Skigruppe

Skigruppe entdeckte München und Umgebung auf Schusters Rappen

Was lange währt... oder alle guten Dinge sind drei!

Astrid Oberthür
Gruppenbild bei Kloster Andechs
Foto: Reinhold Aselmeier

Zweimal musste diese schon lange von Britt und Hermann Wohllebe geplante Einladung in ihre "neue" Heimatstadt München wegen Corona verschoben werden. Das erste Mal von 2020 auf 2021. Dann erneut um vier Wochen, weil die Hotels in Bayern noch nicht in voller Konsequenz öffnen durften. Es war schon eine Zitterpartie! Würde diese Reise und das Wiedersehen nun endlich stattfinden, worauf sich alle so lange gefreut hatten? Ja, es hat geklappt!

Auf dem Weg
Foto: Reinhold Aselmeier

Am 4. Juli begrüßten Britt und Hermann 18 Braunschweiger Skigruppenfreunde im Hotel Jagdschloss in München-Pa- sing. Fünf Tage lang brachten sie ihren Gästen München und die einmalig schöne Umgebung auf Schusters Rappen näher. Vor rund 12 Jahren waren Britt und Hermann von Braunschweig nach München in die Nähe ihrer Kinder  gezogen. Der Kontakt zur Skigruppe  blieb über die Jahre bestehen wie auch der Plan für diese Reise. Nun hatten die Beiden ein tolles Programm für uns ausgearbeitet und mit dem typisch bayerischen Hotel und Wirtshaus im Westen vom Münchner Zentrum einen guten Standort ausgesucht. Denn Ausgangspunkt für unsere täglichen Ausflüge war der Pasinger Bahnhof, nur 15 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. Selbst die S-Bahn-Fahrkarten hatte Hermann für jeden Tag dabei. Perfekt! Nur das Entwerten blieb im Getümmel schon mal auf der Strecke.

Park und Schloss Nymphenburg
Foto: Reinhold Aselmeier

München und Umgebung waren ein weißer Fleck auf meiner Reise-Land- karte. Daher waren diese fünf Tage für mich besonders spannend, voll neuer Entdeckungen und Erlebnisse. Diese Begeisterung spürte ich auch in der ganzen Gruppe, denn unser Reiseleiter Hermann begleitete uns durch seine neue Heimat auf charmante, ruhige und gelassene Art mit vielen interessanten Informationen. Ganz gleich, ob wir am ersten Tag vom Ammersee aus durch einen herrlichen "Urwald" mit besonderer Erdgeschichte zum Kloster Andechs wanderten, oder an einem anderen Tag am Starnberger See den  Spuren von Ludwig II. mit seinen prunkvollen Schlössern nachgingen und anschließend mit dem Schiff über den See fuhren, Hermann hatte neben vielen Fakten dazu auch die "Geschichten" parat.

Schwarztennalm
Foto: Reinhold Aselmeier

Und das Wetter? Da war unser Reiseleiter flexibel! Drohte die geplante Stadtbesichtigung und der Besuch von Park und Schloss Nymphenburg an dem ursprünglich vorgesehen Tag ins Wasser zu fallen, wurde Kontakt zur Stadtführerin aufgenommen und umdisponiert. Die geplanten Abendessen im schönen Biergarten unseres Hotels mussten wegen der abendlichen Temperaturen meistens in die gemütliche Gaststube verlegt werden. Das vorgesehene Public Viewing der Fußball Europameisterschaft im Biergaren hatte sich ohnehin erledigt: Deutschland war ausgeschieden, und die konsequenten Bayern bauten die große Übertragungsanlage im Garten gleich ab.

Reh - Nymphenburg
Foto: Reinhold Aselmeier

Einen besonders schönen und sonnigen Tag erlebten wir bei einer Wanderung von Kreuth im Tegernseer Tal zur Schwarzentennalm mit der Einkehr in der Almhütte. Typisch bayerische Spezialitäten, wie Kasknödel mit geschmorten Zwiebeln (Mmm...!), wurden hier auf dem alten Küchenherd mit Holzfeuer zubereitet. Schweinsbraten gab es aber nur am Sonntag (wie gut: zurück zum Sonntagsbraten!) Der Abstieg war dann noch mal schweißtreibend. Die Sonne meinte es gut. So kam die Kaffeepause im Rittergut Kaltenbrunn gerade recht. Den Regenschirm haben wir während der ganzen Tage nur einmal gebraucht, als wir das beeindruckende Olympiagelände mit seinen spektakulären Zeltdächern und dem großen Stadion (69.250 Sitzplätze) besuchten. Bemerkenswert ist: 1972 wurden die Sportstätten zur Olympiade eröffnet. Fast 50 Jahre später werden alle Einrichtungen weitestgehend unverändert in gutem Zustand bis heute als Sportstätten und großen Freizeitpark von der Bevölkerung intensiv genutzt.

Weißwurstessen
Foto: Helmut Hielscher

Diese fünf Tage München waren ein wunderbarer Mix aus sympathischer Großstadt, noch (!) ohne große Heerscharen internationaler Touristen und herrlicher Bergwelt und Seen-Landschaft vor der "Haustür", die bequem mit der S-Bahn zu erreichen sind. Wir alle sind begeistert und sagen Britt und Hermann Wohllebe ganz herzlich Danke, dass sie uns dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Für den krönenden Abschluss dieser Reise ließ Gastgeber Hermann bei seinen unruhigen Gästen, die gedanklich schon in den Startlöchern standen, nicht locker: Das in Bayern traditionelle zweite Frühstück mit Weißwurst und Brezel musste noch vor der Abreise in fröhlicher Runde sein… zur Freude aller!

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 28. September 2021