Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2017
Allgemein

Braunschweiger Hütte bekommt zwei Brandschutzbeauftragte

Günter Gehrke

Schneefall wie im Märchen
Foto: Günter Gehrke

Vom 26. (Mittwoch) bis zum 30. April 2017 (Sonntag) wurden in Kaprun vom ÖAV und DAV mehrere Technikseminare angeboten mit Schwerpunkt Abwasser, Energie und Technik, Trinkwasser und Hygiene sowie die Ausbildung zum Brandschutzwart und weiter darauf aufbauend zum Brandschutzbeauftragten. Nachdem am Mittwoch die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen in der Roten Wiese stattfinden sollte, hatte Armin Rogge sich und mich zu den Seminaren am Donnerstag um 15.45 Uhr bis Sonntag gegen 14 Uhr angemeldet.

Der Leihwagen war geordert. Nach der Mitgliederversammlung und vier Stunden Schlaf ging es auf die lange Fahrt nach Kaprun. Ich freute mich schon auf eine herrliche Gegend mit der Aussicht auf das Kitzsteinhorn. Was blieb, war die Aussicht - Freizeit hatten wir keine, dafür am Freitag den ganzen Tag Schneefall wie im Märchen. Durch die Fenster konnten wir die dicken Flocken langsam zur Erde fallen sehen.

Seminartag über Energie und Technik
Foto: Günter Gehrke:

Nach dem ersten Tag ist der Block „Energie und Technik“ gegen 22 Uhr zu Ende gegangen. Wir hatten viel über Materialseilbahnen und der Energieversorgung auf den Hütten gelernt. Anlaufstrom und LED, Batterie und Photovoltaik, Wasser- und Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke, Motorstrom und Hybridanlagen sowie spezifische Stromkosten.

Der zweite Tag hatte das Thema „Trinkwasser und Hygiene“ und endete schon um 21 Uhr. Mich hat es schon sehr erstaunt, was Trinkwasser alles beinhaltet. Nur, wie zu Hause, den Hahn aufdrehen und genießen ist auf der Hütte in den Bergen für die, die dieses Wasser bereitstellen, nicht denkbar. Es war nachvollziehbar, dass das Teewasser das Geld wert ist, welches erhoben wird. Als Gast kennt man nicht den Aufwand. Es kommt halt nicht einfach aus dem Berg in die Hütte.

Brandschutz Fettbrandexplosion
Foto: Günter Gehrke

Der Samstag und Sonntag wurde ganz dem Thema „ Brandschutz auf den Hütten“ gewidmet. Wir durften ausschlafen - das Seminar fing erst um 8 Uhr an - ebenso am Sonntag. Die Seminarpunkte alle aufzuzählen für diese drei Teile habe ich mit erspart. Neben Brandschutz, Verbrennung, Löschen, Verhalten, gesetzliche Grundlagen, Bestimmungen und Normen ging es weiter mit Brandschutzeinrichtungen und - ordnung. Auch und sehr wichtig die Eigenkontrollen, Unterschiede zwischen Brandmeldeanlage und Gefahrenmeldeanlage, organisatorischer Brandschutz usw. Am Ende stand die persönliche Erfolgskontrolle.

Das besondere Ereignis war am Samstag gegen 12 Uhr die praktische Übung, ein Feuer mit unterschiedlichen Mitteln zu löschen. Erst zögerlich, dann mit immer mehr Eifer, wurde geübt.

Unsere Erkenntnis: niemals einen Fettbrand mit Wasser löschen wollen (siehe Foto), eine dicke Decke, mehrere übereinander gelegte Handtücher oder den Teppich aus dem Wohnzimmer nehmen. Meistens ist es ein Topf oder eine Pfanne, diese damit abdecken und die Luftzufuhr abschneiden. Den Einsatz der Feuerlöscher konnten wir auch üben: immer von vorne, unten beginnend, den gesamten Löscher leeren und nicht unterbrechen. Abschließend kann ich nur sagen: es war anstrengend, so lange als Schüler wieder auf dem Stuhl zu sitzen und konzentriert zuzuhören, sich Notizen zu machen und zu überlegen, was davon bezogen auf unsere Hütte noch umzusetzen ist.

Andachts “Kapelle“ für die Opfer des Tunnelunglücks
Foto: Günter Gehrke

Erwähnen möchte ich noch unseren Besuch am Sonntag vor unsere Heimfahrt in der Andachts “Kapelle“ für die Opfer des Tunnelunglücks vom 11.11.2000 am Kitzsteinhorn. Der 155 Opfer wurde mit Bild, Namen und Geburtsdatum gedacht. Ein würdiger Ort und immer einen Besuch wert.

Ich jedenfalls gehe ab sofort mit anderen Augen durch die Welt: immer auf mögliche (Brand)Gefahren achtend und wissend, dass Brandgase nach oben steigen (Tunnelbahn Kitzsteinhorn – von 155 Toten starben 150 Personen an Rauchgasvergiftung) und die Flucht durch das Feuer nach unten Leben retten kann. Es stirbt der Mensch am Brandgas - danach kommt erst das Feuer!

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 24. August 2017