Sektion Braunschweig
zweispaltig
Aus dem Mitteilungsblatt 3/2018
Klettergruppe

Sauschwänze sind nicht zum Essen da - sondern zum Klippen der Exen

Die Klettergruppe 60+ in der Frankenjura

Klaus Steube

Mitte Juni wappneten sich drei Frauen und neun Männer der „Klettergruppe 60 plus“zur traditionellen Frühjahrs(kletter)fahrt nach Franken. Im Gepäck neben dem obligatorischen Klettergedöns, jede Menge Seile, drei Zelte, eine Gitarre und viele Jahre Klettererfahrung (die Veteranen unserer Gruppe bringen es jeder auf 50 Jahre oder mehr Bergerfahrung – während andere sich erst kürzlich dem vertikalen Spaß zugewandt haben). Standquartier war ein – den Insidern bekannter - Gasthof in Stierberg, der neben einer umfangreichen Speisekarte und einem üppigen Frühstücksbuffet auch unterschiedliche Schlafmöglichkeiten (komfortable Doppelzimmer, Lager im Mehrbettzimmer, Zeltplatz nebst Obstwiese) zu bieten hatte. So viele Menschen müssen sich für die Anreise auf mehrere Autos und Fahrstrecken verteilen. Und so geschah es, dass unser Gefährt kurz vor Ziel in eine lang-nicht-erlebte Wettererscheinung geriet, die wir schließlich als „heftigen Wolkenbruch“ erkannten und mit der Außentemperatur auch unsere Stimmung fallen ließ. Notfallpläne wurden diskutiert (welche Kletterhalle hat geöffnet und wie weit ist diese..) bis ein Handygespräch die Rettung offenbarte: Team 1 meldete Sonne und trockenen Felsen am nur 20 km entfernten Wolfstein. So konnten wir die Nachmittagsstunden noch sehr gut nutzen, um uns (wieder) an fränkischen Kalkstein zu gewöhnen (denn vorher waren wir nur 1x im Ith und auch nur zwei von uns waren im Mai in Arco).

Klaus
Foto: Günter Gersdorf
Barbara
Foto: Günter Gersdorf
Horst
Foto: Günter Gersdorf
Gerhild
Foto: Günter Gersdorf

Passend zum Abmarsch setzte Regen ein, der sich dann am Abend zum bekannten Wolkenbruch steigerte. Dennoch, wettertechnisch waren die weiteren Tage durchaus positiv, welches sich natürlich auch auf das Routenpensum auswirkte (sofern man/frau nicht eine Mittagspause „benutzte“ um zu Kaffee/ Kuchen/Eis überzuleiten).

Pause
Foto: Günter Gersdorf

Also Regen nur nachts und schnell trocknende Felsen. Dass wir an einem Tag dennoch eine moosbesetzte Nordwand (Preßnock wände) ansteuerten, bleibt ein Geheimnis und auch einigen der weniger begeisterten unserer Gruppe bis heute nicht offenbart (Die Vorsteiger fanden es jedenfalls gut kletterbar).

Zehnerstein
Foto: Günter Gersdorf

Günstig an der Straße gelegen oder gar in Fußnähe unseres Gasthofes suchten wir uns jeden Tag ein anderes Ziel, das für unsere Kletterkönnen (III bis VI+) ausreichend Routen versprach. Meistens waren wir allein; nur am beliebten Zehnerstein trafen wir ausgerechnet am Nachmittag auf eine Schulklasse aus Göttingen und am letzten Vormittag überreichten wir einer lautstarken Gruppe aus einem der östlichen Bundesländer mit eindeutigem Dialekt unsere Routen am Fels „Hohe Reute“, nachdem wir diese „abgehakt“ hatten.

Keile legen
Foto: Günter Gersdorf

Neben den Herausforderungen für Arm- und Beinmuskulatur kamen auch Magen und Leber nicht zu kurz: Schäufele und Klöße war (fast) ein Muss, das süffige Bier sowieso und auch das eine oder andere Schnapserl zum Nachspülen. Vegetarier haben es schwer im Frankenland!

Zusammenfassung: Felsen gut, Essen gut, Gruppe gut, Gesang mittelgut, Ende gut - Alles gut. Großes Dankeschön an Michael Zielen für die (übliche) gute Vorbereitung.

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 1. September 2018