Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2010
Klettergruppe

Klettergruppe auf Granittour in Sokoliki

Johannes Bopp

Am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt ging es endlich los. Auf nach Polen ins wunderschöne Sokoliki. Unser polnischer Reisebus stand bereit und los gings in Richtung Osten.

Auf der Fahrt gab uns Robert Rurkowski, unser Reiseleiter, Informationen über das Gebiet und unsere Herberge, in der wir in der Nacht noch mit leckeren polnischen Spezialitäten verwöhnt werden sollten. Aber erst einmal stand uns eine lange Busfahrt bevor. Bei einer Reisegeschwindigkeit von knapp 80 kmh, kamen wir dann irgendwann am frühen Morgen in einer gemütlichen Bergütte bei Sokolik an. Der sehr gastfreundliche Hüttenwirt nahm uns in Empfang und Robert stellte ihn und seine Familie uns vor.

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Gut ausgeschlafen sammelten wir uns vor der Hütte und dann ging es an die Felsen. Robert zeigte uns das Gebiet und erzählte die eine und andere Besonderheit zu dem sehr idyllischen Klettergebiet. Danach gings los. Klettersachen raus und ran an den Fels. Hier stellten wir fest, was für ein toller Fels das hier ist. Sehr rau gespickt mit markanten Strukturen, sowie eine gute bis sehr gute Absicherung durch Bohrhaken.

Dazu ist für alle Geschmäcker von leichten (2 UIAA), bis harten Graden(9 UIAA) was dabei. Routen von 10–60m Länge. Cleane und komplett eingebohrte Routen. So kam jeder unserer 20köpfigen Reisegruppe auf seine Kosten. Nur das Wetter war anfangs zu beanstanden. Die Temperaturen waren sehr frisch und die Sonne wollte sich nicht so richtig blicken lassen. Am Abend beim Lagerfeuer wurden die kalten Hände wieder von außen und der Körper von innen durch Wodka aufgewärmt. Manch einer unterschätzte dabei die Wirkung des Getränks und konnte sich an den Weg ins Bett nicht mehr richtig erinnern...

Am nächsten Morgen, zum Teil verkatert, stand die Truppe wieder bereit zum Klettern. Aber leider war der Wettergott nicht auf unserer Seite. Es regnete aus allen Löchern, und die Stimmung war im Keller. Robert konnte aber einige Tapfere dazu überreden, doch ein paar überhängende Routen zu klettern. Und es ging wirklich besser als erwartet. In Sokolik kann man also auch bei Regen klettern! Der andere Teil der Gruppe entschied sich, eine Regenwanderung zu unternehmen, um das Gebiet zu erkunden. Abends wieder vereint, konnte dann jeder am Lagerfeuer von seinen Erlebnissen des Tages berichten.

Jetzt war es schon Samstag! Unser letzter Klettertag in Polen stand an. Das Wetter hatte sich beruhigt, und wir konnten noch einige wunderschöne Touren klettern. Am Abend gab es dann die „Sau am Spieß“ mit Wodka und viel Spaß! Am nächsten Morgen war Aufbruchstimmung angesagt. Und während manche erst aufstanden, kam Robert bereits mit Olli vom Fels wieder. Sie waren schon früh angestanden, um noch ein paar Routen zu klettern! Anschließend wurde gepackt und los ging es Richtung Heimat. Nach einem kleinen Zwischenstopp durch die Deutsche Polizei, bei der wir aber niemanden zurücklassen mussten, kamen wir glücklich und kaputt in Braunschweig an der DAV Kletterwand wieder an. Das war eine tolle Reise und wir haben uns schon überlegt, auch nächstes Jahr wieder „Rurkowski Tours“ zu buchen. Dann aber nach Sardinen und ein bisschen länger! Da soll der Granit noch gröber sein!

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 21. August 2010