Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2017
Klettergruppe

Die Klettergruppe im Battert

Nina Abel, Dani Theuerkauf, Wolfgang Pitsch, Frank Wobbe und Peter Männel

Himmelfahrt ist Felszeit, und so machte sich die Klettergruppe in diesem Jahr in den Schwarzwald auf, um den Battert klettertechnisch zu erkunden.

Vorweg – das Wetter meinte es überaus gut mit uns. Es gab Sonne satt und mit jedem Tag steigende Temperaturen, die am Ende sogar die 30°C-Marke knackten! Eine Vorhut startete bereits am Mittwoch früh Richtung Süden, um schonmal den Einkauf zu organisieren und die Lage vor Ort zu checken. Aufgrund des kurz bevorstehenden Ladenschlusses erfolgte der Einkauf in einer Mischung aus Sprint, Hungereinfluss und Panikkauf im Feiertagsmodus. Die Nachzügler ahnten nichts von den dramatischen Szenen, die sich abgespielt haben mussten. Sie fanden nicht nur die Vorhut in souveräner und gelassener Haltung am bereits durchgeglühten Grill vor, sondern auch perfekt gefüllte Kühlschränke in der für die komplette Gruppe reservierten Wiedenbachhütte der Heidelberger Sektion.

Von dort ging es nun jeden Morgen gen Fels, natürlich nicht ohne ein vorheriges, gemütliches Frühstück mit allem, was das Kletterherz begehrt: Brötchen und Erdbeeren von Matthias, Bialetti-Kaffee von Dirk, dazu der perfekte Milchschaum von Anne u.v.m!

Dank eiserner Disziplin und trotz täglicher, halbstündiger Anreise waren wir bereits um 10 Uhr am Fels – und zwar für alle Eventualitäten gewappnet: Es gab frisch gebrühten Espresso, Mehrseillängentouren, sachsen-like-mäßige Sprünge, Sportkletterrouten, Halbseiltechnik und jede Menge Spaß beim Chalkbeutel-Basteln (bei erwähnten Wetterverhältnissen ein unverzichtbares Utensil in diesen Tagen, wie Peter mehr als einmal bestätigte!)

Zur Tagesmitte trafen wir uns an unserer im Schatten gelegenen Bank. Hier tauschte man sich über die jeweils gestiegenen Routen aus und einige konnten sogar niedliche Igelnasen beim Vorbeihuschen beobachten.

Das Klettergebiet bot uns eine vielfältige und spannende Routenauswahl, so dass für alle Teilnehmer etwas dabei war. Die Seilschaften bildeten sich dynamisch und zu aller Zufriedenheit, wobei der ein oder andere durchaus mal durch seinen KletterpartnerIn etwas stärker gefordert wurde. Sicherungshaken sind im Battert eher rar verteilt, was die Gruppe jedoch schon aus dem Harz gewohnt ist. Und wer Sprünge nicht kannte, der sah sich beim „Blockgrat“ zum Beginn der 2. Seillänge vor eine deftige Herausforderung gestellt:

Ein großer Schritt, den roten Friend griffbereit in der rechten Hand – nicht jedermanns Sache – und jeder schwärmte anschließend von der Route. Die Felsen boten mit der Südwestausrichtung einen grandiosen Ausblick auf den Schwarzwald und Baden Baden und eröffneten mit ihren plateauförmigen Köpfen für den ein oder anderen Yoga-Möglichkeiten in luftiger Höhe. Bei aller Angst ums Handy überwogen die optischen Eindrücke beim Klettern bei weitem, und so entstanden spektakuläre Fotos. Und immer mal wieder konnte man eine bekannte Seilschaft an den Nachbarwänden klettern sehen.

Dem tollen Wetter entsprechend wurde an jedem Abend ausgiebig gegrillt, und morgens konnten wir Annes meditatives Kaffeeritual beobachten. Einige genossen spanischen Barraquito (den Wolfgang hervorragend für die Mannschaft zuzubereiten wusste), andere die leckere, lokale Fassbrause.

Auch die schönste Kletterzeit findet mal ihr Ende, und so war der Sonntag für die meisten der letzte Klettertag. Trotz der ca. siebenstündigen Autofahrt wurde von den letzten erst gegen 17 Uhr die finale Seilpuppe gebaut. Den Schweiß mit einer mobilen Dusche an Edu´s Bulli direkt auf dem Fels-Parkplatz abzuwaschen bildete den würdigen Abschluss eines perfekten Kletterwochenendes – die nächste Fahrt kann kommen.

Der Battert hat uns gezeigt, dass viele weitere Ziele auf uns warten und einfach nur organisiert werden müssen - vielleicht ja auch von euch?

Sprüchesammlung:

  • Ich spar mich für den Battert auf.
  • Mensch Carsten, das war gerade eine perfekte Eierfeile.
  • Die besten Griffe in der Route sind meist lose.
  • Ein kleiner Schritt für den Vorsteiger, ein großer für die Seilschaft.
  • Wenn die Wand anders aussieht als im Topoführer – dann ist es auch eine andere.

Alle Fotos: Matthias Göpfert, Wolfgang Pitsch, Peter Männel, Frank Wobbe

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 24. August 2017