Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2017
Jugendgruppe

Hilden - 4. und 5. Deutscher Jugendcup im „Lead“ und „Speed“

Thorben Bloem
Black Thorben Nr. 224 vorm Hilden-Massiv
 Foto: Michael Sieder

Freitagabend war mit der Deutschen Bahn die späte Ankunft in Hilden vorprogrammiert und musste natürlich auch eintreffen. 22:00 Uhr kamen wir (Thorben Bloem und Micha Sieder) schließlich an unserer kleinen Herberge an, die sich aber als erstaunlich groß erwies. Bevor wir aber zu Bett gingen, wollten wir uns nochmal die Kletterhalle angucken. Als wir unter dem Gebrauch von Google Maps dort ankamen, stellten wir erfreut fest, dass der Wettkampf an der Außenwand stattfinden sollte. Also schauten wir uns die Quali-Routen schon mal an und suchten nach Lösungen.

Am Samstagmorgen verspeisten wir dann unser Frühstück und trafen auf die ersten anderen Teilnehmer. Voller Aufregung ging es um 8:30 Uhr zur Registration und danach zum Aufwärmen mit den anderen Hannoveranern, Hildesheimern und Hamburgern aus dem norddeutschen Kletterkader. Als uns dann voller Stolz vom Moderator gesagt wurde, dass diese Wand ganze 20 m und damit doppelt so hoch sei wie unsere geliebte Kletterwand in der Güldenstraße, bekam ich es leicht mit der Angst zu tun.

Nachdem ich aber gesehen hatte, wie einige Leute die Routen durchstiegen, kam die Motivation zurück, und ich war schon fast froh, als mein Name aufgerufen wurde. Direkt vor der Wand sah diese aber doch mächtig gewaltig aus, und ich versuchte mich, mit ein paar Atemübungen zu beruhigen. In den Routen kam ich bis zu der Höhe von unserer Kletterwand sehr gut zurecht, doch danach kam ich bei beiden Wegen ins Straucheln. Ich war und bin trotzdem mit mir zufrieden, weil ich nach der Analyse mit meinem Vater und „Hometrainer“ gewusst habe, woran es lag, dass ich abgefallen bin. Am Abend waren wir dann mit unseren Kletterfreunden auf dem Marktplatz essen und haben mit unserer Kreativität das Kirchenbouldern erfunden. Ich überlasse es eurer Fantasie, was das sein könnte. Nach dem Essen sind wir wieder ins Hotel gelaufen und früh ins Bett gegangen, um am nächsten Morgen für den Speed-Wettkampf gewappnet zu sein. „Speed“ heißt dabei, an einer 5 Grad überhängenden Wand, eine genormte, „dynamisch geschraubte“ 15 m-Route in der Schwierigkeit 7- so schnell wie möglich hochzuklettern.

Am Morgen gab es das gleiche Frühstück, wie am Tag zuvor, doch weil wir uns am Vortag schon registriert hatten, mussten wir erst um 9:00 Uhr da sein. Der Ablauf war so geplant, dass jede Jugend (A und B) eine Stunde hatte, um auf beiden Speedbahnen einmal zu trainieren und die Randbedingungen (z.B. den Lichteinfall oder die Beschaffenheit der Griffe) kennenzulernen. Kurz bevor die Jugend B männlich dran war, haben sich ein paar andere Teilnehmer mit mir so aufgewärmt, dass wir die richtigen Muskelgruppen angesprochen hatten, um die Speedwand zu erklimmen, doch leider musste das Speed-Training wegen technischer Probleme ausfallen.

Es begann dann gleich mit der Qualifikation, und, weil ich sehr aufgeregt war, bin ich beim ersten Run am letzten Griff abgerutscht. Das war für die Psyche natürlich der Horror, doch als ich den aufmunternden Blick meines „Hometrainers“ durch die Glasscheibe der Isolation sah, bekam ich wieder Kampfgeist und absolvierte die zweite Runde mit 13,34 Sekunden so gut, dass ich ins Achtelfinale kam. Dort schied ich leider aus, doch ich hatte nicht mit einem so überragenden Ergebnis gerechnet. Nachdem wir dann noch bis zum Finale der unterschiedlichen Altersklassen geblieben sind, haben wir sogar noch einen Lauf von 9,00 Sekunden sehen können, was wirklich schon Europaklasse hat.

Wir haben dann gegen 16:00 Uhr wieder den Heimweg angetreten und waren um 20:30 Uhr und mit einem sensationellen Wochenende, welches meinem Vater und mir viele gute  Erfahrungen beschert hat, zurück zu Hause.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 24. August 2017