Familiengruppe

HerbstTour zu den Hohneklippen

Los geht's am Sonntag, 21. Oktober 2001 um 10 Uhr und 10 Minuten vom Wernigeroder Bahnhof (234 m) mit der dampfbetriebenen Schmalspurbahn Richtung Drei Annen Hohne. So eine Fahrt unter Dampf, auf schmalen Gleisen und durch romantische Wälder ist ein besonderes Erlebnis. Die Gleise führen im munteren Wechselspiel vorbei an vielen Schönheiten des Harzes.

Dampflok
Foto: Jutta Smolarczyk

Von Wernigerode geht die Fahrt zunächst quer durch den Ort, umrahmt von Häusern und Gärten. Haltepunkte sind Westerntor (238 m), Hochschule Harz (256 m) und Hasserode(280 m) - Ursprungsort oder Namensgeber der Brauerei mit dem Auerhahn. Kurz vor dem Bahnhof Steinerne Renne (311 m) führt der Schienenverlauf durch eine enge Schleife, so daß wir aus den Abteilfenstern und von den offenen Zwischentritten der Waggons die Lokomotive unseres Zuges sehen können. Ab hier folgt der lange, kraftzehrende Anstieg nach Drei Annen Hohne (540 m). Die Fahrt führt entlang der engen Bögen des Drängetals und durch den einzigen Tunnel aller Schmalspurbahnen in den neuen Bundesländern, vorbei am Weghaus "Drei Annen" zu unserem Zielbahnhof, den wir nach vierzig Minuten planmäßig erreichen. Hier zweigt auch die Strecke zum Brocken ab, auf der seit 1992 wieder Züge zum höchsten Gipfel Norddeutschlands verkehren.

Doch wir wollen uns jetzt in das Wanderparadies Drei Annen Hohne stürzen.

Wir folgen dem Wanderweg Richtung Glashütten, überqueren den Wormkegraben, besteigen den Trudenstein (706 m) und biegen ab zur Bärenklippe (850 m). Nun befinden wir uns mitten im Wandergebiet Hohneklippen, es bietet nette Kraxeleien für die Kinder und weite Ausblicke über den Unterharz und das Harzvorland. Das Wetter hat heute alles zu bieten: ein wenig Regen, ein wenig Sonne , Wolken und Wind. Oben auf der Leistenklippe (900 m) ist es gar stürmisch, so daß wir es vorziehen, unsere Brotzeit in einer gemütlichen, etwas tiefer gelegenen Schutzhütte zu halten. Nach dieser Stärkung machen wir uns über den Beerenstieg (Wanderweg 55 E) auf den Rückmarsch. Kurz hinter der Försterei Hohne überqueren wir wieder den Wormkegraben und gehen durch eine Allee von Kastanienbäumen zurück zum Bahnhof Drei Annen Hohne.

Da bis zur Abfahrt unseres Zuges noch ein wenig Zeit ist, können wir beim Auffüllen einer Dampflok mit dem für den Betrieb der Lok notwendigen Wasservorrat zuschauen.

Wir informieren uns in dem kleinen Bahnhofsgebäude über die Harzer Schmalspurbahnen GmbH,die einen ganzjährigen Zugverkehr mit 25 Dampflokomotiven (in der Regel aus den 50er Jahren) betreibt. Das Streckennetz hat eine Länge von 132 km und ist das längste zusammenhängende Schienennetz einer Schmalspurbahn in Deutschland. Die Bahn steht schon seit 1972 unter Denkmalschutz. Die älteste Lok stammt aus dem Jahr 1897. Wir steigen in unseren Zug und fahren zurück zum schönen Wernigerode, dem Heimatbahnhof der Dampfloks.

Winter-Wochenende im Harz

Weihnachtsmann
Foto: Michael Krech

Szenenwechsel: Acht Wochen später, da hat sie uns wieder und wir sie ....... die Torfhaushütte. Die Hüttenwirtin empfängt uns mit den freundlich einladenden Worten: "Alle Jahre wieder..." und die treffen den berühmten Nagel auf den Kopf. Und alle sind sie wieder da: Sigrid mit Sophie, Rainer mit Thorsten, unsere Organisatirin Bruni und Wolfgang mit den Zwillingen, Horst und Edith, Jürgen und Lisel, Michael, Rita und Maxl, Ralf und Alicja und - und - und ......, aber da ist auch jemand, den wir noch nicht kennen, Alicjas Mutter hat Alicjas kleinen Bruder Tim mitgebracht, und der ist gerade ein paar Wochen alt und noch ganz neu.....Später kommen unter anderem auch noch Ulli mit Frau und Kindern, sowie Tina und Anja. Doch halt, vorher erscheint noch jemand anderes und der ist das Witzigste, was wir seit langem erlebt haben. Wir wagen es kaum, ihn zu beschreiben. Doch können wir es den Lesern unseres Mitteilungsblattes nicht vorenthalten, eine genaue Beschreibung seiner Person abzugeben. Also, er ist ungefähr 1,70 m groß, etwas untersetzt, rundlich geformt, trägt einen roten Mantel und eine rote Mütze mit vielen kleinen weißen Bommeln dran (was unsere Kinder sehr komisch fanden), zudem noch einen schneeweißen Wattebart und er bringt seinen eigenen Sack mit. Zu unserer Überraschung kann er nicht nur Mundharmonika spielen und jodeln, sondern er bringt uns auch noch mitten im schönsten Dezember dazu (wo wir schon alle auf "Oh, Tannenbaum, wie schön sind deine Blätter" eingestimmt sind), das Lied "Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt , die ist schön" zu singen. Aber schön ist's allemal, ob wir nun einen schönen Tannenbaum besingen oder eine schöne Seefahrt.....

Nach dem gemeinsamen Abendessen (Frau Gödecke lief mit der dampfenden Gulaschschüssel eifrig zwischen den Tischen herum) findet sie auch noch im Keller der Hütte einige alte Wachsfackeln, die es uns ermöglichen, ins Dunkle aufzubrechen und unser Nachtrodeln vom vergangenen Jahr auf der Abfahrt unterhalb des Parkplatzes zu wiederholen.
Auf der vom Fackelschein erleuchteten Piste ist es auch bei bedecktem Himmel und ohne Mondenschein ein Erlebnis.

Auch der nächste Tag, Sonntag, der 16. Dezember steht im Zeichen des Rodelvergnügens, und so verbringen wir noch gemeinsam ein paar nette Stunden, bevor wir uns ("same Procedure") bis zum nächsten Jahr verabschieden.

Jutta Smolarczyk

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 3. Februar 2002