Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2017
Jugendgruppe

Südfrankreich – Orpierre

Thorsten Henszelewski, Benno Seydel, Rémy Gericke, Lena Schadt und Tanja Brunzendorf
Benno, Enes, Henni und ich auf dem Gipfel
Foto: Thorsten Henszelewski

Wieder Südfrankreich, wieder schönes Wetter und wieder sind 10 Steinbeisser und Vanessa und Catalina als bessere Kletterer zurück gekommen. Wie binde ich mich um, wie seile ich ab und wie baue ich einen Standplatz, sind jetzt weitere Techniken, die junge Kletterer beherrschen. Alle haben Vorstiegserfahrung am Fels gesammelt, einige sind ihre ersten Mehrseillängen geklettert. Nein, nein, diese Kletterei erfordert mehr von der Psyche. Da kann der Kopf schon mal dicht machen.

Persönlich sehr schön war für die Trainer, dass alle sich nach einem kletterintensiven Tag beschäftigen konnten. Ok, die Motten in mein Zimmer zu packen, war nicht nett, Lächel. Hätte ich das gewusst, ihr hättet noch härter klettern müssen. Jedes Mal fällt mir auf, wie sehr das Klettern am Fels anders ist. Die Verbundenheit ist stärker als nur Training an der Wand. Ich bin sicher, einige von euch werden nie diese Sehnsucht verlieren, draußen klettern zu wollen. Klettern ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Lebensanschauung. Nun wollen wir einige zu Wort kommen lassen, wie sie es empfanden?

Thorsten Henszelewski

Henni am Stand nach dem Quergang
Foto: Thorsten Henszelewski

Die erste Nacht
Das Zimmer war groß,
wir waren zu fünft,
doch da ging das erste Problem los.
Im Bett waren wir nicht allein und nicht zu zweit
im Bett machten sich die Motten breit.
Mit Atemschutz und PIPaPo,
brachte man die Motten ins Zimmer vom Trainer...
Jetzt war man froh!
Doch da machte sich die Kälte breit
und Loris stellte fest, kein Schlafsack weit und breit
aber ein Mitbewohner stellte seinen zweiten ihm bereit.

Benno Seydel

Loris und Lena am Stand
Foto: Thorsten Henszelewski

Während der Ferien haben wir einen Kletterausflug nach Orpierre gemacht. Da Orpierre in Südfrankreich liegt, war die Autofahrt sehr mühselig. Sie wurde jedoch erträglicher durch Pausen und Känguru hören. Bei der Ankunft am Haus konnte man schließlich nach der Entmottung schlafen. Am Morgen danach hat jeder gefrühstückt und sein Brot für Mittag gestrichen. Manche ein Salami-honigbrot, doch die meisten p>haben es bei Nutella und Vegan-Nutella belassen. Das Wandern zum Berg war zwar sehr anstrengend und vor allem mit einem Seil auf dem Rücken. Beim Ankommen konnte man sich entspannt mit einem kalten Getränk eine Route aussuchen. Bis das Wort „Zweizeiler“ fiel, war jeder glücklich. Das Abendessen war köstlich und es gab auch was für jeden. Bei jeder Schicht haben die Trainer viel geholfen. Es entstanden ab und zu Probleme, wie zu sehr gesalzene Nudeln oder jemand der vergaß „Achtung Seil“ zu rufen, aber es war ein sehr gelungener Ausflug, bei dem ich auf jeden Fall nochmal mitkommen würde.

Rémy Gericke

Lena, Tanja - Abstieg vom Gipfel
Foto: Thorsten Henszelewski

Am Donnerstag unserer Südfrankreich-Fahrt hieß es früh aufstehen - zumindest für einige von uns. Denn an diesem Tag wollten wir, Tanja, Lena und Loris, mit Trainer Thorsten unsere erste Mehrseillängentour, le dièdre sud am Quiquillon, auf uns nehmen. Schon beim Frühstück war die Stimmung ein wenig angespannt, aber natürlich freuten sich auch alle auf die bevorstehende Herausforderung. Am Einstieg an- gekommen, waren wir sehr froh, dass keine anderen vor uns da waren und so ging es direkt mit einer 5c los. An der dritten Exe befand sich bereits die Schlüsselstelle der gesamten Tour, welche man nach Meinung des Trainers nicht schön klettern könne. Als schließlich alle diese etwas schwierige Stelle überwunden hatten, ging es mit höchst genussvoller Kletterei weiter. Auch wenn man sich am Stand teilweise den A.... abgefroren hat, was weniger an den Temperaturen als am Wind lag. Nach den ersten fünf Seillängen gelangten wir schließlich auf einen großen Absatz, auf welchem wir uns ausbanden, um etwas zu essen und anderen notwendigen Geschäften nachzugehen.

Nach der Pause kam Thorsten auf die „wundervolle“ Idee, die letzten beiden Seillängen doch ohne Zwischenstand durchzusteigen. Weshalb es als Vorsteiger weiter oben eher ein Seil-Ge- zerre wurde als schöne Kletterei. Der einzige Vorteil an dieser Sache war, dass wir wahrscheinlich niemals vergessen werden, wie unglaublich nervtötend Seilzug sein kann :) Oben angekommen, war die Aussicht großartig und so genossen wir sie noch eine Weile, da wir alle ziemlich geschafft waren. Doch die Konzentration durfte auf Grund von „alpinem“ Abstiegsgelände nicht nachlassen. Als wir wieder unten waren, konnten wir uns endlich beglückwünschen und uns alle über den sehr gelungenen Tag freuen:)

Lena Schadt und Tanja Brunzendorf

Aber es gab noch mehr als Südfrankreich , es gab auch noch das Pfingst-Camp im Ith. Sandra und die anderen 5 Steinbeisser haben viel gelernt. Lena, Tanja, Benno und Enes haben ihren ersten Vorstieg geschafft an selbstgelegten Keilen. Dazu haben alle sich in eine Höhle abgeseilt und den Umgang mit dem Prusik eingeübt. Thorben hat tapfer schwere Routen vorgestiegen und das Umbinden erlernt. War ein schönes Wochenende mit allen. Micha und ich sind mit eurem Ausbildungsstand sehr zufrieden. Ein Highlight war sicherlich der Wegebau. Wer klettern will, muss sich auch für den Umweltschutz am Fels engagieren.

Zu allerletzt begrüßen wir Mehdi Bateni als neuen Trainer der Steinbeisser, uns Dreien eine erfolgreiche Zeit.

Thorsten, Micha und Mehdi Text: Thorsten Henszelewski

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 24. August 2017