Umweltreferat

Neues aus „unseren" Klettergebieten

Johannes Schlatow

In den norddeutschen Klettergebieten hat sich einiges getan. Grund genug, hier einen kleinen Überblick zu liefern.

Vorweg: Der Dank für die in Summe sehr positiven Entwicklungen gebührt den engagierten Mitgliedern der IG Klettern Niedersachsen e.V., den DAV Sektionen sowie insbesondere Axel Hake (hauptamtlicher Referent für Bergsport und Naturschutz im Landesverband Nord).

Kurznews

Stand Februar 2022

Seit dem 1.1.2022 kann auch im Nordteil der Bodensteiner Klippen im Hainberg (einschließlich Hauptgruppe, Sofaklippe, Geroldstein) wieder geklettert werden. Dort gilt, anders als im Südteil, eine temporäre Sperrung aufgrund von Fledermausschutz zwischen 1.10. und 15.3. Weitere Auflagen unter www.dav-nord.org.

Die Römersteine im Südharz können seit Februar 2021 (nach 16 Jahren Sperrung) wieder beklettert werden. Im Rahmen der Sanierung wurden auch neue Routen am Knickelberg, Bühberg und am Römerstein eingerichtet.

Der DAV Goslar hat im Ziegenrückensteinbruch Sicherungen zur Montage eines mobilen Klettersteigs z.B. für Schulungszwecke eingerichtet.

Neue Parkfläche in Holzen
Foto: Axel Hake

Um die z.T. chaotische Parksituation in Holzen zu entschärfen, wurde eine Erweiterung des Parkplatzes beschlossen. Hierzu haben DAV und IG Klettern einen Vertrag zur Parkplatzbewirtschaftung mit den Landesforsten abgeschlossen. Weitere Infos unter www.dav-nord.org. Der Arbeitskreis Klettern+Naturschutz Göttingen hat auch 2021 viel Arbeit in Erschließung, Wegeinstandhaltung, Totholzbeseitigung und Beschilderung im Gebiet investiert, unter anderem im Helletal bei Benniehausen.

Ein Steinbruch im Solling bei Fürstenberg wurde im Frühjahr 2020 mit 15 Routen erschlossen, die Veröffentlichung folgt zeitnah.

Im Tal Steinerne Renne bei Wernigerode wurden mit der Sonnenwand und der Unteren Renneklippe zwei neue Felsen mit bislang 15 Routen bis 35 Metern Länge erschlossen.

In der Neuauflage des Kletterführers Hoch im Norden sind 150 Neutouren seit 2016 enthalten.

Der Kletterführer Harz Rocks 2 Harz und Harzvorland mit 1900 Kletterrouten ist im Februar 2022 erschienen.

Vogelschutz

Etwa 350 Uhupaare und 45 Wanderfalkenpaare brüten in Niedersachsen. Der Bestand der Uhus steigt stetig, der des Wanderfalken stagniert.
2020 gab es in 11 Klettergebieten Brutplätze von Wanderfalken und Uhus: Ith: Holzen, Lüerdissen, Dohnsen, Bisperode, Marienau / Thüster Berg: Kanstein und Marienhagen / Nördlicher Selter: Nördliche Fredener Klippen / Harz: Okertal und Eckertal / Göttinger Wald. 2021 gab es eine neue Uhubrut im Nördlichen Selter / Imsener Klippen.

Vogelschutz Wanderfalke
Foto: Meik Wick

Pflege und Absperren der Brutplätze und das Monitoring durch Kletterer in Kooperation mit der Niedersächsischen Vogelschutzwarte laufen reibungslos. So wurden z.B. 2021 im Harz sieben Brutplätze optimiert bzw. neu angelegt.

Nicht vergessen: Die Brutfelsen sind vom 1.2. bis 31.7. für das Klettern gesperrt. Aktuelle Infos dazu, welche Felsen für den Vogelschutz gesperrt sind oder schon wieder freigegeben wurden, finden sich auf der Internetseite der IG Klettern Niedersachsen (Link s.u.).

Weitere Infos

Wo finde ich aktuelle Informationen:

Wendet euch bei Fragen gerne an die jeweiligen Gebietsbetreuer: http://dav-nord.org/naturschutz/gebietsbetreuung.php

Fragen zu Erschließungs-, Haken- und Sanierungsangelegenheiten können insbesondere an die Hakenkommission gerichtet werden: https://ig-klettern-niedersachsen.de/hakenkommission/

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 24. April 2022