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Braunschweiger Hütte

weiterer Arbeitseinsatz unserer Sektion und Probleme mit der Stromversorgung

Norbert Decker, 2. Hüttenwart
Das Arbeitsteam im Braunschweiger Eck
Das Arbeitsteam im Braunschweiger Eck
Foto: Armin Rogge

Nach ausführlichen Planungen und Vorbereitungen haben sich wieder einmal sechs freiwillige Helfer auf den Weg ins Pitztal gemacht. Start war am 15. Juni 2012 mit einem gemieteten VW-Bus der Firma SIXT. Das von uns vorab bestellte Material lag an der Talstation unserer Materialseilbahn bereit.

Bei bestem Sonnenschein ging es los. Aufgeteilt in Arbeitsteams fi ngen Klaus Scheunemann, Klaus Witt, Eberhard Stecher, Burghard Suschinski, Norbert Decker und ich mit der Arbeit an. Das größte Vorhaben war die Sanierung des Daches der Bergstation der Seilbahn. Also, “kurzerhand“ das alte Dach abgerissen und neu eingedeckt. Festgenagelt und verschweißt hält es nun Schnee, Sturm und Regen stand. Unter diversen Lagermatratzen haben wir Lattenroste gebaut. Durch die zeitaufwendigen Sägearbeiten sind uns leider Kettensäge und Kreissäge kaputt gegangen. Die beiden Wasserübergabebrunnen wurden mit einer Metallabdeckung versehen, der Kellergang gefliest, Wände verputzt, der Technikraum gespachtelt und gestrichen. An der Talstation wurde eine Parkplatzeinzäunung in den felsigen Boden gerammt. Aus Braunschweig hatten wir Tür- und Hinweisschilder mitgebracht, die nun die Orientierung in der Hütte erleichtern. Alle Betten und Lager wurden mit Nummern versehen, damit es bei der Belegung keine Unstimmigkeiten mehr gibt. Auch ein neues Hüttenschild wurde montiert. Feuerlöscher erhielten ihre Wandhalterung. Die Montage von Garderobenhaken in Zimmern und Toiletten, Seifenablagen in den Duschen und diverse Reparaturen rundeten das Bild ab. Für unseren neuen Koch haben wir aufgrund seiner Körpermaße ein besonderes Bett gebaut. Als letzte große Baumaßnahme wird die neu geschaff ene Zirbenstube von Fachleuten mit Zirbenholz verkleidet und mit Sitzmöbeln eingerichtet.

Hüttenwart Armin Rogge und „Hüttenwirt“ Stefan Neurauter
Hüttenwart Armin Rogge und „Hüttenwirt“ Stefan Neurauter bringen das neue Hüttenschild an der Braunschweiger Hütte an
Foto: Armin Rogge

Durch die Mitgliedschaft in der Wegegemeinschaft Pitztal wird noch im Juni der Wasserfallweg generalsaniert. Es werden Seilversicherungen und Tritte von einem Arbeitsteam der Wegegemeinschaft montiert. Als Sektion tragen wir lediglich die Materialkosten. Wie in den letzten Jahren wurden wir wieder von dem Küchenteam mit allerlei Spezialitäten verwöhnt. Nach acht Tagen war die Rückreise angesagt. Morgens empfi ng uns Stefan, der Schwiegersohn von Cilli, ganz aufgeregt. Wir hatten keinen Strom. Von dem Starkstrom ging lediglich eine Phase. Die Seilbahn fuhr nicht, Wasser konnte nicht gepumpt werden, die Küchengeräte liefen nicht. Die Fehlersuche lief mit Hochdruck an. Zur Sicherstellung des Hüttenbetriebes wurde am Folgetag ein Notstromaggregat von einem Schweizer Lastenhubschrauber zur Hütte geflogen. Hier haben sich die guten Kontakte unseres Bauleiters Ernst Pfeifer ausgezahlt. Eine drohende Hüttenschließung wurde verhindert. In der Folge konnte man sechs tapfere Bergsteiger ausmachen, die ihre Sachen schulterten und ins Tal brachten. Koff er, Reisetaschen u. ä. wurden mühevoll geschultert. Einige von uns liefen den Weg zweimal. Wir waren es ja gewohnt, dass unser Gepäck mit der Bahn gefahren wurde. Abgekämpft saßen wir kurz nach 19 Uhr mit unseren Sachen im Auto. In einer Nachtfahrt habe ich dann unser Team nach Braunschweig gefahren.

Armin Rogge, Hüttenwart

vier Tage später...

Fehlersuche an der
Fehlersuche an der Braunschweiger Hütte
Foto: Norbert Decker

Unsere Braunschweiger Hütte hat Probleme mit der Stromversorgung. Das eingeflogene Aggregat kann nur als Notlösung angesehen werden. 120 bis 150 l Diesel / Tag sind teuer und müssen mühsam in Kanistern eingekauft und mit der Seilbahn zur Hütte transportiert werden. Die Materialseilbahn kann zur Zeit nur eingeschränkt genutzt werden. Täglich sind über 100 Gäste in der fast ausgebuchten Hütte und wollen versorgt werden. Stefan, unser „Hüttenwirt“, hatte mit den auf der Hütte arbeitenden Zimmerleuten einige Meter Kabel freigelegt. Er bat mich um Hilfe bei der weiteren Freilegung des Kabels zur Fehlersuche

Zehn, zwölf Telefonate und vier Idealisten, die kurzfristig mit mir zur Hütte fahren wollten, waren gefunden. Eberhard Stecher, genau wie ich, gerade 4 Tage vom Arbeitseinsatz zurück, Veit Hängsgen und Dieter Brinsa machten sich mit mir in meinem Bus am 29 Juni 2012 auf den Weg. Marcus Zöllkau ist nachgekommen. Um 17:00 Uhr erreichten wir nach 8 Std. Fahrt und gut 2 Std. Aufstieg unsere Hütte.

Die Fehlersuche geht weiter im gefrorenen Boden
Die Fehlersuche geht weiter im gefrorenen Boden
Foto: Norbert Decker

Nach dem Frühstück schachteten wir den begonnen Kabelgraben weiter. 20 Jahre alter Schutt kam ans Tageslicht. 1,5m Schnee, darunter Eis und gefrorener Boden hemmten unseren Tatendrang mächtig, ebenso wie die am Nachmittag aufziehenden Gewitter. Die Kabeltrasse war nicht eindeutig im felsigen Gelände zu erkennen. Schließlich hatten wir das Kabel an sechs Stellen auf dem Weg vom Rettenbachjoch gefunden und freigelegt.

Am Mittwoch kamen zwei Elektriker und ein Starkstrommeister von den Stadtwerken Imst mit Meßgeräten per Hubschrauber zur Hütte. Anfänglich glaubten alle, den Fehler bei einer Kabelverletzung bei der Hütte gefunden zu haben.

Weitere Messungen ergaben aber weitere Fehler. Bis kurz vor dem Rettenbachjoch wurde an allen von uns freigelegten Stellen ein Kabelschnitt erforderlich, und immer wieder war Wasser im Kabel und Fehleranzeigen das Ergebnis.

Wir packten unsere Sachen und stiegen ab ins Tal. Kurz vor Mitternacht erreichten wir Braunschweig mit der Gewißheit – wir brauchen eine neue Zuleitung vom Rettenbachjoch zur Braunschweiger Hütte. (ca.1,4 km)

Kein Wasserrohr - sondern Stromkabel!Es plätschert immer noch
Kein Wasserrohr - sondern Stromkabel!
Es plätschert immer noch
Fotos: Norbert Decker
Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 25. August 2012