Leistungssportreferat

Fränkische Superlative

Aus dem Leistungssportreferat

Fabian Kolaczek/Michael Sieder

Ein sensationell gutes Ergebnis lieferte Thorben Perry Bloem aus unserer Sektion bei den europäischen Boulder Jugendcups (EYC) ab: Er gewann in Chambéry (Frankreich) zunächst die Silbermedaille, in Soure (Portugal) die Bronzemedaille und bei der EM in Graz (Österreich) belegte er im Halbfinale den 13. Platz und sicherte sich damit den Gesamtsieg des EYC! Darüber hinaus hat er sich für die Junioren WM im August in Dallas (USA) qualifiziert und erreichte dort das Halbfinale! Herzlichen Glückwunsch Thorben und weiter so!

Ebenfalls aus unserer Sektion wurde Jonas Körner, auf Grund seiner sehr guten Leistungen bei den nationalen Wettkämpfen, für die europäischen Boulder Jugendcups nominiert. Er belegte bei seinen ersten Wettbewerben auf europäischer Ebene in Chambéry (Frankreich) vom Start weg den 23. und kurz darauf in Soure (Portugal) den 18. Platz.

Auch auf nationaler Ebene sind und waren die Athlet*innen unserer Sektion erfolgreich, anbei eine Auswahl der Ergebnisse der laufenden Saison:

Bei der Wettkampfserie Deutscher Jugendcup liegen nach 4 von insgesamt 6 Wettkämpfen in der Jugend A Luca Dahms auf dem 22. Platz und in der Jugend B Jonas Körner auf dem 2. Platz der Gesamtwertung. Bei der Deutschen Meisterschaft Bouldern konnte sich Thorben den 2. Platz sichern und Morlinn Specht belegte den 28. Platz. Die Norddeutsche Boulder-Meisterschaft in Hamburg verlief ebenso sehr erfolgreich: Mia Apel belegte den 3. Rang; Morlinn wurde 5. und Livia Kossert verpasste nur ganz knapp das Finale und erreichte den 6. Platz. Bei den Herren belegte Thorben den 2. Platz; Luca wurde 13., vor Tim Jonas auf dem 14. Rang. Unsere Jjüngsten starteten im Junior Jam Finale mit 2 Teams, das Team Greifhaus belegte hier den 4. Platz und das Team Fliegerhalle den 13. Platz.

Wir gratulieren allen Ahtlet*innen zu ihren Erfolgen und drücken die Daumen für die kommenden Wettbewerbe!

Fabian Kolaczek


Dass Franken immer eine Kletterreise wert ist, hat sich ja schon rumgesprochen. Schlagworte wie Oma Eichler, Fight Gravity, Schäufele und Wurstfinger, und wer keine hat, Ringbandverletzungen, führen bei Bedienung der Google-Suchfunktion mit Sicherheit zum Fränkischen Fels. Weniger bekannt unter hiesigen Norddeutschen ist jedoch möglicherweise das, nach Corona-bedingter Pause in 2022 wieder stattgefundene, alljährliche Kletterfestival in Königstein. Dabei ist DIESES Königstein zwar nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dörfchen im grandiosen Elbsandstein, jedoch liegt es in unmittelbarer Nähe des Krottenseer Forstes mit bekannten Felsen wie dem Waldkopf oder dem Krottenseer Turm. Spätestens jetzt sollte es einigen unter uns in den gekrümmten Fingern jucken, denn im Krottenseer Forst wurde Klettergeschichte geschrieben und dort zu wandeln ist für Sportkletterer wie für Bergsteiger eine Kletterexpedition im Himalaya.

Mark und Sophia unter Gleichgesinnten
Foto: Michael Sieder

Für dieses Festival werden das beschauliche Königsteiner Naturbad und angrenzende Feldflächen übernachtungsgerecht umgestaltet. So auch im Juni diesen Jahres und wir, das heißt Mark und Sophia sowie Thorben und ich konnten das Spektakel in vollen Zügen genießen. Wobei die Anreise eher in zwei vollen Autos erfolgte, welche dann zu später Stunde von uns zu behaglichen „Boofen“ umgerüstet wurden.

Das Kletterfestival selbst würde ich im Rückblick als M‘era Luna des Sportkletterns bezeichnen – angefangen von hochkarätigen Vorträgen von beispielweise Robert Leistner, Sean Villanueva oder Dr. Volker Schöffl über ebensolche Workshops rund ums Klettern bis hin zur obligatorischen Abschlussparty. Derart viele umgebaute Camper habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen, und die zugehörigen Gestalten bestätigten (mit Ausnahmen) das Stereotyp des typischen Sportkletterers.

Da wir trotz des vielseitigen festivalen Angebotes viel Zeit am Fels verbrachten, mussten wir auch auf ausreichende Kalorienzufuhr in flüssiger und fester Form sowie auf hinreichende Abkühlung bei Temperaturen um die 30 Grad achten, was uns mithilfe des tollen Naturbades und dessen kulinarischen Angeboten bestens gelang.

Thorben konnte dabei noch ein Schmankerl der besonderen Art für sich verbuchen: da Thorben durch seine Wettkämpfe mit dem LaSportiva-Team „verbändelt“ ist und LaSportiva das Festival für ein Zusammentreffen seiner Athleten nutzte, seilte sich Thorben mit dieser internationalen Kletterszene für zwei Tage ab und ward an imposant-kleinlöchrig-überhängenden Felsen zu finden. Mark, Sophia und ich hingegen pushten uns im gemäßigten Gelände zu teilweise neuen Höchstleistungen, wobei in dem Zusammenhang anzumerken bleibt, dass Königstein auch für Softmover als ideales Basislager dienen kann.

Alles in allem also eine coole Sache, die es lohnt, auch bei heißen Temperaturen (mindestens) zwei Urlaubstage zu „opfern“ und das gesamte viertägige Festival zu genießen.

Letztendlich noch gute Nachrichten auch für die Schwaben unter uns: das Festival kostet die Teilnehmenden schlappe 5 Euro pro Tag, welche auf Vertrauensbasis am Petzl-Stand gelöhnt werden dürfen. Dafür genießt man das Schwimmbad, den Schlafplatz, die Vorträge, die Stimmung, einfach alles.

Und damit steht eins fest - wir sind nächstes Jahr wieder mit von der „Party“! Und vielleicht noch ein paar Norddeutsche mehr?

Michael Sieder

Deutscher Alpenverein Sektion Braunschweig e.V., 21. September 2022