Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1/1998
Klettergruppe

Skischmankerl rund um die Neue Bamberger Hütte

Zu Anfang ein absolutes Novum: Zum ersten Mal fuhren wir wirklich in das Tourengebiet, welches ich auch in den Mitteilungen vorab angekündigt hatte, nämlich das Gebiet um die Neue Bamberger Hütte in die Kitzbühler Alpen!

Gipfelanstieg zur StanglhöheSo fanden sich also, ganz wider Erwarten, am 27.Dezember gegen Mittag sieben wackere Mitstreiter und eine noch wackerere Mitstreiterin am Gasthof Wegscheid ein. Da der neunte Mitstreiter, der "Engländer", mit einem allseits als höchst unzuverlässig eingestuften Fahrzeug anreisen wollte, wurde der zweistündige Aufstieg zur Hütte ohne ihn begonnen, um noch vor Dunkelwerden oben anzukommen. Als Thomas abends beim Abendessen endlich eintraf und vermeldete, er müsse übermorgen nochmals absteigen, um sein Gefährt aus einer Innsbrucker Autowerkstatt freizukaufen, war uns klar, daß das Katastrophenauto wieder zugeschlagen hatte.

Der folgende Tag bot einen gemischten Auftakt mit Schneetreiben und bescheidenen Sichtverhältnissen. Ausgeprägtes Ausharrungsvermögen bewies Günter, als ihn seine Gruppe, nachdem sie ihn beim Aufstieg deponiert hatte, bei der Abfahrt im Nebel verpaßte und erst nach vier Stunden endlich wieder fand.

Die weiteren sieben Tage boten hingegen ungetrübten Skigenuß bei herrlichem Pulverschnee und sonnigem Wetter. Der Reihe nach wurden alle namhaften Gipfel rund um die Hütte erklommen: Schafsiedel, Aleitenspitze, Fünfmandling, Östlicher Salzachgeier, Tristkopf, Kröndlhorn und Stanglhöhe. Vielleicht keine ausgeprägten Renommiergipfel, was sie aber durch ein hohes Maß an Abfahrtsgenuß mehr als aufzuwiegen verstanden.

Getrübt wurde die Woche eigentlich nur durch Kristinas schmerzhafte Knieverletzung, als sie bei der Abfahrt vom Tristkopf unglücklich stürzte. Hier sah sich so mancher aus der Gruppe - mich eingeschlossen - schon eifrig beim Skinotschlittenbau. Aber als erfahrene Trickskiläuferin erfolgte die weitere Abfahrt (gewohnt elegant) nur auf einem Bein.

Als sich Burkhard am letzten Tag nicht lumpen ließ, uns alle nach geglückter Talabfahrt zu einem großen Abschlußfressen einzuladen, ging eine höchst genußreiche und spaßige Tourenwoche zu Ende.

Matthias Körner

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 10. Februar 1998