Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 2/2018
Jugendgruppe

Kletterfahrt nach Orpierre

Die Sektionsjugend unterwegs

Verschiedene
Winterwonderland
Foto: Finnja Herold
Ich steh`nicht so auf Platten
Foto: Clara Hübner
Die ganze Truppe zusammen
Foto: Clara Hübner
Tim in „L’homme heureux“ (6b+)
Foto: Clara Hübner
Traumtag in Agnielles
Foto: Clara Hübner
Sonja in Action - eine Tour zum Genießen
Foto: Clara Hübner
La Consolation
Foto: Clara Hübner
So kann man gut in den Tag starten
Foto: Clara Hübner

Zahlen und Fakten

Text: Thorsten Henszelewski

Die Wochen vor der Reise waren davon beherrscht, auf die Wetter-App zu schauen und sich zu gruseln, wie kalt es auch in Südfrankreich sein kann. Die Vermieter des Hauses hatten noch Anfang März geschrieben, Neuschnee sei gefallen. Doch am Ende konnten wir an 6 Tagen klettern, selbst wenn alle am Sonntag kalte Finger hatten. Und an den meisten Tagen war es ein traumhaftes Wetter, weder zu kalt, noch zu heiß, wie im letzten Jahr. Nur am Sonntag und am Freitag wurden die Finger nie richtig warm. Nein, ich habe kein Kleid getragen. Gebe ich zu Protokoll. :)

Über Klettern zu schreiben ist sicherlich spannender als Zahlen aufzulisten. Und doch können auch Zahlen viel darüber aussagen, wie wundervoll die Fahrt war.

  • 1 Woche Südfrankreich mit Thorsten.
  • 2 Trainerinnen, die ehemals Steinbeisser waren (Finnja und Clara) haben andere Steinbeisser trainiert und geholfen
  • 6 trockene Tage am Fels
  • 9 Fahrten nach Südfrankreich hat die Sektion nun angeboten
  • 13 Kletterer hatten die Sehnsucht in Orpierre zu klettern (fünf ehemalige und sechs aktive Steinbeisser und zwei Gäste)
  • 52 Wochen haben alle Kletterer zusammengerechnet bereits in Südfrankreich verbracht.
  • 102 Jahre Klettererfahrung waren mit in Südfrankreich
  • 150 Baquettes wurden verspeist
  • 12.000 Klettermeter wurden geklettert.

Reisebericht aus dem Oldtimer-Bus

Text: Steinbeisser-Senioren - Sören Krause, Marika Koch, Sinja Elrich, Lacas Rösner und Gesa Lunge

Frühling, Sommer, Herbst und Winter, alles in einer Woche Orpierre. So ein Wetter-Wirrwarr haben wir alle in Frankreich noch nie erlebt. Regen, Hagel, Schnee, Wind und Gewitter hielten uns jedoch nicht davon ab, jeden Tag an den Fels zu gehen, da die Sonne sich jeden Tag sehen lies. So haben wir die mitgebrachte Sonnencreme genutzt, um den langen Weg zum Auto zu überleben.

Überlebt haben wir auch mal wieder die altbekannten Thorsten-Macken von unserem kunterbunten „lieben“ Trainer. Der ab nun nur noch „bildungsresistenter Lernallergiker“ genannt wird, weil er weder in der Lage ist, Tankdeckel zu schließen, noch der Aufforderung nachkommt, anzuhalten und dies nachzuholen (um nur ein Beispiel zu nennen).

Das Klettern ist nicht zu kurz gekommen. Jeden Tag trotzen wir den verschiedenen Wetterverhältnissen und kletterten fleißig schöne Routen. Fallnix, die Panikexe rettet dem einen oder anderen vor Angstzuständen in der Wand (wegen teilweise langen Hakenabständen in gruseligen Routen).

In Agnielles verbrachten wir einen wunderschönen Tag. Lange Routen, abwechselungsreiche Kletterei und top Wetter - was will man mehr. Wir genossen Risse, Schuppen und den Flow beim Klettern.

Viele Klettermeter machen hungrig. Nach 150 verspeisten Baguette in dieser Woche, haben wir das Jahres-Baguette-Pensum für 2018 mehr als erreicht.

Beklagen konnten wir uns dieses Jahr mal wieder nicht, das wetterbedingte Ausfallen der Mehrseillängen-Touren ist einer von vielen Gründen wiederzukommen. Orpierre - immer wieder schön!

Die externen Beobachter: Ein objektiver Reisebericht

Text: Tom Bieber und Gesa Adler

Urlaub, Sonne, 20 Grad und schöne Routen - das hatte uns Clara für die Orpierre-Fahrt versprochen. Stattdessen kämpften wir schon vor der Abfahrt mit der Autovermietung, um überhaupt losfahren zu können. Als wir endlich ankamen, erwarteten uns Sturm, Hagel, Regen und eiskalte Felswände. Statt schöne Routen zu klettern, robbten wir auf steilen Platten umher, vergeblich auf der Suche nach Griffen. Und wenn wir doch mal welche fanden, waren es Fingerlöcher. Fingerlöcher, zur Hälfte gefüllt mit matschigem und kaltem Regenwasser.

„Seinen Füßen vertrauen“ - so nannte Thorsten das. Nach so einer körperlichen und psychischen Belastung ernährten wir uns natürlich sehr ausgewogen: morgens Baguette, abends Nudeln. Jeden Tag! Also zumindest fast (Anmerkung der Redaktion: Mimimi!)

Nach einer Woche zusammen mit den Steinbeissern fühlten wir uns gerädert und uns tut so einiges weh, von dem wir vorher gar nicht wussten, dass es überhaupt wehtun kann.

Haha. Spaß - jederzeit wieder - war geil!

Trainersicht

Text: Finnja Heroldt

Dieses Jahr durfte ich das erste Mal als Trainerin mit nach Orpierre fahren. Die erste Aufgabe, die ich als Teilnehmerin nur aus Erzählungen mit erfahren habe, war der Großeinkauf in der Metro. Dieses Jahr bin ich mit Einkaufen gefahren. Der Laden kann einen ganz schön überfordern mit den vielen Gängen und die Auswahl an Lebensmitteln. Außerdem war es echt schwierig einzuschätzen, was für Mengen an Lebensmitteln wir für 16 Personen brauchen. Aber wir haben gut eingekauft. Dieses Mal hat der Aufschnitt für die ganze Woche gereicht und wir hatten sogar noch ein bisschen über. Das hat sonst nie gepasst.

Die Hauptaufgabe als Trainerin war natürlich das Aufpassen am Felsen beim Klettern. Da die Gruppe größtenteils aus Senior- und aktuellen Steinbeissern bestand, die schon öfters in Südfrankreich waren, konnten wir Trainer uns mit dem Aufpassen gut abwechseln und selbst viel klettern. Die einzige Herausforderung für uns Trainer stellte dieses Jahr das Wetter dar. Jeden Abend haben wir die Wetterberichte gecheckt und überlegten, an welchem Felsen wir gehen können, um es möglichst warm und keinen Regen zu haben. Selbst diese Überlegungen wurden über den Haufen geworfen und neue spontane Planungen mussten getroffen werden, als wir am Parkplatz bei St. Victoire waren und leider den Felsen vor lauter Wolken nicht sahen. Also doch erst ein bisschen Sightseeing in Aixen-Provence bis die Sonne rauskam.

Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass es mir auch als Trainerin sehr viel Spaß gemacht hat. Ich würde immer wieder mitkommen, egal ob als Teilnehmerin oder Trainerin. Die Zeiten in Orpierre sind einfach jedes Mal unvergesslich. Da verzeih ich euch sogar, dass ihr mich am Abreisetag mit Salsa Tequila geweckt habt ;))

Ein Youngster berichtet aus dem Spielmobil

Text: Henriette Schulte

Dieses Jahr waren wir zwei Wochen früher in Orpierre, doch das Wetter konnte uns nie vom Klettern abhalten, da es rings um Orpierre herum auch noch andere schöne Klettergebiete gibt. Wir, die jungen Steinbeisser, durften erneut viele Erfahrungen sammeln, von Platte klettern über winzige Leisten zu genialen Rissen. Uns Youngstars unterliefen auch dieses Jahr kleine Fehler. Die Tradition besagt, einen kurzen Vers zu dem jeweiligen Missgeschick zu erfinden. Tja, was soll ich sagen, dies entsprang unserer Dichtkunst:

- Hast du eine Exe vergessen, gibt’s abends nichts zu essen
- Hast du vergessen zu klippen, wird dein Trainer ausflippen.
- Überkletterst du eine Exe, wird dein Trainer zur Hexe.

Die Atmosphäre der ganzen Klettertruppe ist sehr ausgeglichen gewesen, da erfahrene Kletterer und Kletterinnen mit den Jüngeren gemischt waren. Die Jugend hat in dieser Woche sehr viel Ehrgeiz gezeigt, während sich die Oldies eher vergnügten. Lena und Tim sind beide eine 6b+ vorgestiegen, Tanja erfolgreich eine 6b nachgestiegen und Sandra kletterte trotz weniger Felserfahrung schon souverän eine 5c im Nachstieg. Enes und auch ich haben eine reife Leistung erbracht. Wir sind beide eine 6a+ nachgestiegen. Dies gelang mir trotz meinen etwas zu kurz gekommenen 1,52cm, was laut meiner Trainer zwar kein richtiges Argument ist, aber ich erwähne es trotzdem gerne , da ich oft als Vorgartenzwerg bezeichnet wurde. Also merkt euch: auch Zwerge können super klettern, wenn sie den Willen haben und das gilt natürlich für alle Kletterer.

Es ist jedes Mal erstaunlich, wie viel besser es die Menschen finden, draußen in der Natur zu klettern. Wenn ihr einen Rat wollt: Schnappt euch euer Material, einen Kletterpartner und ab in die Wildnis. Plastik ist nett, aber der Fels ist das wahre Abenteuer.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 5. Juni 2018