Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 1/2007
Klettergruppe

Klettern in Antalya oder „eine geht noch…“

Gruppe
Foto: Inga Kuhnt

Im November diesen Jahres fanden 6 Kletterer, Marius und Inga aus der Braunschweiger Gruppe, Tobias und Martin aus dem DAV Ingolstadt, Tanja aus Ulm und Jesus aus Barcelona zusammen, um in die Türkei nach Antalya zu fahren und zu sehen, ob Türken Döner Essen, was das Türkische Bad ist und vor allem….das Traumklettergebiet Antalyas zu testen. Nach einer eher feuchten Ankunft im JoSiTo Camp, der Weg ins Camp war kaum befahrbar, weil es Tage vorher extrem viel geregnet hatte und zwei extrem kalten Nächten („Tschuldigung könnte ich noch drei Decken mehr haben, und wollen wir nicht alle in einem Bett schlafen“), ging es an eine traumhaft schöne Kletterei bei angenehmen Temperaturen. Aber…erst mal was zum Camp.

Das JoSiTo Camp, welches seinen Namen von seinen drei super netten Besitzern Jost, Siri und Tobias hat, liegt in den Bergen, den Ausläufern des Taurusgebirges, in der Nähe von Antalya in Mitten eines malerischen Tales. Das Schöne an dem Camp ist nicht nur die gute, auch essenstechnische Betreuung, sondern auch die Atmosphäre, die dadurch entsteht, fast ausschließlich von Kletterern umgeben zu sein…und dazu noch von Weltklasse Kletterern (wie Jesus uns einmal drauf hinwies, dass ja Marietta Uhden da ist). Genial ist auch die Tatsache, dass direkt am Camp, ein unglaublich großes, tolles Felsengebiet liegt. So erreicht man in zwanzig Minuten sowohl traumhafte Mittelmeerstrände, als auch schneebedeckte Dreitausender. Das Gebiet, welches direkt beim Camp ist, trägt den unglaublich leicht zu merkenden Namen Geyikbayiri und ist benannt nach dem gleichnamigen, naheliegendem Dorf.

Geyikbayiri ist ein relativ junges Gebiet und wurde im Jahr 2000 von Öztürk Kayikci entdeckt, welcher mit weiteren inländische und ausländische Routenerschliesser ein großartiges Klettergebiet hat entstehen lassen. Derzeit existieren dort um die 350 Routen in allen Schwierigkeitsgraden, welche auch sehr gut abgesichert sind. In den höheren Graden dominieren überhängende Klettereien an Sinterfahnen, während in den Routen bis 7+ senkrechte bis geneigte Wandkletterei vorherrscht. Des weiteren gibt es mehrere Mehrseillängenrouten und…aufgrund der enormen Auswahl sind die Gebiete selten überfüllt. In Geyikbayiri kann im Übrigen ganzjährig geklettert werden. Gerade in Zeiten des deutschen Winters, ist es dort sehr angenehm, wenn es aber auch doch recht früh dunkel wird.

Akyarlar
Akyarlar
Foto: Helmut Hielscher

Ein anderes auch sehr schönes Gebiet ist ca. 25 Minuten vom Camp entfernt und liegt direkt am Meer. Es ist ein kleines (ca. 20 Routen), sehr idyllisches Gebiet in einer sehr schönen Bucht. Hier ist nicht nur der Fels eine nette Abwechslung, sondern auch die Möglichkeit, nach jeder Route eben ins azulblaue Meer einzutauchen (was Marius, wie Gott ihn schuf, auch bei den eher kalten Wassertemperaturen prompt nutzte).

Um zu den Gebieten außerhalb des Camps zu gelangen kann man zum einen trampen (was nach Antalya recht einfach ist, zurück, wenn man nicht genau weiss, wo man hin muss, schwierig werden kann. Obwohl…es selten ein Sprachproblem ist, denn interessanter Weise sprechen viele Türken in Antalya deutsch) oder man mietet sich ein Wagen vom Camp aus, ein ebenfalls sehr toller Service!

Die Kletterei generell ist wirklich ein Traum. Es waren für jeden tolle Routen zu finden und die Auswahl war einfach enorm. Ich hätte am Liebsten nicht einen Tag Pause gemacht, meine Hände waren nur leider anderer Meinung. Dennoch kann man die Ruhetage wunderbar nutzen, um nach Antalya rein zufahren, diverse Dönerläden zu testen, auf einen türkischen Markt (oder nennen wir ihn eher touristischen) zu gehen oder…eben ein türkisches Bad zu nehmen. Letzteres (naja, eigentlich alle Dinge) ist absolut empfehlenswert, denn man wird in einem solchen Bad nicht nur komplett grundgereinigt, sondern man bekommt ganz hervorragende Massagen, was nach ein paar harten Klettertagen ein absoluter Traum ist.

Man hat in Antalya daher sehr viel Möglichkeiten, dort einen wunderschönen Urlaub zu verbringen. Wir hatten alle Spaß und werden bestimmt noch mal zurückfahren, um die restlichen 300 Routen zu klettern….Eine Reise nach Antalya ist daher ein MUSS für jeden Kletterer!!!

Inga Kuhnt

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 11. Februar 2007