmich, um dann wieder dem Bergbau -u. Landschafts-pfad folgend über 200 Hm in Serpentinen durch Buchenwald aufzusteigen. Aus dem Wald austretend erreichen wir eine Schutzhütte, von der nach Westen der Blick über das Rheintal in Richtung Hunsrück und Eifel frei wird. Wir sammeln neue Kräfte und bewegen uns durch Feld –u. Wald wieder hinunter, laufen das Pulsbachtal aus und es dauert einige Zeit bis der Rhein wieder sichtbar wird. Unterwegs hat uns Burghard Braband mit einigen Natur-phänomenen vertraut gemacht. Einmal mehr genießen wir die Ausblicke am “Rheinburgen-blick“ und der “ Hindenburghöhe“ um wieder mal 250 Hm durch Wald, Wiesen und Felder auf die Rheinhöhen zum Örtchen Lykershausen empor zu steigen. Mit 340 m der zweit-höchste Punkt unserer Wanderung.

Bornhofen mit den “Feindlichen Brüdern“
Bornhofen mit den “Feindlichen Brüdern“
Foto: Klaus Franz

Über freies Feld, am Waldrand entlang und dann über einen Felsrücken durch dichten Wald steil abwärts erreichen wir die “Feindlichen Brüder“, die Burganlagen Sterrenberg und Liebenstein. Der Sage nach sollen sich hier zwei Brüder bekriegt haben. Burg Sterrenberg wurde schon 1034 erwähnt und ist die älteste noch erhaltene Burganlage am Rhein. Dort kehrten wir ein und erfreuten uns von der windgeschützten Burgterrasse an dem Blick auf das westliche gelegene Bad Salzig. Den restlichen Felssteig zu unserem Ziel Kamp-Bornhofen bewältigten wir frisch aufgetankt dann relativ locker.

5. Wandertag (09.09.2011) Kamp-Bornhofen - Braubach, ca. 18 km

Tags zuvor hatten wir bei den “Feindlichen Brüdern“ den Rheinsteig verlassen und waren nach Kamp-Bornhofen dem Rhein-Burgen-Weg gefolgt. Auf diesem blieben wir nun und marschieren am Ufer entlang rheinabwärts bis ans Ortsende von Kamp. Dort geht es dem Hang folgend wieder schräg ca.150 Hm hinauf. Gegenüber von Boppard wird der an der Hangkante verlaufende Rheinsteig dann wieder erreicht. Dieser verläuft weiter etwas unter-halb der Plateaukante, mit ständigem Blick auf Boppard, abwärts Richtung Filsen. Bei der Hütte am “Filsener Lei“ rasten wir, um den Fotografen gerecht zu werden. Nunmehr abwärts auf steilem Pfad zur Marienkapelle um dann der Rheinschleife zu folgen. Im Bereich von Osterspai verschwindet der Weg in einem längeren Waldstück. Schön zu gehen, aber immer wieder unterbrochen durch steile Auf –u. Abstiege. Insbesondere im Dinkholder Tal brachte uns ein längerer Aufstieg noch mal ordentlich ins Schwitzen. Der erste Blick auf die Marksburg und den weiteren Verlauf des Rheins belohnte diese Mühe.

Bitte zur Marksburg bei Braubach schauen
Bitte zur Marksburg bei Braubach schauen
Foto: Klaus Franz

Während dieser Waldpassage regnete es. Das schützende Laubdach hielt das meiste Wasser ab, so dass die gesamte Tour von Rüdeshein bis Koblenz überwiegend Trocken und bei schönem bis wolkigem Wetter stattfand.

Nach dem Verlassen des Dinkholder Tales können wir nun auf bequemem Weg gen Braubach steuern. Wir entschließen uns aus Zeitgründen die Marksburg rechts liegen zu lassen und eine Abkürzung nach Braubach zu nehmen. Eigentlich schade, denn die Marksburg ist die einzige nicht zerstörte Höhenburg am Mittelrhein und absolut sehenswert. Auf dem Weg zum Bahnhof sehen wir uns zumindest Braubach an. Mit dem Zug geht es dann nach Koblenz, wo wir Quartier für die nächsten zwei Tage haben.

6. Wandertag (10.09.2011) Braubach (verk. ab Niederlahnstein) - Koblenz, ca. 12 km

Da an diesem Tag einiges auf dem Programm stand, mussten wir das letzte Teilstück unserer Wanderung leider erheblich verkürzen. Mit dem Taxi wurden wir nach Niederlahnstein gebracht. Bei herrlichem Wetter stiegen wir durch die wildromantische Ruppertsklamm auf. Eine rutschige und feuchte Angelegenheit. Am Klammende angekommen ging es direkt weiter kräftig aufwärts. Auf nunmehr breiten Wegen mit einigen Haken durch den Horchheimer Wald, über den Lichter Kopf, hinab in Richtung Pfaffendorf. Der Lichter Kopf gewährt uns einen Blick auf die kurz vor ihrer Mündung in den Rhein stehenden Lahn, die Burg Lahneck und in der Ferne das Schloss Stolzenfels mit dem Königsstuhl.

In Pfaffendorf gelangten wir an den Rhein und strebten über den Uferweg dem Ziel unserer Wanderwoche zu. Beim Überqueren der Pfaffendorfer Brücke hielten wir noch mal inne, um das Panorama von Koblenz, mit Schloss, Moselmündung, dem Deutschen Eck und die Festung Ehrenbreitstein, zu genießen.

Viel Zeit blieb uns leider nicht, denn um 15.00 Uhr wartet schon ein Ausflugsschiff, um uns nach Oberwesel zu bringen. Dort sollten wir den krönenden Abschluss der Wanderwoche erleben, die Veranstaltung “ Rhein in Flammen“. Ein alljährlich stattfindendes Feuerwerk der Superlative. Unser Platz auf dem Schiff war reserviert, das Abendsessen bestellt und die Getränke gekühlt. So konnten wir uns bequem zurücklehnen und das Spektakel genießen.

Die Fahrt verlief entgegengesetzt unserer Wanderstrecke und bescherte uns den Blick aus anderer Perspektive (zumindest so lange es hell war). Vorbei an dem in voller Pracht erstrahlenden Schloss Stolzenfels, Braubach mit der Marksburg bis nach St. Goar. Hier sammelten sich vor der Engstelle Loreley bis zur anbrechenden Dunkelheit ca. 80 Schiffe. Der Rhein war zu dieser Zeit bereits flussabwärts bis Oberwesel gesperrt. Der ganze Konvoi bewegte sich dann diszipliniert und mit voller Beleuchtung, an der Loreley vorbei, Richtung Oberwesel. Hier sammelte man sich wieder und harrte der Dinge. Schlagartig wurden Oberwesel und alle Schiffe Dunkel und die ohrenbetäubende Stimme der Weinkönigin erklang aus den hier steil abfallenden Felsen und begrüßte die Gäste.

Ganz Oberwesel, mit seinen vielen Stadt –u. Burgmauern, Kirchen und mittelalterlichen Gebäuden –u. Türmchen erstrahlte rot illuminiert und das Feuerwerk begann. Nach den Filmmusiken der Comicfiguren Superman, Batman und Spiderman wurde der Kampf gegen das Böse symbolisch umgesetzt und feuerwerkstechnisch hervorragend dargestellt. Die in die Hunderttausende gehenden Zuschauer auf den Schiffen und an den Ufern waren begeistert.

Entsprechend war die Stimmung auf der Rückfahrt. Das schöne Wetter und der am klaren Himmel erstrahlende Vollmond taten ihr Übriges dazu.

Den folgenden Abreisetag nutzten einige noch zu einem Besuch der Bundesgartenschau 2011.

Mit der eigens dafür gebauten Seilbahn schwebte man über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein hinauf. Dort war der größte Teil der Ausstellungsfläche angesiedelt.

Eine ausgefüllte und interessante Wanderwoche war zu Ende. Absolut empfehlenswert.

Klaus Franz
Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 22. Februar 2012