Sektion Braunschweig

Ausbildung

Klaus Steube
Dirk Reinecke

Ausbildungsreferent:
Leiter: Dr. Klaus Steube, Gunzelinweg 27, 38321 Groß Denkte, Tel. 05331/857154,E-Mail: click
Stellvertreter: Dirk Reinecke: E-Mail: click
Anfragen und Anmeldungen bitte richten an: ausbildung@davbs.de


1.182 Bergsportler verunglückt!

...sagt die Unfallstatistik des DAV für das Jahr 2016, die im September veröffentlicht wurde.

Ist das eine große Zahl? Nominal betrachtet: Nein! Selbstverständlich ist jeder Un- oder Notfall „einer zuviel“. Aber in der Gesamtzahl und bezogen auf die Mitglieder des DAV (>1 Million) bedeutet das weniger als 0,1%. Die Gesamtzahl aller Verunglückten liegt allerdings um einiges höher. Denn: In die Unfallstatistik finden nur Unfälle der DAV-Mitglieder Eingang und auch nur solche, die formal gemeldet werden. Ähnliche Statistiken gibt es natürlich auch von den anderen alpinen Verbänden (CH, Ö, Ita), während die Zahlen von verunfallten Nicht-Mitgliedern kaum zu erfassen sind. Die erhobenen Zahlen gelten für „weltweite“ Unternehmungen der DAV-Mitglieder (Grafik 1). Setzt man die Unfälle ins Verhältnis zu den DAV-Mitgliedern, sind diese Werte jedoch rückläufig (weil der DAV seit Jahren einen starken Mitgliederzuwachs hat).

Dreißig DAV-Mitglieder starben 2016 bei den Unfällen. Das ist die niedrigste Zahl seit vielen Jahren, während die Un-/Notfallzahlen fast kontinuierlich gestiegen sind. Diese gegenläufige Entwicklung lässt sich so erklären, dass immer mehr Mitglieder gerettet werden (können), bevor es für diese lebensbedrohlich (oder zu spät) ist.

Auch wenn Schlagzeilen des Boulevards wie „Massensterben am Everest“ oder „Der Mont Blanc holte sich wieder x Bergsteiger“ für Leserquoten und Stammtischgespräche sorgen, so muss doch betont werden, dass fast die meisten DAVler beim Wandern und Skifahren „erwischt“ werden. (Nicht vergessen: Es werden in der Statistik nur die gemeldeten Unfälle berücksichtigt!) Mehr als die Hälfte der Unfallzahlen betrafen Wanderer und Wintersportler.

Der Rest verteilt sich auf Bergsteigen (inklusive Klettersteiggehen), Mountainbiken und Klettern (alpin + Halle) (Grafik 2).

Analysten dröseln die Zahlen weiter auf, und da wird es für uns als „Nutzer“ wieder interessant: Stürze sind die häufigsten Ursachen (nicht sehr verwunderlich), aber bedenklich sind die sog. Blockierungen. Das sind beim Bergsport solche Situationen, aus denen die Betroffenen sich nicht selbst „befreien“ oder retten können und auf die Bergrettung angewiesen sind – obwohl keine äußeren Verletzungen vorliegen. Bedenklich ist insbesondere, dass seit zwei Jahrzehnten diese Blockierungen zunehmen, auch relativ zur Zahl der Mitglieder.

Welche Schlussfolgerungen kann man ziehen? In der Pressemitteilung heißt es: „Der wirksamste Schutz vor schweren Bergunfällen sind eine gute Tourenplanung und ausreichende Reserven – zeitlich und körperlich.“ Über Gefahren im Bergsport sollte sich jeder (einigermaßen) im Klaren sein, auch wenn Bergsport an sich kein gefährlicher Sport ist – wenn er mit Sinn und Verstand ausgeübt wird. Erfahrung, Können und Wissen sind wichtige Voraussetzungen für den verantwortungsvollen Umgang mit den Gefahren im Bergsport. Kennen und Können lassen sich erlernen und einüben, z.B. innerhalb einer Gruppe, bei Kursen und Touren der alpinen Vereine oder in „Bergsteigerschulen“ in denen geprüfte Bergführer tätig sind. Wir als alpenferne Sektion sind natürlich nicht so breit aufgestellt wie der DAV Summit Club und andere professionell arbeitende Institutionen. Alle unsere Trainer sind ehrenamtlich tätig und erwerben ihre Kenntnisse durch die Ausbildung und regelmäßige Fortbildungen des Hauptverbandes. Etliche sind schon viele Jahre aktiv, manche erst seit kurzem. Durch den „urbanen Bergsport“ Klettern an Kunstwänden ist die Mehrheit unserer Trainer dort tätig.

Im kommenden Jahr werden wieder einige neue Trainer hinzukommen. Darüber freue ich mich und hoffe (wieder) auf rege Anmeldungen von Mitgliedern der Sektion für unsere Kletterkurse. Die Alpen sind weiter weg und wir haben in unserer Sektion deutlich weniger Trainer als z.B. Hannover. Das ist schade, und bedauerlich ist es um jeden Einzelnen, der die Riege verlässt. Das schmerzt auch persönlich, weil sich damit auch manchmal jahrelange Freundschaften „verlaufen“. In mein Dankeschön an alle, die gehen (wollen/müssen), mischt sich daher auch ein großes Stück Wehmut.

Die Unfallzahlen sowie eine Einordnung der statistischen Werte finden sich im Downloadbereich des DAV-Presseinfo .


Die Kurse/Touren

Das Kursprogramm für 2018 wird voraussichtlich in der zweiten Februarhälfte 2018 erscheinen.
Bitte haben sie noch etwas Geduld!


Organisatorisches

Teilnahmebedingungen

Ausbilder / Qualifikationen


Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 19. November 2017