Allgemein

Kapelle der Braunschweiger Hütte

Günter Gehrke
Foto: Marcus Zöllkau

Liebe Sektionsmitglieder,

heute können wir glücklich die Fertigstellung unserer Kapelle vermelden. Nachdem im Jahr 2019 das Fundament erstellt wurde, ruhten die Bauarbeiten 2020 aus Pandemiegründen. Im August 2021 konnte die Kapelle aufgebaut und im September die Arbeiten bei bestem Wetter erfolgreich beendet werden. Für die Umsetzung wurde viel Geld gebraucht – wir danken allen Spendern*innen und den Stiftungen.

Die Weihe ist für den Sonntag, 26.06.2022 um 13 Uhr festgelegt.

Unsere Dompredigerin Cornelia Götz und Pfarrer Paul Grünerbl aus St. Leonhardt werden die Marien-Kapelle ökumenisch weihen.

Kapelle gegen Linken Fernerkogel und Hangender Ferner
Foto: Günter Gehrke

Zugesagt haben der alte und der neue Oberbürgermeister Braunschweigs, Ulrich Markurth und Thorsten Kornblum mit weiteren Personen. Die Braunschweiger Zeitung wird u.a. mit Henning Noske dabei sein und darüber in unserer Heimatzeitung berichten. Auch RTL Nord hat den Wunsch geäußert, einen Filmbericht von der Weihe zu produzieren.

Zur Entstehungsgeschichte zum Bau dieser im Alpenraum einmaligen Kapelle wurde schon viel gesagt:

Der lichtdurchflutete Kapelleninnenraum
Foto: Günter Gehrke

Der Grund, Kapellenräume auf den Hütten zu errichten, findet sich in dem Satz „Du sollst den Feiertag heiligen“. Das Fernbleiben vom Sonntagsgottesdienst galt damals als Frevel. Die Touristen jedoch wollten auf den Berg. Daher entstanden auf vielen Hütten diese Andachtsräume. Nun konnten die Messen dort früh in den Hütten in der Nähe der Berggipfel abgehalten werden. Die Touristen waren zufrieden und die Bergführer hatten keine finanziellen Einbußen mehr. Unser Kapellenraum in der alten Braunschweiger Hütte wurde nachweislich erstmals am 8. August 1926 erwähnt.

Der alte Kapellenraum
Foto: Günter Gehrke

Im Zuge der Generalsanierung der Braunschweiger Hütte 2008 - 2010 musste der Kapellenraum dem sicheren Flucht-Treppenhaus und weiteren Umbaumaßnahmen weichen. Alle Teile der Innenausstattung wurden sorgfältig ausgebaut und unter der alten Gaststube (im Holzkeller) sicher eingelagert. Auch die beiden Ornamentglas-Fenster waren dabei und strahlen heute wieder in der neuen Kapelle. Leider konnten die Holztafeln von Decke und Wänden nicht
in die neue Kapelle integriert werden. Die alten Leuchter, Kerzen, Trinkkelch u.a.m. sind wieder im Gebrauch – und auf dem gestifteten Altar zu sehen. In einem alten Bauernschrank wurde das Inventar des alten Kapellenraumes trocken und sicher in der Hütte über die Jahre aufbewahrt. Unter anderem waren das vier liturgische Gewänder in den Kirchenfarben des Jahres, Ikonen-Bilder und das Kreuz – jetzt über dem Altar zur neuen Geltung gebracht.

Hinter einem Ikonen-Bild befand sich ein Aufkleber zur Erinnerung an die erste hl. Messe an einem Sonntag, 8. August 1926. Das Bild wurde vom Kunstmaler Joseph Hansen aus Düsseldorf gemalt und der Hütte gespendet. Die notwendige Ausstattung mit Paramenten und Kirchengerät wurde oft von Mitgliedern der Sektion gestiftet. Hierüber fehlen uns jedoch Hinweise.

Mit mir freuen sich Armin Rogge, Norbert Decker und alle Mitglieder vom Kapellen-Freundeskreis Braunschweiger Hütte e.V.

Günter Gehrke

PS: Unsere vorrangige Vereinsaufgabe, einen Ersatz für den alten Kapellenraum zu bauen, ist nach der Weihe der Marienkapelle erfüllt.

Die beiden Ornamentglas-Fenster wurden übernommen wie auch die beiden Kreuzgang-Bilder
Foto: Günter Gehrke
Die gestiftete Madonna
Foto: Günter Gehrke
Das alte Kreuz in der neuen Marien-Kapelle
Foto: Günter Gehrke
Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 25. Dezember 2021